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Aichach-Friedberg

19.01.2018

Immer mehr Gäste übernachten im Landkreis

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2 Bilder
Das Sisi-Schloss im Aichacher Stadtteil Unterwittelsbach lockt jedes Jahr viele Besucher in die Region.
Bild: Gideon ötinger

Hotelbranche im Wittelsbacher Land freut sich über Rekorde. Die Zukunft sieht gut aus, auch weil ein Großereignis ansteht.

Der Tourismus im Landkreis Aichach-Friedberg ist weiter im Aufwind: Die Regio Augsburg Tourismus GmbH gibt neue Bestwerte bekannt (siehe Infokasten). Zwar sei der Zuwachs von Ankünften und Übernachtungen 2017 nicht mehr so groß wie in den vergangenen sechs Jahren, erklärt Tourismusdirektor Götz Beck. Dennoch halte die positive Entwicklung an. Verglichen mit den absoluten Übernachtungszahlen in anderen bayerischen Gebieten ist Aichach-Friedberg noch weit von der Beliebtheit einiger Kurorte und Heilbäder entfernt. Was die prozentuale Steigerung betrifft, bewegt sich die Region jedoch mit über 175 Prozent seit 1998 im Spitzenfeld.

Die Gäste sind etwa zu gleichen Teilen Touristen, Geschäftsreisende und Messe- oder Kongressbesucher. Ein Urlaubsziel ist der Landkreis, weil er an der international bekannten Romantischen Straße liegt. Auf ihr passieren nicht nur Auto- und Zugreisende, sondern auch Radfahrer und Wanderer Aichach-Friedberg. Die Nähe zu Augsburg erweist sich ebenfalls als vorteilhaft: Da es in der Fuggerstadt nur 4300 Betten gibt – das kleinere Aichach-Friedberg kann immerhin 1600 vorweisen – nächtigen vor allem bei Veranstaltungen wie Messen viele Besucher hier. Wohl auch wegen des hohen Anteils an Geschäftsreisenden und Messebesuchern kommt die Mehrheit der Gäste aus Deutschland. Nur knapp ein Viertel reisen aus dem Ausland an, stellt Beck klar. Davon sind die meisten Österreicher, Schweizer und Italiener.

Die meisten Gäste im Gasthaus Wagner in Aichach-Untergriesbach übernachten aus beruflichen Gründen im Haus, wie Kaspar Wagner berichtet. Vor allem Messebesucher, Außendienstmitarbeiter oder Monteure mieten sich hier ein. „Es wird gerade viel gebaut in der Gegend“, erklärt Kaspar Wagner. Die Anzahl der Übernachtungen sei in Untergriesbach gestiegen. Kaspar Wagner schätzt, dass die Kapazitäten in Aichach-Friedberg jedoch allenfalls bis zu fünf Mal im Jahr ausgelastet seien, wenn etwa das Münchener Oktoberfest anstehe oder Messen wie die Interlift in Augsburg. Über das Jahr hinweg finden im Gasthaus Wagner Seminare und Tagungen statt, deren Teilnehmer ebenfalls im Haus übernachten. Die meisten Besucher würden etwa zwei Nächte bleiben, einige Stammgäste verbringen laut Wagner mehrere Nächte hier. „Aber es sind eigentlich nur wenige Urlauber bei uns“, erzählt er. Oft werden auch Gäste von Familienfeiern wie Geburtstagen oder Hochzeiten einquartiert, die von weit her angereist sind. Der Trend bestätigt sich. Viele Gäste bleiben nur kurz, die Übernachtungsdauer liegt stabil bei etwas weniger als zwei Nächten im Kreis.

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So ändert sich das Buchungsverhalten

Auch in anderer Hinsicht hat es die Kundschaft eilig: „Die Buchungen werden kurzfristiger“, berichtet Stefan Seidel, Chef des Hotels Park Ambiente in Friedberg. „Das macht die Planung etwas schwieriger und wir müssen flexibler sein als früher.“ Von steigenden Besucherzahlen im Kreis würden die Betriebe nur bedingt profitieren, erklärt Seidel. Denn auch die Konkurrenz wächst und somit verteilen sich die Übernachtenden entsprechend.

Einbußen im Geschäft seien aber nicht zu verzeichnen, obwohl seit 2014 mehrere Betriebe eröffnet haben. Einer dieser Neuen ist das Schloss Blumenthal im gleichnamigen Aichacher Stadtteil. Dessen stellvertretender Geschäftsführer Martin Horack weist darauf hin, dass es heute nicht einfach nur mehr Betten im Landkreis gebe als noch vor ein paar Jahren. Das Angebot sei vielseitiger geworden. Die Betriebe böten Übernachtungsmöglichkeiten für unterschiedliche Zwecke und Geschmäcker. Das mache die Gegend insgesamt attraktiver und erschließe neue Zielgruppen. Das noch junge Eurohotel in Derching (Stadt Friedberg) ist durch seine Lage direkt an der A8 für Fernreisende und Geschäftsleute ein attraktiv. Auch Messebesucher mieten sich hier wegen der guten Verkehrsanbindung gerne ein, verrät Rezeptionistin Victoria Oblinger. Die Betriebe erwarten nicht mehr so stark steigende Besucherzahlen in den nächsten Jahren. Dass der Aufwärtstrend 2017 etwas abgeflacht ist, bereitet aber niemandem Sorgen. Die Regio Tourismus teilt diese Prognose. Götz Beck erwartet, dass auch in diesem Jahr der Gästerekord gebrochen wird. Infolge der Imagekampagne der vergangenen Jahre werde das Wittelsbacher Land als Marke zunehmend beliebter. Diese Entwicklung werde die Landesausstellung im Jahr 2020 noch verstärken. Das werde also nicht nur ein besonders gutes Jahr werden, die Landesausstellung werde die ganze Region auch langfristig attraktiver machen, vermutet Beck. (mit kabe)

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