Samstag, 23. Juli 2016

12. Februar 2016 19:22 Uhr

Vor Gauck-Besuch

Fünf UN-Soldaten bei Angriff in Mali getötet

Fünf UN-Soldaten sind bei einem Angriff auf eine UN-Mission am Freitagmorgen in Mali getötet worden. Bundespräsident Joachim Gauck traf nur wenige Stunden später in Mali ein.

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Nur wenige Stunden vor dem Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck ereignete sich ein Anschlag in Mali. (Archiv)
Foto: Hendrik Schmidt (dpa)

Kurz vor einem Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Mali sind bei einem Angriff auf die UN-Mission Minusma mindestens fünf Blauhelmsoldaten getötet worden. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden rund 30 weitere Blauhelme verletzt, als Dschihadisten am Freitagmorgen den UN-Stützpunkt in Kidal im Nordosten des Landes attackierten. Gauck wollte bei seinem Besuch unter anderem Vertreter der Minusma treffen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Angriff in einer in New York veröffentlichten Erklärung als »Kriegsverbrechen». Nach Minusma-Angaben wurde der UN-Stützpunkt mit Raketen und einer Autobombe attackiert. Mindestens vier der fünf getöteten Soldaten stammten aus dem westafrikanischen Guinea, wie ein Vertreter der dortigen Armee sagte.

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Bundespräsident Gauck trifft sich mit Malis Staatschef

Kurz nach der Attacke in Kidal wurden bei einem weiteren Angriff in der Nähe von Timbuktu zudem drei malische Soldaten getötet. Sie seien von Dschihadisten aus einem Hinterhalt angegriffen worden, sagte ein Vertreter der malischen Armee.

Die Angriffe ereigneten sich wenige Stunden vor Gaucks Besuch in der Hauptstadt Bamako. Der Bundespräsident traf sich dort mit Malis Staatschef Ibrahim Boubacar Keita, anschließend wollte er unter anderem mit deutschen Soldaten und Vertretern der Minusma-Mission zusammenkommen.

In dieser Woche hält sich auch der neue Minusma-Chef Mahamat Saleh Annadif in der Region auf. Er verurteilte den Anschlag auf den UN-Stützpunkt als »abscheulich und unverantwortlich».

Das steckt hinter dem Einsatz in Mali

Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken der Islamisten und Rebellen vom Norden in den Süden des Landes zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die Minusma.

Der Einsatz gilt als die gefährlichste UN-Mission weltweit. Meist ereignen sich die Anschläge im Norden Malis, wo Islamisten und Tuareg-Rebellen sich mit Gewalt Macht und Einfluss zu sichern versuchen. Erst vor einer Woche waren bei einem Überfall auf einen UN-Stützpunkt in Timbuktu ein malischer Soldat und mindestens vier Angreifer getötet worden. Zu der Attacke bekannte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida.

Anfang des Monats waren die ersten 40 Bundeswehrsoldaten an ihrem Einsatzort in Goa im Norden Malis eingetroffen. Die Bundeswehr will sich mit 500 zusätzlichen Soldaten an der Sicherung des Friedensprozesses und der Stabilisierung der Region beteiligen. AFP

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