Mittwoch, 23. August 2017

04. August 2017 00:31 Uhr

Hygiene

Gute Geschäfte mit Bettwanzen

Schädlingsbekämpfer erleben einen Boom. Denn die kleinen Tiere breiten sich aus

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Ob Bettwanzen in der Komfortklasse im Flieger oder faustgroße Kakerlaken-Nester in der Wohnung: Die Schädlingsbekämpfer-Branche kann sich derzeit über Auftragsmangel nicht beklagen. „Wir platzen aus allen Nähten und suchen händeringend Personal“, berichtet Andreas Beckmann, Geschäftsführer des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands. Bettwanzen, Kakerlaken, Ratten, Mäuse & Co. sorgen bereits seit Jahren bei der stets diskret arbeitenden Branche für zweistellige Wachstumsraten. Auch im laufenden Jahr sei der Trend ungebrochen.

Allein im vergangenen Jahr konnte die Branche in Deutschland einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro erwirtschaften. Probleme mit Bettwanzen seien in den vergangenen zehn Jahren gewachsen, berichtet Beckmann. Auch wenn sich der Trend etwas verlangsamt habe. „Sie sind psychisch am Ende, trauen sich nicht mehr zu schlafen und die Kinder werden mit Stichen im Gesicht in der Schule gehänselt“, beschreibt der Berliner Schädlingsbekämpfer Mario Heising die Lage nach einem Bettwanzenbefall. Aufgrund voller Auftragsbücher seien Wartezeiten von bis zu vier Wochen bis zum Einsatz des Schädlingsbekämpfers derzeit jedoch keine Seltenheit. Heising schätzt auf Grundlage einer Umfrage unter Kollegen, dass es im vergangenen Jahr allein in Berlin rund 5000 Einsätze gegen Bettwanzen gab, rund zwei Drittel davon in Betrieben wie Hotels und Hostels. Offensiv geht der Deutsche Alpenverein DAV mit dem Problem um, der auf seiner Homepage über Bettwanzenprobleme in Hochgebirgshütten berichtet.

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Die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport unterhält mittlerweile eine eigene Spürhunde-Abteilung, um Flugzeuge auf Bettwanzen abzusuchen. Uta Knapp, dpa

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