Donnerstag, 14. Dezember 2017

09:50 Uhr

Nordkorea

US-Außenministerium relativiert Tillersons Nordkorea-Vorstoß

US-Außenminister Rex Tillerson hatte Nordkorea offene Gespräche ohne Vorbedingungen angeboten. Das Außenministerium schränkte diese Aussagen aber wieder ein.

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US-Außenminister Rex Tillerson hatte in Richtung von Nordkorea gesagt: "Wir sind für ein erstes Treffen ohne Vorbedingungen bereit."
Foto: Cliff Owen, dpa (Archiv)
  • Nordkorea sorgt mit seinen Raketen- und Atomwaffen-Tests weltweit für Unruhe.

  • Die USA kündigten an, das eigene Land und Verbündete mit allen Mitteln zu verteidigen.

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Nordkorea-Konflikt: News im Blog

14. Dezember: US-Außenministerium relativiert Tillersons Nordkorea-Vorstoß

Nach Widerspruch aus dem Weißen Haus hat das US-Außenministerium die Aussagen von Minister Rex Tillerson zum Atomkonflikt mit Nordkorea relativiert. Tillerson habe keine neue Strategie verkündet, sagte Sprecherin Heather Nauert am Mittwoch (Ortszeit). Die USA seien weiter offen für einen Dialog mit Nordkorea, wenn das Land zur Aufgabe seiner Atom- und Raketentests bereit sei. Doch sei »eindeutig» derzeit nicht die Zeit für derartige Gespräche.

13. Dezember: Tillerson: USA jederzeit zu Gesprächen mit Nordkorea bereit

Im Atomstreit mit Nordkorea sind die USA nach Aussage von US-Außenminister Rex Tillerson jederzeit für Gespräche mit Pjöngjang verfügbar. "Wir sind für ein erstes Treffen ohne Vorbedingungen bereit. Lasst uns einfach zusammenkommen", sagte Tillerson in einer Ansprache bei dem außenpolitischen Forschungsinstitut Atlantic Council. Dabei spiele das Thema der Gespräche keine Rolle, so der Außenminister. Aus seiner Sicht könne gar über die Form des Tisches geredet werden, solange sich die beiden gegenüber säßen. Unterhändler könnten dann ihre gemeinsamen Ziele abstecken.

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Russland begrüßt US-Bereitschaft zu Gesprächen mit Nordkorea

Russland begrüßt die von US-Außenminister Rex Tillerson erklärte Bereitschaft der USA zu direkten Gesprächen mit Nordkorea. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch in Moskau, Russland habe das immer gefordert. "Solche konstruktiven Äußerungen machen mehr Eindruck als die konfrontative Rhetorik, die wir bisher zu hören bekommen haben", sagte Peskow der Agentur Tass zufolge. Im Konflikt über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm seien Verhandlungen der einzig mögliche Weg, sagte auch Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. "Wichtig wäre jetzt aber der Beleg, dass den Worten auch Taten folgen." Der Dialog mit Nordkorea könne nur funktionieren, wenn die USA sich mit Militäraktionen zurückhielten, "die in Pjöngjang als Drohung aufgefasst werden könnten". Zugleich wies Rjabkow Vorwürfe Tillersons zurück, dass Russland beim Einsatz nordkoreanischer Arbeiter gegen UN-Sanktionen verstoße.

12. Dezember: Kofi Annan warnt vor Gefahr eines Atomkriegs

Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan hat vor neuen Konflikten und der Gefahr eines Atomkriegs gewarnt. "Wir sind in einer verzwickten Lage", sagte Annan vor dem Klimagipfel in Paris am Dienstag. Besondere Sorge bereite ihm das Risiko einer atomaren Eskalation im Nordkorea-Konflikt. Für die Entfesselung eines Atomkriegs sei nicht einmal eine bewusste Kriegsentscheidung nötig: "Eine Fehlkalkulation, ein Fehler - und wir sind alle Opfer", sagte Annan.

