Samstag, 18. November 2017

24. März 2017 08:23 Uhr

Die vergessene Seuche

Zahl der Tuberkulose-Fälle in Deutschland steigt an

Im letzten Jahr erkrankten fast 6000 Deutsche an Tuberkulose - die Zahl steigt. Die Infektionskrankheit zählt neben Malaria und HIV zu den großen lebensbedrohlichen Krankheiten.

i

Knapp 6000 Deutsche erkrankten 2016 an Tuberkulose.
Foto: Symbolbild: Gregor Fischer, dpa

Das Vorkommen der Infektionskrankheit Tuberkulose ist weltweit sehr ungleich verteilt: 2015 traten 60 Prozent der Fälle in nur sechs Staaten auf:  Indien, Indonesien, China, Nigeria,  Pakistan und Südafrika. 2015 erkrankten nach den Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 10,4 Millionen Menschen an TBC. Nur rund 20 Prozent von ihnen hatten eine Chance auf eine Heilbehandlung mit Antibiotika. Etwa 1,4 Millionen Menschen starben deshalb 2015 durch TBC. 

Tuberkulose: Knapp 6000 Erkrankungen in Deutschland

In Deutschland erkrankten 2016 nach Daten des Robert Koch-Instituts 5915 Menschen an Tuberkulose. Die Fallzahl ist nahezu identisch mit den registrierten Fällen 2015 (5852), allerdings deutlich höher als die Zahlen in den Jahren zuvor (2014: 4526 Fälle, 2013: 4340 Fälle, 2012: 4212 Fälle). Damit hat sich der über lange Jahre rückläufige Tuberkulosetrend umgekehrt. 2015 starben 105 Menschen in Deutschland nach einer TBC-Infektion, darunter ein Kleinkind.

ANZEIGE

Tuberkulose-Fälle in der Region

Auch in der Region ist diese Entwicklung zu erkennen. Das Gesundheitsamt verzeichnete 2016 im Landkreis Donau-Ries so viele Erkrankte, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das berichtet Dr. Rainer Mainka, der Leiter der Behörde. 21 Fälle registrierte diese im vorigen Jahr. Einer endete tödlich.

Die Ursache, warum die bakterielle Krankheit in Nordschwaben wieder präsent ist, kennt der Amtsarzt. Bei einem Großteil der Erkrankten handelt es sich um Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die sich in ihrer Heimat oder auf dem Weg nach Europa angesteckt haben und dann hier gelandet sind.

Welttuberkulosetag ist am 24. März

Am 24. März ist Welttuberkulosetag. Vor 135 Jahren, am 24. März 1882, gab Robert Koch in Berlin die Entdeckung des Erregers der Tuberkulose bekannt. Später wurden Antibiotika-Therapien entwickelt. Der wachsende Wohlstand in den Industrieländern führte dazu, dass die «Armutskrankheit» TBC immer mehr in Vergessenheit geriet. dpa, AZ

Lesen Sie auch zum Thema:

Ein Toter: Tuberkulose ist im Donau-Ries auf dem Vormarsch

Tuberkulose: Impfung, Therapie, Erreger - kurz erklärt 

i