Freitag, 31. Oktober 2014

04. Februar 2013 08:53 Uhr

Gebietsreform

Gehört Südthüringen bald zu Bayern?

Aufgrund einer geplanten Gebietsreform drohen einige Südthüringer Landkreise wie Sonneberg und Hildburghausen mit einem Wechsel nach Bayern.

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Wo hört Bayern auf und wo fängt Thüringen an? Die Grenzen waren immer etwas fließend. Nur während der deutschen Teilung war sie durch Zäune, Minenfelder und Selbstschussanlagen fest betoniert – hier Bundesrepublik, dort DDR.

Dabei fühlen sich die Menschen am Südhang des Thüringer Waldes eher den Franken zugehörig. Sprachlich tun sie es ohnehin, wie die beiden Waschweiber beim Frankenfasching in Veitshöchheim am Freitag gerade erst wieder bewiesen haben. Sie ziehen die natürliche Grenze deshalb weiter oben im Thüringer Wald am Rennsteig.

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Zahl der Landkreise soll halbiert werden

Jetzt plant die thüringische Landesregierung eine einschneidende Gebietsreform. Die Zahl der Landkreise soll möglicherweise halbiert werden. Dadurch würde ein riesiger Kreis Südthüringen entstehen.

Von seiner Südostspitze unweit des fränkischen Kronach bis fast nach Fulda würde dieses Gebilde aus den Kreisen Sonneberg, Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen sowie der Stadt Suhl reichen. Vom einen zum anderen Ende wäre man auf dem schnellsten Weg 150 Kilometer oder eine Stunde und 40 Minuten mit dem Auto unterwegs.

Anschluss an Bayern, um eigenständig zu bleiben

So erinnern sich die Landräte in Sonneberg und Hildburghausen heute wieder ihrer fränkischen Verbindungen und drohen dem Innenminister in Erfurt mit einem Antrag auf Anschluss an Bayern, um eigenständig zu bleiben.

Ein historisches Vorbild in der unmittelbaren Nachbarschaft hätten sie: Nach Auflösung des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha 1918 entschied sich der damalige Freistaat Coburg 1920 in einer Volksabstimmung für den Anschluss an Bayern. mit afp

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Joachim Bomhard

Augsburger Allgemeine
Ressort: Politik