Dienstag, 19. September 2017

19. Mai 2015 07:16 Uhr

Blutsaugende Spinnentiere

Hochsaison für Zecken: Wie kann ich mich schützen?

Parasitologen befassen sich schon seit längerem mit Zecken. Während die Forschung in den Vereinigten Staaten weit fortgeschritten ist, hinkt Deutschland etwas nach.

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Schnell zum Klebeband greifen! Krabbelt die Zecke noch am Körper, wird sie so am schnellsten eingefangen.
Foto: Daniel Reinhardt (dpa)

Wenn Parasitologen wie Miriam Pfäffle "auf die Jagd" gehen, bewaffnen sie sich mit Baumwolltüchern. Mit diesen sammelt Pfäffle an 25 Standarten in Baden-Württemberg die kleinen Blutsauger auf, die jedes Jahr für Unruhe bei vielen Menschen sorgen: Zecken.  Im Labor wird die Beute dann ausgiebig untersucht. Die Krankheitserreger der winzigen Spinnentiere sollen dann mit den Klimadaten abgeglichen werden. Auch Zecken-Wirtstiere wie Mäuse werden untersucht.

Zecken: Untersuchungen sollen bei neuen Schutzstrategien helfen

Das aktuelle, feucht-warme Klima ist für Zecken ideal. Wessen Blut sie trinken, ist ihnen egal - das kann ebenso ein Wildschwein wie ein Mensch sein. Doch die Gefahr lauert nicht im Akt des Blutsaugens an sich, sondern die Krankheiten, die die Spinnentiere übertragen können, sind ein massives Risiko. Die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind die am häufigsten übertragenen Krankheiten. Zecken gelten in Europa als die wichtigsten Krankheitsüberträger.

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Pfäffle und ihre Kollegen vom Karlruher Institut für Technologie (KIT) wollen Zecken genauer erforschen. Wo gibt es viele die Spinnentiere, welche Krankheitserreger tragen sie in sich, und was haben Umweltfaktoren damit zu tun? Neue Analysen sollen bei der Entwicklung von Schutzstrategien, Zeckenwarnungen und Impfempfehlungen helfen. Dann kann vielleicht bald per App festgestellt werden, ob und wann ein Waldstück "zeckensicher" ist.

Wer sich vor Zecken schützen will, sollte in Wiesen und Wäldern lange, helle Kleidung tragen, auf denen die Tiere gut erkennbar sind. Wer dann eine Zecke entdeckt, sollte diese schnellstens entfernen. Das reduziert das Risiko, an Borreliose zu erkranken. Gegen FSME gibt es einen Impfstoff. epd/sh

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