Thailand setzt wegen Atomkonflikts Handel mit Nordkorea aus

Thailand hat wegen des Atomkonflikts mit Nordkorea den gesamten Handel mit dem kommunistischen Land auf Eis gelegt. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha sagte am Dienstag, Thailand setze damit die UN-Resolutionen genau um, vielleicht sogar strikter um als andere Länder. Das südostasiatische Land ist nach China der zweitwichtigste Importpartner der Nordkoreaner, wie aus Zahlen der Vereinten Nationen hervorgeht. Im vergangenen Jahr importierte Nordkorea demnach Waren im Wert von 64 Millionen Dollar (etwa 54 Millionen Euro) aus Thailand.

"Es gibt keinen bilateralen Handel, keinen Austausch von Kohle, nichts", sagte Prayut am Dienstag in Bangkok. Die Ankündigung kam kurz vor dem Besuch des US-Sondergesandten für Nordkorea, Joseph Yun, in Thailand. Yun wird dort am Donnerstag zu Gesprächen erwartet.  In Thailand und auch Japan wird Yun nach Angaben des US-Außenministeriums darüber beraten, wie der Druck auf Nordkorea erhöht werden kann, damit das Land seine Raketentests aufgibt. Nordkorea hat in diesem Jahr seine Experimente intensiviert. Ende November testete das isolierte Land trotz der verschärften UN-Sanktionen erneut eine Interkontinentalrakete und erklärte kurze Zeit später, das Land könne jetzt das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen.

Südkorea hält mit USA und Japan Militärmanöver zur Raketenabwehr ab

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit Nordkorea haben die USA, Südkorea und Japan am Montag ein neues gemeinsames Militärmanöver gestartet. Bei der zweitägigen Übung mit insgesamt vier Kriegsschiffen in den Gewässern zwischen Japan und der koreanischen Halbinsel wird die Abwehr ballistischer Raketen geübt, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte.

Simuliert wird demnach, wie aus Nordkorea abgefeuerte Raketen geortet, ihre Flugbahnen verfolgt und Informationen unter den drei Verbündeten ausgetauscht werden. Nordkorea feuert regelmäßig Raketen zu Testzwecken ab; mehrere von ihnen überflogen japanisches Territorium.

9. Dezember: Nordkorea zu regelmäßigem Austausch mit UNO bereit

Die international isolierte Regierung Nordkoreas hat sich zu einem regelmäßigen Austausch mit der UNO bereit erklärt. Der Kontakt zu den Vereinten Nationen solle "durch Besuche auf verschiedenen Ebenen" dauerhaft aufrecht erhalten werden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag nach einer mehrtägigen Visite von UN-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman. Gleichzeitig nutzte Pjöngjang die Gespräche mit der UNO für neue Attacken gegen die USA.

Ein regelmäßiger Kommunikationskanal zur UNO könnte für die abgeschottete Regierung in Pjöngjang eine wichtige Verbindung zur internationalen Gemeinschaft darstellen. Mit Raketen- und Bombentests hatte sich das Land wiederholt über UN-Beschlüsse hinweggesetzt, sein Verhältnis zu den USA war mit gegenseitigen Kriegsdrohungen eskaliert.

8. Dezember: Lawrow: USA hatte Chance zu Deeskalation im Konflikt mit Nordkorea

Die USA haben eine Chance zur Deeskalation des Konflikts mit Nordkorea nach Ansicht des russischen Außenministers Sergej Lawrow vertan. Es habe sich im Herbst eine Möglichkeit für direkte Kontakte zwischen Washington und Pjöngjang angedeutet, sagte Lawrow am Freitag in Wien. 

Entgegen ursprünglicher Signale hätten die USA durch Militärmanöver in der Region den möglichen Gesprächsfaden zerrissen. Der folgende Start einer Interkontinentalrakete Nordkoreas sei auch von dieser Drohgesten ausgelöst worden, sagte Lawrow. "Die USA haben agiert, als ob sie genau das provozieren wollten." Die zentrale Frage bleibe, auf welche Sicherheitsgarantien Nordkorea im Fall einer nuklearen Abrüstung vertrauen könne, sagte Lawrow.

