Samstag, 25. November 2017

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Friesland ist die Region östlich von Ostfriesland. Ganz logisch klingt das nicht, stimmt aber. Die Autos haben hier das Kennzeichen „FRI“. Die Kreisstadt heißt Jever und ist nicht ganz so bekannt wie das Bier, das dort gebraut wird, aber genauso friesisch herb.

Man kann in Friesland einfach im Strandkorb sitzen und Fischbrötchen essen. Muss man aber nicht, es gibt auch einiges anzugucken, zum Beispiel Künstler und Kitesurfer. Fangen wir mit den Künstlern an. Ein guter Start ist Dangast. Das Nordseebad liegt direkt am Jadebusen, nördlich von Varel. Es hat einen kleinen Hafen, wo man aufs Wasser gucken kann, einen Strand, der gar nicht übel ist, und das „Alte Kurhaus“, eine Institution nicht nur in Sachen Rhabarberkuchen.

Expressionistische Maler wie Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff hatten Dangast schon vor dem Ersten Weltkrieg für sich entdeckt. Seitdem zog es immer wieder Künstler hierher, einige Schüler von Joseph Beuys zum Beispiel. Am Strand vor dem Kurhaus sind manche ihrer Kunstwerke zu sehen. Ein überdimensionaler Granit-Phallus gehört dazu. Der Künstler und selbst ernannte Wikingerkaiser Butjatha hat sich einen „Kaiserstuhl“ an die Wattenmeerküste gestellt, sein Künstlerkollege Anatol eine Figur namens Jade im Watt platziert.

Museum und Meer

Wer sich intensiver mit den Künstlern beschäftigen will, kann dem Dangaster Kunstpfad folgen oder dem Skulpturenpfad rund um den Jadebusen. An der Sielstraße steht das ehemalige Wohnhaus von Franz Radziwill, das heute ein Museum ist.

Doch jetzt zum Meer. In Friesland gibt es gleich mehrere klassische Badeorte. Hooksiel gehört dazu und ganz im Norden Schillig. „Great Barrier Reef 14693 Kilometer“ steht hier auf einem Wegweiser, gleich daneben „Wattenmeer 0,2 Kilometer“. Und das stimmt auch: Der breite Strand liegt direkt vor einem und dahinter das Watt. Schillig bietet schon typisches Nordseeurlaubsfeeling. Am Wasser sind Dutzende von Spaziergängern unterwegs, die jüngsten Gäste bauen Sandburgen mit Papa und Mama, andere lassen Drachen steigen, spielen Minigolf oder versuchen sich am Beachvolleyballnetz.

Wattwandern kann man nicht überall

Aber Minigolfspielen kann man fast überall anderswo auch. Wattwandern nicht. Hille Behrens-Focke steht mit Grabegabel und Kescher ausgerüstet an der Strandkasse am Sommerdeich und hat die Schuhe schon ausgezogen. Die Wattführerin empfiehlt, am besten barfuß mitzukommen.

Bei ihrer Tour geht es in zwei Stunden übers Watt bis ans Wasser und zurück. Zu sehen gibt es dabei einiges: jede Menge Herzmuscheln in verschiedenen Farben zum Beispiel. Und die Kinder lässt die Wattführerin so lange mit den Füßen auf dem Boden stampfen, bis sie bis weit über die Knöchel im Watt versinken. Solange man feststeckt, hat man Zeit, den Kitesurfern zuzugucken, die übers Watt bis zum Wasser laufen und sich dann dem Wind überlassen.   Andreas Heimann

Informationen

Übernachten: Hotels und Pensionen gibt es zum Beispiel in Varel, Dangast und Jever etliche. An der friesischen Küste gibt es aber auch einige Campingplätze – etwa in Schillig und Hooksiel – und außerdem viele Ferienwohnungen.

Näheres bei Friesland-Touristik Bahnhofstraße 10 26382 Wilhelmshaven Telefon: (04421) 91 30 00

E-Mail: touristik@friesland.de

www.friesland-touristik.de

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