Samstag, 1. Oktober 2016

18. Februar 2015 08:22 Uhr

Überbelastung der Notaufnahmen

Notaufnahmen werden zum "Lückenbüßer" für Bereitschaftsdienste

Die Notaufnahmen in Deutschland sind überbelastet und unterfinanziert. Das kritisiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und drängt zur Verbesserung der Situation.

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Viele Notaufnahmen in Deutschland sind überbelastet und unterfinanziert.
Foto: Armin Weigel/Archiv (dpa)

Am Dienstag ist ein Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus vorgestellt worden. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, prangert nun die starke Überlastung und Unterfinanzierung der Notaufnahmen vieler Kliniken an. Die Notaufnahmen würden immer stärker zum "Lückenbüßer" für die Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), so Baum.

Einem durchschnittlichen Erlös von 32 Euro pro ambulantem Notfall stehen in der Notaufnahme Fallkosten von über 120 Euro gegenüber. Dieser Fehlbetrag führt laut Baum aufgrund von über zehn Millionen ambulanten Notfällen zu einer Milliarde Euro nicht gedeckter Kosten. "Die Krankenhäuser sehen sich in der Leistungspflicht für jeden, der Hilfe in den Notaufnahmen sucht und geraten dadurch in eine Kostenfalle", so Baum.

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Versorgung ist nicht überall gewährleistet

Obwohl die KVen zuständig seien, müssten sich häufig Notaufnahmen um Patienten kümmern, die von niedergelassenen Ärzten behandelt werden könnten. Das kritisiert Baum nach Veröffentlichung des neuen "Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus - Fallkostenkalkulation und Strukturanalyse", das DKG und die Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) in Auftrag gegeben hatten. GKV-Sprecher Florian Lanz erklärte, dass Überkapazitäten abgebaut werden müssten: "Wichtige Landkrankenhäuser für die Akutversorgung zu sichern und Überkapazitäten in den Ballungsgebieten abzubauen, sind zwei Seiten einer Medaille." AFP/sh

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