Sonntag, 22. Oktober 2017

12. Oktober 2017 20:22 Uhr

Hormonelle Verhütung

Studie: Pille und Spirale lösen Depressionen aus

Jede zehnte Frau leidet aufgrund von hormoneller Verhütung an Depressionen. Zu diesem Ergebnis soll eine neue, repräsentative Studie gekommen sein.

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Die Antibabypille ist das beliebteste Verhütungsmittel. Doch hormonelle Verhütung führt bei vielen Frauen zu der Nebenwirkung Depressionen, berichtet die SBK.
Foto:  Ralf Hirschberger (dpa Symbolbild)

Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK hat in einer repräsentativen Studie unter 1054 Frauen ab 18 Jahren festgestellt, dass hormonelle Verhütungsmittel bei jeder zehnten Frau als Nebenwirkung Depressionen auslösen soll. Davon berichtet die Krankenkasse in einer Pressemitteilung. Durchgeführt wurde die Online-Umfrage vom Unternehmen YouGov Deutschland GmbH. Nun warnt die SBK davor, welche Folgen hormonelle Verhütungsmethoden haben können - und ruft alle Frauen dazu auf, sich beraten zu lassen.

Pille und Spirale: Hormonelle Nebenwirkungen

Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder die Hormonspirale bieten Frauen bei richtiger Anwendung und Einnahme zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft und somit mehr sexuelle Freiheit. Allerdings warnt die SBK, dass Nebenwirkungen wie Depressionen nicht selten mit den Vorteilen hormoneller Verhütungsmittel einhergehen. Dass die Pille bei Frauen Depressionen auslösen kann, ist bereits im Frühjahr von einer wissenschaftlichen Studie bestätigt worden (wir berichteten).

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Depressionen durch Antibabypille: Umfrage bestätigt Nebenwirkungen

Die Umfrage der SBK hat nun ergeben, dass 39 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, 38 Prozent der 25- bis 34-Jährigen und 18 Prozent der 35- bis 45-Jährigen die Antibabypille einnehmen. Bei den 45- bis 54-Jährigen sind es nur noch neun Prozent. 43 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie die Pille schon genutzt hätten, sie aber nicht mehr als Verhütungsmittel nutzen wollten. Auf die Hormonspirale, bei der Depressionen ebenfalls zu den Nebenwirkungen gehören, verlassen sich lediglich drei Prozent der von der SBK befragten Frauen.

Insgesamt gab in der SBK-Umfrage jede zehnte Frau an, dass sie in Folge einer hormonellen Verhütungsmethode unter Depressionen gelitten habe oder immer noch darunter leide. Bei den 18- bis 24-Jährigen gaben 30 Prozent der Befragten an, dass sie diese Nebenwirkung bei sich festgestellt hätten. Insgesamt bemerkte diese Alterklasse häufiger Nebenwirkungen, nämlich 65 Prozent. Weitere Nebenwirkungen neben Depressionen sind Gewichtszunahme (28 Prozent), Kopfschmerzen oder Migräne (17 Prozent) oder sexuelle Unlust (neun Prozent).

Alternative Methoden zur hormonellen Verhütung

Die Umfrage der SBK zeigt aber nicht nur, dass viele Frauen wegen hormoneller Verhütungsmethoden an Depressionen leiden. Viele Frauen verzichten auf Antibabypille und Co. oder sind aufgeschlossen gegenüber Alternativen. 15 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie die Pille nicht in Betracht zögen und auch noch nie eingenommen hätten. Insgesamt würden 63 Prozent der Befragten nicht-hormonelle Alternativen zur Verhütung erwägen.

Die SBK ruft dazu auf, sich ausführlich beraten zu lassen. Gemeinsam mit Gynäkologen lasse sich das am besten geeignete Verhütungsmittel finden, ob hormonell oder nicht. jc

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