7. Dezember: Nordkoreanisches Außenministerium in Pjöngjang hält Krieg für unausweichlich

Das nordkoreanische Außenministerium rechnet mit einem Krieg auf der koreanischen Halbinsel. Ein Ministeriumssprecher sagte der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge, die südkoreanisch-amerikanischen Militärmanöver und die Drohungen der USA führten unausweichlich zum Krieg. Die Frage sei, wann der Krieg ausbreche. Man wolle keine solche Auseinandersetzung, werde sich aber auch nicht verstecken. Die Spannungen in der Region haben sich wegen der nordkoreanischen Raketentests zuletzt deutlich erhöht.

6. Dezember: Nordkorea: Flugbesatzungen beobachten Raketentests

Nachdem eine Besatzung der Airline Cathay Pacific mit Sitz in Hong Kong vergangene Woche einen nordkoreanischen Raketentest beobachtet haben will, mehren sich inzwischen ähnliche Augenzeugenberichte aus Südkorea und Japan. "Ein Flugzeug von Korean Air auf dem Flug von San Francisco nach Incheon hat der japanischen Flugsicherung gemeldet, dass seine Besatzung ein Aufleuchten gesehen habe", sagte ein Sprecher von Korean Air. Die Besatzung habe geglaubt, dass es sich um eine nordkoreanische Rakete gehandelt habe. Das Gleiche habe vier Minuten später eine weitere Korean-Air-Maschine gemeldet.

Ein südkoreanischer Vertreter des Transportministeriums, der anonym bleiben wollte, berichtete, die Flugroute der Korean-Air-Maschinen sei etwa 220 Kilometer vom Einschlagort der Rakete im Meer entfernt gewesen. "In einer klaren Nacht kann man das Aufleuchten von Raketen aus so weiter Entfernung sehen", sagte er.    Auch ein Sprecher von Japan Airlines sagte, dass die Piloten einer Maschine von Tokio nach London eine helle Flamme gesehen hätten, die ins Meer gefallen sei.

5. Dezember: UN-Untergeneralsekretär zu Gesprächen in Nordkorea eingetroffen

Vor dem Hintergrund der steigenden Spannungen um Nordkorea ist erstmals seit sieben Jahren ein ranghoher UN-Vertreter in das Land gereist. UN-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman traf am Dienstag in Pjöngjang ein, wo er von einem Vertreter des nordkoreanischen Außenministeriums begrüßt wurde. Feltman ist in der UNO für politische Angelegenheiten zuständig. Zuletzt war im Jahr 2010 ein UN-Vertreter seines Ranges in Nordkorea.

UN-Sprecher Stéphane Dujarric hatte am Vortag angekündigt, Feltman wolle mit Mitgliedern der nordkoreanischen Führung über "Themen von gemeinsamem Interesse und Sorge" sprechen. Ob Feltman auch Machthaber Kim Jong Un treffen wird, konnte der Sprecher nicht sagen. Der Besuch geht Dujarric zufolge auf eine Einladung zurück, die Pjöngjang dem UN-Generalsekretariat im September bei der jährlichen Vollversammlung überbrachte.

4. Dezember: Südkorea und USA beginnen bisher größte Luftwaffenübung

Südkoreanische und US-Streitkräfte haben am Montag ihre bislang größte Luftwaffenübung gesatrtet. An dem fünftägigen Manöver "Vigilant Ace" (wachsames Ass) sollen nach Militärangaben mehr als 230 Kampfflugzeuge einschließlich F-35-Tarnkappen-Jets der USA sowie etwa 12 000 Soldaten teilnehmen. Die bis Freitag stattfindende Übung soll die "Bereitschaft" der beiden verbündeten Länder stärken. Laut bisher unbestätigten südkoreanischen Medienberichten könnten daran auch US-Langstreckenbomber des Typs B-1B teilnehmen. 

