Sonntag, 17. Dezember 2017

24. November 2017 21:40 Uhr

FC Bayern

Hoeneß und Rummenigge bekräftigen Einheit auf Jahreshauptversammlung

Man hat sich wieder lieb beim FC Bayern: 650 Millionen Umsatz knapp 40 Millionen Euro Gewinn helfen dabei. Doch viel wichtiger ist die Einheit zweier Urgesteine der Münchner.

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Uli Hoeneß sieht den FC Bayern München wieder auf Kurs.
Foto: Matthias Balk, dpa

Es müssen ja nicht immer neue Rekorde sein. Nicht mal beim FC Bayern. Selbstverständlich gefiel sich der deutsche Rekordmeister während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend darin, neue Bestmarken zu präsentieren. Nie war der Umsatz höher als im vergangenen Geschäftsjahr (640,5 Millionen Euro). Der Gewinn von 39,2 Millionen Euro: natürlich neuer Rekord. An einen anderen Wert kamen die Münchner im Audi Dome aber nicht heran.

Mussten sie zur Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr noch ein zusätzliches Zelt aufstellen, reichte diesmal die Heimstätte der Bayern-Basketballer leicht aus. Statt der 7152 Mitglieder, die 2016 der Einladung folgten, kamen diesmal nur 1459 Vereinsanhänger. Der Grund dafür: Uli Hoeneß.

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Vor just einem Jahr kehrte der Patron des FC Bayern als Präsident nach seiner Haftstrafe zurück. Die Mitglieder wollten sehen, wie sich Hoeneß präsentiert. Es war eine der emotionalsten Jahreshauptversammlung in der Geschichte der Münchner. Übertroffen wahrscheinlich nur von jener 2014, als der Boss kurz vor Antritt seiner Haftstrafe ankündigte: "Das war's noch nicht."

Nun wirkt Hoeneß seit einem Jahr wieder an der Spitze des Klubs. Das führte in den vergangenen Monaten zu manch Reiberei mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die sollen seit der "Nacht von Paris" gekittet sein. Nach dem 0:3 in der französischen Hauptstadt, sind "Karl-Heinz und ich wieder zusammengekommen". Seitdem passe "kein Papier mehr zwischen uns". Das liegt möglicherweise auch an der mittlerweile neun Spiele andauernden Siegesserie unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes, die am Samstag in Gladbach (18.30 Uhr/Sky) fortgeführt werden soll.

Hoeneß und Rummenigge bekräftigen Einheit auf Jahreshauptversammlung

Die sportliche Situation stellte Hoeneß aber nicht in den Mittelpunkt seiner 15-minütigen Rede. Durchgängiges Motiv war diesmal Dankbarkeit. Den Mitgliedern gegenüber, die es ermöglicht haben, dass er wieder als Präsident wirken kann. Sportdirektor Hasan Salihamdizic gegenüber, der "mit seiner guten Laune und seinem Fleiß großen Anteil am Stimmungsumschwung der vergangenen Wochen" habe. Und selbstverständlich galt Jupp Heynckes der größte Dank. Der 72-Jährige habe gezeigt, was man alles mit Disziplin erreichen könne.

Gänzlich verstummt ist die Abteilung Attacke aber auch nicht. Allerdings habe sich im Vergleich zu den Vorjahren die Aufgabenverteilung geändert: "Es gibt eine Kanone, die heißt Karl-Heinz Rummenigge und Hasan und ich stehen hinter ihm und reichen ihm die Kugeln." In der Folge schlug Hoeneß dann allerdings überraschende Töne an. "Manchmal wären weniger Erfolg und dafür mehr Frieden in Syrien auch nicht schlecht", sagte der 65-Jährige. Auch Rummenigge kam in seiner Rede entgegen seines Naturells anfangs über die Emotion. Dem gewechselten Holger Badstuber habe natürlich eine Vertragsverlängerung angeboten, dieser habe aber beim VfB Stuttgart die Aussicht auf mehr Spielzeit bevorzugt.

Man wünsche dem von vielen Verletzungen geplagten Innenverteidiger aber alles Gute und selbstverständlich stehe "ihm die Türe immer offen". Danach der Folklore wegen eine Spitze gegen den TSV 1860 München ("Vierzahlenverein", "von unserer zweiten Mannschaft besiegt").

Nebenbei verkündete Rummenigge noch, dass der seit Anfang der Saison an Juventus Turin ausgeliehene Douglas Costa nach dieser Spielzeit fix zum italienischen Spitzenverein wechselt. Für 46 Millionen Euro. Somit ist der Brasilianer der teuerste Verkauf aller Zeiten für die Münchner. Zuletzt dann noch ein Dank an Uli Hoeneß, von dem er "viel lernen durfte". Um die "tiefe Freundschaft" der beiden, müsse "sich niemand Sorgen machen". Man hat sich lieb. So strebte dann die Jahreshauptversammlung schnell ihrem Ende entgegen. Auch das gibt es beim FC Bayern.

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Ein Artikel von
Tilmann Mehl

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport