Samstag, 21. Oktober 2017

18. Juni 2017 08:42 Uhr

Kommentar

Nach Bezahlkarten-Aus: Stadtwerke und FCA stehen in der Pflicht

Die Besitzer einer FCA-Bezahlkarte fühlen sich betrogen. Zu Recht. Der FCA schweigt und trägt dennoch zusammen mit den Stadtwerken die Verantwortung für die Misere.

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Als der FC Augsburg vor acht Jahren in seine Arena umzog, war die Euphorie groß. Die Lechwerke (LEW) und Stadtwerke Augsburg (SWA) erkannten, welch großartiges Vermarktungspotenzial die neue Spielstätte bot. Die Energieversorger bauten ihr Engagement aus, besetzten Verkostung und Bezahlsystem. Weil sie beim bargeldlosen Bezahlen keine Experten waren, beauftragten die Stadtwerke den Bundesliga-Marktführer Payment Solutions – scheinbar, ohne vorher genau zu prüfen, mit wem sie da einen langfristigen Vertrag abschließen.

Allein der Blick in die Bilanzen hätte hellhörig machen müssen. Obwohl die Einnahmen der Fans kalkulierbar scheinen, verbucht das Hamburger Unternehmen seit Jahren ein Minus in Höhe von mehreren Millionen Euro. Der Verdacht liegt nahe, dass sich Teilhaber bereichert haben. Den Fan mit seinem Guthaben auf der Karte interessiert das wenig. Auch nicht, wer die Schuld trägt. Er will sein Geld zurück – egal von wem. (Ob und wie das funktioniert, lesen Sie hier.)

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Karteninhaber fühlen sich betrogen

Der FCA schweigt bisher. Lässt offen, ob er die Fans notfalls entschädigt. Als Hausherr trägt der Bundesligist aber Verantwortung – ebenso wie die Stadtwerke. Der FCA und die Stadtwerke müssen für die Fans eine Lösung präsentieren. Auf die Entscheidung des Insolvenzverwalters zu verweisen, mag rechtlich nachvollziehbar sein. Ungeachtet dessen fühlt sich der Karteninhaber betrogen. Einerseits ist er gezwungen, im Stadion mit der Plastikkarte zu bezahlen; andererseits droht ihm jetzt der Verlust ihres Guthabens.

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Schlagworte

Stadtwerke Augsburg

Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

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