Donnerstag, 18. Januar 2018

19. April 2012 12:07 Uhr

Austausch

Gymnasium plant global und handelt global

Im Juli werden erstmals Schüler aus Indien erwartet. Im Oktober fliegt dann eine Gruppe von Abiturienten nach Mysore

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Königsbrunn Auf dem Globus, der in der Oberstufen-Bücherei des Gymnasiums steht, liegen keine 30 Zentimeter zwischen Mitteleuropa und Südindien – in der Realität sind es über 5500 Kilometer. Doch das sind in einer globalisierten Welt keine unüberwindbaren Entfernungen.

Schüler des Gymnasiums Königsbrunn sollen künftig regelmäßig solche Distanzen zurücklegen. Gestern besiegelte Schulleiter Werner Liessel eine Partnerschaft mit der „De Paul International Residential School and Junior College“ in Mysore im südindischen Bundesstaat Karnataka (siehe Infokasten). Dazu war deren Schulleiter Jose Aikara nach Königsbrunn gekommen.

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Die beiden Schulleiter erörterten zusammen mit den Lehrkräften Marietta Weber und Volker Täufer und Stadtrat Norbert Schwalber – sie hatten im November 2011 bereits die De-Paul-Schule besucht – Einzelheiten der Kontakte, die im Juli mit einem Besuch aus Indien beginnen. Aikara betonte, dass für ihn der Kontakt seiner Schüler und Lehrer mit dem deutschen Alltag in Familien sehr wichtig ist. Und obwohl die De-Paul-Schüler überwiegend im Internat leben, hat er etwa 150 potenzielle Gastfamilien, wenn die Königsbrunner Abiturienten im Oktober kommen.

Der 65-jährige katholische Priester und Mitglied des Ordens der Vinzentiner, der die Schule betreibt, nutzte den Tag am Gymnasium auch, um Informationen über das hiesige Schulsystem zu sammeln. Er erfuhr, dass die Kinder hier nach vier Jahren Grundschule in drei Schularten wechseln können, mit unterschiedlichen Anforderungen.

Das bayerische Schulsystem wirft manche Fragen auf

Dabei bereitete nicht nur die Übersetzung von Realschule mit „real school“ – „real heißt im Englischen „echt“ – Verständnisprobleme. Unser gegliedertes Schulsystem wirft für Pädagogen wie Aikara, die aus einer Art Gesamtschulsystem kommen, manche Fragen auf.

„Wer entscheidet, auf welche Schule die Kinder gehen können?“, fragte er nach. Täufer und Liessel wiesen darauf hin, dass Schüler später zwischen Schularten wechseln können. Sie übergaben Aikara eine ausführliche Darstellung des bayerischen Schulsystems auf Englisch. „Ich hoffe, das ist für Sie verständlich“, merkte Liessel an, „aber auch in der deutschen Version verstehen wir nicht alles“. »Seite 1

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