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17. Januar 2011 04:52 Uhr

Neues Angebot im Sozialkaufhaus

Haunstetten Noch kurz vor dem Jahreswechsel wusste Roswitha Kugelmann nicht, wie es weitergehen soll mit dem Sozialkaufhaus Contact. Jetzt hat sich die Lage etwas entspannt. Von den 30 Ein-Euro-Jobbern, die Kugelmann beschäftigt hat, kann wahrscheinlich knapp die Hälfte in ein festes Angestelltenverhältnis übernommen werden, obwohl die Arge für Beschäftigung die Fördermaßnahmen für Ein-Euro-Jobber mit Beginn des neuen Jahres drastisch zurückgefahren hat.

Von den Kürzungen betroffen waren auch andere Einrichtungen, der Sozialverband Katholischer Männer beispielsweise. Das Sozialkaufhaus Contact musste jedoch besonders Federn lassen: Keine der 30 Fördermaßnahmen wurde verlängert. Warum die Behörde, die jetzt Jobcenter heißt, alle Ein-Euro-Jobs im Sozialkaufhaus gestrichen hat, kann sich Roswitha Kugelmann nicht erklären.

Aber die 56-Jährige will sich nicht entmutigen lassen. Sie bleibt optimistisch. "2010 war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns." Nur deshalb sei es möglich, zu den elf Vollbeschäftigten weitere zehn bis 15 Mitarbeiter zu übernehmen. Vom Jobcenter Augsburg gebe es das Angebot, einen Angestellten von den insgesamt 30 ehemaligen Ein-Euro-Jobbern sechs Monate lang mit 50 Prozent zu bezuschussen. "Danach müssen wir sein Gehalt freilich wieder zu 100 Prozent zahlen", so Kugelmann weiter.

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Zwei der ehemaligen Ein-Euro-Jobber werden für die nächsten zwei Jahre eine Ausbildung zum Verkäufer im Sozialkaufhaus absolvieren. Ob sie nach Abschluss der Lehre übernommen werden können, "müssen wir dann sehen", sagt Kugelmann.

Trotz aller Unsicherheiten will Kugelmann an den Projekten festhalten, die dank der Ein-Euro-Jobber ins Leben gerufen werden konnten: die Möbel-Aufbereitungs-Werkstatt, den Mini-Heimwerkermarkt und - bis vor Kurzem noch - zwei angeschlossene Second-hand-Läden in der Hochstift- und in der Herrenbachstraße, in denen Textilien besonders günstig abgegeben werden. Jetzt gibt es nur noch das Geschäft in Haunstetten. Denn der Laden im Herrenbach fiel bereits dem Streichkonzert der Arge für Beschäftigung zum Opfer.

Ein Schicksal, das dem künftigen Projekt von Roswitha Kugelmann erspart bleiben soll: Die Contact-Chefin möchte eine sogenannte Verschenkhalle auf dem Gelände des Sozialkaufhauses installieren. Möbel, Textilien, Haushaltsgegenstände soll es dort für diejenigen geben, die wirklich gar nichts haben.

Aber um das ehrgeizige Vorhaben verwirklichen zu können, braucht Kugelmann ehrenamtliche Helfer, die die Kunden betreuen, die Halle sauber und ordentlich halten, die Waren einräumen, die Auslieferung organisieren und mit einem der drei Sprinter auch ausliefern. "Zehn bis 15 Freiwillige sollten es schon sein", sagt Kugelmann und - mit einem Schmunzeln: "Das Wort ,Ehrenamt' mag ich nicht. Wo ist die Ehre, wo das Amt? ,Freiwillige' ist mir lieber - frei und willig müssen die Leute sein."

Beschränkungen oder Bedingungen gibt es dabei keine, betont Roswitha Kugelmann, fügt aber an: "Schön wäre, wenn die Leute aus Haunstetten kämen."

Info Den Verein Contact erreicht man unter Telefon (08 21) 8 15 66 15.

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