Donnerstag, 17. April 2014

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Ein Unterallgäuer verhalf der Mär von den Sieben Schwaben zu ihrer Popularität: Ludwig Aurbacher verhalf der Mär von den Sieben Schwaben zu ihrem Status als volkstümliche Nationaldichtung.

Waren sie furchterregende Spießgesellen? Oder eher Ritter von trauriger Gestalt, die tölpelhaft und ungeschickt ihr Glück im Heldentum suchten? Ludwig Aurbacher hat den Sieben Schwaben ein bisschen von beidem mit auf den Weg gegeben.

Unterhaltung mit Geschichte

Aurbacher, 1784 in Türkheim im Unterallgäu geboren, gestaltete die Mär von den Sieben zur volkstümlichen Nationaldichtung und verhalf ihr dadurch erst zu ihrer bis heute anhaltenden Popularität.

Der Ursprung der Geschichte ist viel älter. Bereits 1545 berichtete Hans Sachs von den Schwaben, die loszogen, um Abenteuer zu bestehen. Damals waren es noch Neun, Aurbacher reduzierte ihre Zahl 250 Jahre später auf Sieben.

Die sieben Antihelden

Vielleicht, weil es für den Leser übersichtlicher wird? Blitzschwab, Spiegelschwab, Nestleschwab, Knöpfleschwab, Gelbfüßler, Seehas und Allgäuer - sieben Antihelden, die sich durch ihre schwäbische Heimat tollpatschen: Durch die Stauden, vorbei an Memmingen, entlang der Iller und über Ravensburg und Markdorf an den Bodensee. Ganz im Sinne der klassischen Sagen, wollen die Sieben ein Ungeheuer erlegen. Doch das entpuppt sich letztlich als Hase. Eine Blamage? Nicht für die Spießgesellen. Die nehmen es, wie es kommt und folgen so einer Grundregel zum Glücklich sein.

Ludwig Aurbacher charakterisiert die Sieben freilich auch als einfältig und naiv, streitsüchtig, verschlagen und feige: Alles andere als echte Vorbilder. Aurbacher karikiert und persifliert, übertreibt maßlos und überzeichnet die schlechten Charaktereigenschaften. Dadurch gelingt ihm etwas Erstaunliches: Aus den sieben Querulanten werden nette Kerle. Man fiebert mit ihnen, wünscht ihnen alles Gute und hofft, dass ihnen gelingt, was sie sich vorgenommen haben.

Von der Story zur Marke

Seit der Ersterscheinung ihrer Abenteuer sind die Sieben Schwaben zur Marke geworden. Nicht nur in Türkheim hat man ihren Wert längst erkannt. Aber die Unterallgäuer Marktgemeinde ist als Geburtsort des Autoren prädestiniert, das Erbe zu bewahren. Ludwig Aurbachers Geburtshaus ist heute ein Museum, das Sieben Schwaben Logo ein fester Bestandteil im Auftritt der Gemeinde und heimischer Firmen. ewö

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