Sonntag, 20. April 2014

28. Januar 2013 10:33 Uhr

FC Bayern

Sieg gegen den VfB: Glanzlos aber erfolgreich

Der FC Bayern gewinnt Südderby gegen den VfB Stuttgart mit 2:0 durch Tore von Müller und Mandzukic, muss dabei aber nicht an die Leistungsgrenze gehen.

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Stuttgart Ganz so furchtbar wie beim 1:6 im Hinspiel in München war es gestern Abend für den VfB Stuttgart nicht. Aber es hat auch so genügt. Der Tabellenelfte war bei der 0:2 (0:0)-Niederlage gegen den FC Bayern unter dem Strich chancenlos. Die Münchner dagegen nähern sich, unbeeindruckt von dem, was in der Tabelle unter ihnen geschieht, ihrer 23. Meisterschaft.

Nach dem Unentschieden von Leverkusen in Freiburg beträgt ihr Vorsprung inzwischen elf Punkte. Entsprechend entspannt traten die Münchner gestern Abend die Heimfahrt an. „Wir waren sehr souverän“, lobte Trainer Jupp Heynckes den Auftritt. Der 66-Jährige war mit jener Formation angetreten, die zuletzt Greuther Fürth mit 2:0 bezwungen hatte. Also ohne Mario Gomez. Der Stürmer verbindet und trennt Stuttgarter und Bayern wie kein anderer Spieler. Nach fünf Jahren beim VfB hat er es in 100 Bundesliga-Einsätzen für die Münchner auf die Bayern-Rekordmarke von 66 Treffer gebracht. Es hat Gomez auch nicht geholfen, dass er in den letzten sechs Begegnungen mit seinem ehemaligen Klub neunmal getroffen hat – der 27-Jährige saß gestern wieder nur auf der Bank.

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Bengalo im Block des FC Bayern

Die Bayern können sich solchen Luxus leisten. Der VfB dagegen muss knausern und seinen Kader mit Leihgaben aufpeppen. Felipe Lopes aus Wolfsburg kam für die Defensive, Federico Macheda (Manchester United) für den Angriff. Für Lopes reichte es gestern immerhin zu einem Platz auf der Bank. Macheda saß auf der Tribüne. Von dort erlebte der Neuzugang Augenblicke nach dem Anpfiff den ersten Aufreger: Im 5600 Mann starken Gästeblock qualmte es. Die Bayern-Fans hatten, trotz der Ankündigung des Deutschen Fußball-Bundes, hart gegen Feuerwerker und Vereine vorzugehen, ein Bengalo gezündet. Dafür werden Stuttgarter und Bayern nun wohl zur Kasse gebeten.

Auf dem Rasen kam das 92. Süd-Derby nur mühsam in die Gänge. Erwartungsgemäß dominierte die reifere Spielanlage des Tabellenführers. Die Gastgeber beschränkten sich auf Vorstöße, die bestenfalls Ausflugscharakter hatten. So dehnte sich das Treffen, begleitet vom Langmut der 60 000 im Stadion. Ein Verlauf, der Jupp Heynckes an die Seitenlinie trieb, was die Sache für seine Bayern nicht besser machte.

Gefühl trügt Heynckes nicht

Nicht die Gäste, sondern die Stuttgarter waren der Führung plötzlich nah, als Harniks Kopfball gegen den Innenpfosten prallte. Danach rumpelte die Partie ungerührt in die Pause. Wahrscheinlich wäre alles so weitergegangen, hätte nicht Cristian Molinaro den Ball zu seinem Torhüter zurückgespielt. Mario Mandzukic lief in den Rückpass, umkurvte Sven Ulreich und erzielte das 1:0 (50.). „Das Tor hat uns sehr gut getan“, räumte Philipp Lahm hinterher ein. Heynckes hatte nun „das gute Gefühl, dass wir gewinnen“. Selbiges dürfte sich noch verstärkt haben, als Kroos, unterwegs zum zweiten Bayern-Tor, im Laufduell mit Niedermeier zu Fall kam. Die Bayern plädierten auf Strafstoß – Schiedsrichter Florian Meyer sah es anders. Stuttgart verpasste es, daraus einen Nutzen zu ziehen. Das Spiel des Tabellenelften blieb fehlerhaft. Als Müller eine Mandzukic-Vorlage mit dem 2:0 abschloss (71.), war die Partie entschieden. Erst recht nach der Gelb-Roten Karte für Harnik (80.). „Ich bin vor allem darüber enttäuscht, wie diese Niederlage zustande gekommen ist“, sagte Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia. Die Bayern dagegen hatten sich am Ende sogar noch zwei Minuten Gomez geleistet.

VfB Stuttgart Ulreich – Rüdiger, Tasci, Niedermeier, Molinaro – Kvist, Gentner – Harnik, Okazaki (64. Holzhauser), Traoré (64. Torun) – Ibisevic

Bayern München Neuer – Lahm, van Buyten, Dante, Alaba – Javi Martínez, Schweinsteiger – Müller, Kroos, Ribéry (88. Shaqiri) – Mandzukic (89. Gomez)

Tore 0:1 Mandzukic (50.), 0:2 Müller (72.)

Schiedsrichter Meyer (Burgdorf) Zuschauer 60 000 (ausverkauft)

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