Freitag, 23. Februar 2018

13. Februar 2018 11:48 Uhr

Olympia 2018

"Alles klar im BH" - Koreaner feiern Eishockey-Team zu Mickie Krause

Beim 0:8 gegen Schweden trat eine vereinte koreanische Frauenmannschaft im Eishockey an - und bekam für jedes Gegentor einen Hit des Ballermann-Sängers eingespielt.

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Sänger Mickie Krause wurde von der Stadionregie in Südkorea wohl für einen Schweden gehalten.
Foto: Britta Pedersen, dpa (Archiv)

Aus sportlicher Sicht läuft es für die vereinte Eishockey-Mannschaft der koreanischen Frauen nicht besonders gut: Nach dem 0:8 im Auftaktspiel gegen die Schweiz folgte gegen das schwedische Team die nächste 0:8-Schlappe. Besonders skurril dabei: Jedes Tor der Schwedinnen wurde von der Stadionregie mit einem Auszug aus "Alles klar im BH" des deutschen Ballermann-Sängers Mickie Krause begrüßt, insgesamt war das Lied also acht Mal zu hören.

Hintergrund: Offenbar dachten die südkoreanischen Organisatoren, dass Krause ein Schwede sei und wollten die gegnerischen Spielerinnen mit einem Song aus deren Heimat für einen Treffer belohnen. Den Fehler bemerkte während des Spiels fast niemand, nur ein paar deutsche Zuschauer wunderten sich über die Soundauswahl. Höchstwahrscheinlich war der - sagen wir mal - eingängige Text des Liedes dafür zuständig: Er besteht zum großen Teil aus den Worten "düp düp" und "hey hey" und wird garniert mit ein paar schlüpfrigen Zeilen.

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Mickie Krause ist begeistert: "Korea hat Geschmack"

Der Stimmung tat das keinen Abbruch: Die nordkoreanischen Cheerleader klatschten und sangen unabhängig vom Spielstand, auch die südkoreanischen Zuschauer hatten eine Niederlage gegen den Olympia-Zweiten offenbar fest einkalkuliert. Und einer war von der Aktion sowieso hin und weg: Mickie Krause selbst. Auf seiner Facebook-Seite kommentierte er den Vorfall mit "Korea hat Geschmack! Geile Sache!!!" Zudem richtete er einen "Gruß an die Eishockeyspielerinnen von Korea" aus:

Hier noch mal zum Mitfeiern! Gruß an die Eishockeyspielerinnen von Korea! https://youtu.be/Bu1kj3xeqt4

Posted by Mickie Krause on Tuesday, 13 February 2018

Weniger rosig sieht es im vereinigten Eishockey-Team der Koreanerinnen aus: Sie scheinen von dem öffentlichen Druck, der auf ihnen lastet, schlichtweg überfordert zu sein.  Die südkoreanische Verteidigerin Park Yoon Jung sagte: "Dieses Team ist sicher bedeutender als Eishockey. Der Sport kann Menschen zusammenbringen. Ich fühle schon, dass das etwas Historisches ist. Aber ich bin hier, um Eishockey zu spielen."  Die amerikanisch-kanadische Trainerin Sarah Murrays sagte: "Es ist einfach ein riesiger Druck da. Es sind ja nicht nur einfach die Olympischen Spiele als Gastgeberland, sondern wir treten dabei sogar als gemeinsames Team an."

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Ein Artikel von
Florian Eisele

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport