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Tod durch Lungenkrebs: Jahrbuch Gesundheit: Mehr Frauen als vor zwei Jahren sterben an Lungenkrebs

Tod durch Lungenkrebs

Jahrbuch Gesundheit: Mehr Frauen als vor zwei Jahren sterben an Lungenkrebs

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    Vor allem zwei bedrohen laut Statistik die Gesundheit der Bevölkerung: Rauchen und Übergewicht. Und Frauen sterben immer häufiger an Lungenkrebs.
    Vor allem zwei bedrohen laut Statistik die Gesundheit der Bevölkerung: Rauchen und Übergewicht. Und Frauen sterben immer häufiger an Lungenkrebs. Foto: Christoph Schmidt (dpa), Symbol

    Lungenkrebs ist nur schwer heilbar. Das Statistische Bundesamt hat am Donnerstag sein Jahrbuch Gesundheit vorgelegt, indem steht, dass immer mehr Frauen in Deutschland an Lungen- oder Bronchialkrebs sterben. 2014 war Lungekrebs bei rund 15.500 Frauen die Todesursache. Die Zahl sei damit in den vergangenen zehn Jahren um 41 Prozent gestiegen, sagte der Präsident des Bundesamts, Dieter Sarreither.

    Mit 29.500 Todesfällen durch Lungenkrebs im Jahr 2014 liegt die Zahl bei den Männern aber weiter annähernd doppelt so hoch. Bei ihnen ist dies damit die zweithäufigste Todesursache. Hauptursache für die Krankheiten sei das Rauchen.

    Jahrbuch Gesundheit: Immer mehr Frauen sterben an Lungenkrebs

    Aus dem Jahrbuch geht auch hervor, dass der Anteil der Übergewichtigen gestiegen ist. Knapp 16 Prozent der Erwachsenen hatten 2013 einen Body-Mass-Index von über 30 und galten damit als stark übergewichtig.

    "Beide Geschlechter haben in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes deutlich zugelegt", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Dieter Sarreither, bei der Präsentation des Jahrbuchs in Berlin. Männer waren häufiger betroffen. 17 Prozent von ihnen galten als stark übergewichtig (1999: 12 Prozent). Bei Frauen waren es 14 Prozent (1999: 11 Prozent).

    Die Behandlungsquote bei Typ-2-Diabetes, für die Übergewicht ein Risikofaktor ist, stieg den Statistikern zufolge in den vergangenen zehn Jahren von 190 auf 206 Fälle je 100.000 Einwohner - hier ausschließlich und besonders stark bei Männern, während die Quote der behandelten Frauen von 190 auf 173 sogar zurückging.

    Die häufigsten Krebsarten in Deutschland

    Prostatakrebs: Er ist mit rund 65.000 Neuerkrankungen jährlich der häufigste bösartige Tumor bei Männern. Über 12.000 Männer sterben pro Jahr daran. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 83 und 94 Prozent. Risikofaktoren: Männliche Geschlechtshormone sind mit dafür verantwortlich; genetische Vorbelastung.

    Darmkrebs nennt man alle Krebserkrankungen, die den Dickdarm, den Mastdarm oder den After betreffen. Mit 16 Prozent ist er die zweithäufigste Krebsart und mit zwölf bis 14 Prozent die zweithäufigste Krebstodesursache. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 53 und 63 Prozent. Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, ballaststoffarme und fettige Kost, Alkohol, Tabak, erbliche Vorbelastung. Vorsorge ist ab dem 50. Lebensjahr kostenlos.

    Lungenkrebs ist in Deutschland sowohl für Männer als auch für Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. 32.500 Männer und 14.600 Frauen erkranken jährlich daran. Die Prognose für diesen Krebs ist nicht gut: 26 Prozent der erkrankten Männer und zwölf Prozent der Frauen sterben daran. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 13 und 17 Prozent bei Männern, zwischen 13 und 19 Prozent bei Frauen. Risikofaktoren sind Rauchen, Asbest- oder Radonbelastung. Obst und Gemüse wirken sich schützend aus.

    Brustkrebs (bei Frauen) Über 60.000 Frauen erkranken daran. Im Schnitt sind sie dann 64 Jahre alt. Seit 1990 geht die Zahl der Erkrankten zurück. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 83 und 87 Prozent. Risikofaktoren sind Kinderlosigkeit, ein höheres Alter bei der ersten Geburt, der späte Eintritt in die Wechseljahre, Einnahme der Pille, Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel.

    Haupttodesursache bei beiden Geschlechtern sind Durchblutungsstörungen des Herzens. An zweiter Stelle folgen bei Männern Lungen- und Bronchialkrebs mit rund 29.500 Fällen im Jahr 2014. Bei Frauen liegt diese Todesart auf Platz sieben hinter weiteren Herzerkrankungen und Brustkrebs (Platz vier).

    Übergewicht und Rauchen bleiben Probleme

    Das Statistische Jahrbuch enthält auch Daten zu Ernährung und Genussmittelkonsum der Deutschen. Demnach gaben die privaten Haushalte 2013 durchschnittlich 300 Euro pro Monat für Nahrungsmittel, Getränke, Alkohol und Tabak aus. Der größte Posten war dabei Fleisch (50 Euro), gefolgt von Brot und Getreideerzeugnissen (41 Euro) sowie Molkereiprodukten und Eiern (37 Euro). Acht Prozent der Bevölkerung ist es den Angaben zufolge finanziell nicht möglich, jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Besonders hoch sind diese Werte bei Alleinlebenden und Alleinerziehenden (jeweils 16 Prozent).

    Konstant blieben den Angaben zufolge die durchschnittlichen Ausgaben für Alkohol (26 Euro) und Tabak (17 Euro). Die Statistiker folgern daraus aber, dass inzwischen weniger von diesen Suchtmitteln konsumiert wird, weil vor allem Tabak deutlich teurer geworden ist. 21 Prozent der Deutschen bezeichnen sich der Statistik zufolge als regelmäßige Raucher (1999: 25 Prozent). Leicht rückläufig ist dem Bericht zufolge auch die Zahl der sogenannten Komasäufer unter Jugendlichen. Auch Lungenkrebspatienten profitieren noch von Rauchstopp

    Die Deutschen machen durchschnittlich fast 30 Minuten Sport pro Tag

    Die Zeit, die sich im Durchschnitt jeder Bundesbürger für Sport nimmt, ist in den vergangenen elf Jahren den Angaben zufolge ebenfalls konstant geblieben. 27 Minuten verbringt demnach jeder täglich mit Sport und körperlicher Bewegung. 124 Minuten pro Tag - rund viereinhalbmal so viel Zeit - verbringen die Deutschen im Durchschnitt mit Fernsehen oder Filmschauen. Der Fernsehkonsum sei damit in den vergangenen elf Jahren um nochmals elf Minuten gewachsen.

    Die Deutschen selbst, werden sie gefragt, fühlen sich aber mehrheitlich gesund. Fast zwei Drittel (65 Prozent) bewerten ihren Zustand als gut oder sehr gut. Acht Prozent sagen, es geht ihnen schlecht oder sehr schlecht.epd

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