Dienstag, 16. Januar 2018

22. September 2014 08:06 Uhr

Pruritus

Immer mehr Menschen leiden an chronischem Juckreiz

Grundloses Kratzen kann zur echten Qual werden. Für immer mehr Menschen ist chronischer Juckreiz eine Belastung. Am vergangenen Freitag gab es eine Juckreiz-Tagung in Münster.

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Seit dem Start einer speziellen Juckreiz-Sprechstunde in der Universitätsklinik Münster hat der Zulauf ständig zugenommen.
Foto: Kirsten Neumann/Archiv (dpa)

Im Rahmen einer Juckreiz-Tagung haben sich am vergangenen Freitag Experten an der Uniklinik Münster getroffen. Dabei geht es keinesfalls um Juckreiz nach Insektenstichen oder Ähnlichem. Es ist die chronische Erkrankung vieler Erwachsenen, die die Experten beunruhigt.

13 bis 26 Prozent der deutschen Erwachsenen sind von chronischem Juckreiz (Pruritus) betroffen. Die Universität München hat in einer Studie belegt, dass die Prozentzahl jedes Jahr um rund sieben Punkte ansteigt. Je nach Alter lässt sich eine Schwankung der Zahl der Erkrankten feststellen.

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Chronischer Juckreiz macht sich selbstständig

Doch woher kommt die lästige Erkrankung? Körperliche Ursachen wie Eisenmangel können am Anfang stehen. Doch auch wenn die auslösende Erkrankung geheilt wurde, ist kein Ende in Sicht. Sonja Ständer, die Leiterin des des Kompetenzzentrums Chronischer Pruritus in Münster, betont, dass sich der Juckreiz nach einer erfolgreichen Behandlung der Auslöseerkrankung verselbstständigt.

Etwa 15 Prozent der Pruritus-Patienten haben es besonders schwer, so Ständer: "Diese Patienten haben ein noch stärkeres Juckempfinden, einen erheblichen Leidensdruck und kratzen sich noch intensiver." Allein in Münster werden aktuell rund 600 Betroffene behandelt. Es gibt in Deutschland sechs Pruritus-Ambulanzen an Universitäten. dpa/sh

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