Montag, 25. September 2017

04. Februar 2017 09:42 Uhr

Allergie

Nicht einfach verzichten: Was bei Kreuzallergien zu beachten ist

Wer gegen Hasel oder Birke allergisch ist, verträgt manchmal auch Obst- und Gemüsesorten nicht. Dahinter steckt eine Kreuzallergie. Nie wieder Äpfel zu essen, ist keine gut Idee.

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Allergiker, die eine Pollenallergie haben, vertragen oft auch Nüsse und Äpfel nicht - eine sogenannte Kreuzallergie.
Foto: Andrea Warnecke (dpa)

An den Haselnusssträuchern sind die ersten Kätzchen schon offen, bald geht der Pollenflug los. Wer gegen die Frühblüher wie Hasel oder Birke allergisch ist, verspürt häufig auch ein Kribbeln im Mund, wenn er bestimmte Lebensmittel isst. «Die Frühblüher enthalten ähnliche Allergieauslöser wie viele Lebensmittel», erklärt Sonja Lämmel, Pressesprecherin des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB). Der Betroffene ist also nicht wirklich gegen Apfel oder Kirsche allergisch, sein Immunsystem verwechselt die Allergieauslöser im Lebensmittel mit jenen in den Pollen.

Kreuzallergien mit Äpfeln, Kirschen und Pflaumen

«Bei den Frühblühern gibt es solche Kreuzallergien vor allem mit rohem Stein- und Kernobst wie Äpfeln, Kirschen, Pflaumen und Kiwi», sagt Lämmel. Einige reagieren auch auf Aprikose, Birne oder Mango sowie auf Haselnüsse und rohe Mandeln. Ob es zu einer Kreuzallergie kommt, hängt Lämmel zufolge von zwei Dingen ab: davon, wie ähnlich das Allergen demjenigen in den Pollen ist und von verschiedenen Triggerfaktoren. «Dazu gehört etwa, wie stark der Pollenflug momentan ist», führt Lämmel aus. Es kann also sein, dass jemand im Frühjahr keinen rohen Apfel verträgt, im Herbst aber schon. 

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Lämmel rät deshalb davon ab, alle Lebensmittel, die irgendwann mal ein Kribbeln verursacht haben, zu meiden. Stattdessen wendet man sich besser an eine allergologische Ernährungsberatung. Die Fachkraft dort schaut sich gemeinsam mit dem Patienten genau an, wie er bestimmtes Obst oder Gemüse verarbeiten kann, damit er es besser verträgt. «Das hängt allerdings vom Einzelfall ab», sagt Lämmel. Einen Teil der Kosten für eine solche Beratung übernimmt dem DAAB zufolge in der Regel die Krankenkasse. Grundsätzlich sollten Betroffene nur auf so viel verzichten wie nötig, aber so viel genießen wie möglich, sagt Lämmel. Eine vielseitige Ernährung ist wichtig, um gesund zu bleiben. dpa

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