Mittwoch, 22. Oktober 2014

12. Juni 2013 07:46 Uhr

Afghanistan

Selbstmordanschlag in Kabul: Mindestens 15 Tote

Die Taliban haben einen schweren Anschlag auf Justizmitarbeiter in Kabul verübt. Ein Selbstmordattentäter hat dabei einen Bus in die Luft gesprengt.

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Ein afghanischer Polizist steht vor dem zerstörten Bus in Kabul. Ein Selbstmordattentäter hatte den Bus am Dienstag in die Luft gesprengt. Mindestens 15 Menschen kamen dabei ums Leben, weitere 40 wurden verletzt.
Foto: Shah Marai, afp

Bei einem schweren Selbstmordanschlag am Dienstag in Kabul sind mindestens 15 Menschen umgekommen. Diesen haben dieradikalislamischen Taliban auf Mitarbeiter des Obersten  Gerichtshofs in Kabul verübt.  Mitten im Feierabendverkehr lenkte ein Selbstmordattentäter ein mit  Sprengstoff präpariertes Auto in einen voll besetzten Bus, wie der  Chef der zuständigen Ermittlungsbehörde, Mohammed Sahir, sagte. Die  Taliban drohten in ihrem Bekennerschreiben Afghanistans Justiz mit  weiteren Attentaten.

Unter den Opfern sind überwiegend Angestellte des Gerichts

Laut Polizei wurden 15 Zivilisten getötet, 40 weitere wurden verletzt. Nach Angaben des Ermittlungschefs waren unter den Opfern  überwiegend Angestellte des Gerichts, die gezielt getroffen werden sollten. Demnach ereignete sich der Anschlag gegen 16.00 Uhr, wenn  viele Angestellte in Kabul auf dem Heimweg sind.

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Taliban fordern im Bekennerschreiben ein Ende der Todestrafe

In einer Erklärung bekannten sich die Taliban zu dem Anschlag. In  dem Bekennerschreiben fordern die Islamisten von der afghanischen  Justiz ein Ende der Haft- und Todesstrafen gegen Talibankämpfer:  «Der heutige Anschlag war eine Warnung falls sie weiterhin  Landsleute einschüchtern oder mit tyrannischen Strafen belegen»,  heißt es darin. Die afghanische Justiz verhängte in den vergangenen  Jahren mehrere Todesstrafen. Zuletzt wurden im vergangenen November  sechs Taliban-Kämpfer exekutiert. In den afghanischen Gefängnissen  sind hunderte Aufständische inhaftiert.

Die Hauptstadt Afghanistans wird regelmäßig von  Selbstmordattentaten heimgesucht. Diese Anschläge sind eine der  Waffen der Taliban, welche die Regierung in Kabul und ihre  NATO-Verbündeten seit mehr als zehn Jahren bekämpfen. Das Attentat  vom Dienstag war das schwerste seit Mitte Mai, als bei einem  Selbstmordanschlag auf einen Militärkonvoi 15 Menschen, darunter  fünf US-Bürger, getötet wurden. Am Montag hatten Taliban den  Flughafen von Kabul angegriffen. (afp)

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Schlagworte

Kabul | Taliban | Afghanistan | Polizei | Nato



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