Im November des vergangenen Jahres hatten mehr als 16 000 Soldaten und mehr als 200 Flugzeuge an der jedes Jahr stattfindenden Übung teilgenommen. Vor wenigen Tage hatte Nordkorea eine weitere Interkontinentalrakete gestartet, der Test war international scharf kritisiert worden. Das diplomatisch isolierte Land erklärte kurz danach, es könne jetzt das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen angreifen.

Nato: Nordkorea kann mit Raketen Europa und Nordamerika erreichen

Die Nato geht davon aus, dass Nordkorea mit seinen Interkontinentalraketen auch Europa und Nordamerika angreifen könnte. Der Raketentest in der vergangenen Woche habe gezeigt, dass alle Alliierten in Reichweite seien, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Deshalb müsse vor allem über Wirtschaftssanktionen "maximaler Druck" ausgeübt werden, um Nordkorea zu einer Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu bewegen.

Stoltenberg zeigte sich überzeugt, dass ein militärisches Eingreifen vorerst nicht notwendig sein wird. Die Nato habe es über Jahrzehnte hinweg geschafft, mit Abschreckung militärische Konflikte zu verhindern. "Wir haben die Fähigkeiten und die Entschlossenheit, jegliche Art von Angriff abzuwehren", sagte er. Diese militärische Stärke ermögliche diplomatische Anstrengungen. Eine Neuausrichtung des vor allem gegen eine mögliche Bedrohung aus dem Iran aufgebaute Raketenabwehrschild in Europa sei derzeit nicht vorgesehen.

US-Senator empfiehlt Abzug von Familien des US-Militär aus Südkorea

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham hat den Abzug von Familienangehörigen des amerikanischen Militärs aus Südkorea gefordert. "Angesichts der Provokationen Nordkoreas ist es verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken", fügte Graham im Fernsehsender CBS am Sonntag hinzu. Seiner Einschätzung nach steigt nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests die Gefahr eines militärischen Konflikts zwischen den USA und Nordkorea. 

Nordkorea hatte am Mittwoch vergangener Woche eine neuartige Rakete des Typs Hwasong-15 getestet und ist nach Angaben der Führung in Pjöngjang nun in der Lage, das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen anzugreifen. Es war der 19. Raketentest in diesem Jahr, im September hatte Nordkorea zudem zum sechsten Mal einen

3. Dezember: Nordkorea warnt vor Luftwaffenmanöver von USA und Südkorea vor Atomkrieg

Nordkorea hat angesichts des am Montag beginnenden Luftwaffenmanövers der USA und Südkoreas vor einem Atomkrieg gewarnt. Im Leitartikel der Parteizeitung "Rodong Sinmun" hieß es am Sonntag, die fünftägige Übung in der Pazifikregion sei seitens der "Kriegstreiber" USA und Südkorea eine "offene und umfassende Provokation gegen die Demokratische Volksrepublik Korea", die jederzeit zu einem Atomkrieg führen könne.

Die Übung "Vigilant Ace" ist das größte jemals abgehaltene gemeinsame Luftwaffenmanöver der USA und Südkoreas. 12.000 Mitglieder der US-Armee, eine ungenannte Anzahl südkoreanischer Soldaten sowie mehr als 230 Militärflugzeuge in acht südkoreanischen und US-Stützpunkten sollen nach Angaben der US-Luftwaffe an dem Manöver teilnehmen. Beteiligt sind auch US-Tarnkappenbomber vom Typ F-22 Raptor (Greifvogel).

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, H.R. McMaster, warnte unterdessen von der "jeden Tag wachsenden" Gefahr eines Kriegs mit Nordkorea. "Wir sind in einem Wettlauf gegen die Zeit, um das Problem zu lösen", sagte er am Samstag bei einer Konferenz. "Es gibt Wege jenseits eines bewaffneten Konflikts, aber es ist ein Rennen, weil es näher und näher rückt, und es bleibt nicht mehr viel Zeit."

Das nordkoreanische Außenministerium erklärte seinerseits, mit dem Luftwaffenmanöver sei die US-Regierung dabei, "um einen Atomkrieg zu betteln". dpa/afp

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Nordkorea | USA | Südkorea | UN | Thailand | Japan | Russland



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