Freitag, 23. Februar 2018

14. Februar 2018 06:25 Uhr

FC Augsburg

Manuel Baum will Schwächen beim Ballbesitz beseitigen

Der FC Augsburg offenbart Schwächen im eigenen Ballbesitz. In der Bundesliga haben auch andere Klubs Probleme mit dem Spielaufbau. Die Ursachen sind unterschiedlich.

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Bei der 0:2-Niederlage in Leipzig war es offensichtlich: Die Fußball-Profis des FC Augsburg hatten Probleme im eigenen Ballbesitz. Diese Schwäche tritt wiederholt auf, Trainer Manuel Baum arbeitet an Lösungen. „Es gilt, das immer wieder aufzufrischen“, sagt er vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr). An der grundsätzlichen Spielidee möchte der 38-Jährige aber festhalten. Das sogenannte „Arbeiten gegen den Ball“ steht weiterhin im Mittelpunkt.

Welche Spielidee verfolgt der FCA unter Trainer Baum?

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Baums Vorgänger Dirk Schuster musste unter anderem deshalb gehen, weil er destruktiv, mit wenig attraktiver Spielweise zum Erfolg kommen wollte. Die Mannschaft verriegelte den eigenen Strafraum. Baum legt ebenso großen Wert auf die Defensive, allerdings lässt er bei gegnerischem Ballbesitz aktiver verteidigen. Seine Spieler sollen den Gegner unter Druck setzen, den Ball erobern, schnell auf Offensive umschalten und per Konter zum Torerfolg kommen.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Um Gegner und Ball zu „jagen“, müssen sich alle zehn Feldspieler am Pressing beteiligen. Umso geringer die Abstände zwischen Spielern und Mannschaftsteilen sind – Fußball-Experten bezeichnen dies als „kompakt“ stehen –, umso höher sind die Erfolgsaussichten auf einen Ballgewinn. Die Pressing-Linien können sich entsprechend verschieben. Möglich ist, den Gegner an dessen eigenem Strafraum unter Druck zu setzen, aber auch, ihn mit Ball in die eigene Spielhälfte vorrücken zu lassen. Beides hat Vor- und Nachteile. Wer tiefer verteidigt, hat mehr Raum für einen Gegenangriff; wer höher verteidigt, hat nach der Balleroberung einen kürzeren Weg zum gegnerischen Tor.

Wie beurteilt Baum die Problematik und lässt sie sich an Zahlen festmachen?

Trainer Baum erklärt, man müsse bei der grundsätzlichen Ausrichtung Schwerpunkte setzen. „Wir haben uns für Pressing und Umschalten entschieden“, führt er aus. Er wehrt sich dagegen, diese Taktik in ein schlechtes Licht zu rücken. Als wäre das etwas Verwerfliches, fügt er hinzu. Die Probleme des FCA bei eigenem Ballbesitz lassen sich statistisch belegen: Bei den beiden 0:2-Rückrundenniederlagen gegen Mönchengladbach und Leipzig verbuchte der FCA für seine Verhältnisse viel Ballbesitz, 55 beziehungsweise 50 Prozent. Beim jüngsten Erfolg gegen Frankfurt hatte der FCA hingegen nur 37 Prozent Ballbesitz.

Welche Rolle spielen eine Führung oder ein Rückstand?

Weil der Schwerpunkt der FCA-Taktik auf dem Verteidigen liegt, begünstigt eine Führung den weiteren Spielverlauf. Der Gegner muss in den Spielaufbau investieren, Augsburg kann noch gezielter auf Konter lauern. Allerdings: Rückstand bedeutet nicht Niederlage. Der FCA hat in dieser Saison wiederholt bewiesen, einen Rückstand aufholen zu können.

Unabhängig von der Statistik. Wie zeigt sich das Ballbesitzproblem auf dem Rasen?

Ohne Gegnerdruck bauen die Augsburger das Spiel in der eigenen Hälfte geordnet auf. Sie binden die Außenverteidiger ein, verlagern mit diagonalen Flugbällen, ziehen die gegnerischen Reihen auseinander. Ratlos wirken sie hingegen meist, wenn die Räume enger werden und offensive Kreativität gefragt ist. Folge: viel Ballbesitz, kaum Torchancen.

Ist das ein Augsburger Problem?

Nein, auch andere Bundesligateams plagen sich, wenn sie gestalten sollen. In der Liga bewegen sich etliche Teams mehr oder minder auf Augenhöhe. Sie setzen auf Sicherheit, defensive Ordnung und schnelle Gegenangriffe. Ausdruck dessen sind das Gros umkämpfter Partien, mit wenigen Ausnahmen kann in der laufenden Runde jeder jeden schlagen. Nur Top-Klubs wie der FC Bayern, Dortmund oder Leverkusen verfügen über individuelle Klasse, um Situationen im Eins-gegen-eins zu lösen und für Überzahl zu sorgen.

Wie lässt sich das Problem lösen?

Wem das nötige Kleingeld für einen Robben, Thiago oder Reus fehlt, der behilft sich mit einstudierten Spielzügen, Positionsspiel, Torgefahr nach ruhenden Bällen und taktischer Disziplin. Probates Mittel sind zudem der Gewinn „zweiter Bälle“ nach einem unkontrollierten Abwehrversuch.

Ein anderes Thema beim FC Augsburg: Daniel Opare ist wegen Undiszipliniertheiten aus der Mannschaft geflogen - und teilt dieses Schicksal mit einer Reihe prominenter Spieler. Wir haben zehn Fälle gesammelt.

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Präsident des FC Augsburg ist Klaus Hofmann, kaufmännischer Vorstand ist Jakob Geyer. Der Aufsichtsratvorsitzende des FCA ist Peter Bircks. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Robert Schraml (Marketing), Michael Ströll (Finanzen) und Stefan Reuter (Sport). Der FCA trägt seine Heimspiele in der 30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga