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Baustelle

06.10.2019

Jetzt geht's: Freie Fahrt durch Aichachs Obere Vorstadt

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Seit Samstag ist die Werlbergerstraße in der Oberen Vorstadt in Aichach wieder für den Verkehr frei gegeben. Autos können jetzt von der Martin- oder Sudetenstraße aus ungehindert zur Münchener Straße fahren. Ein Teil der Augsburger Straße bleibt noch gesperrt.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Die Obere Vorstadt in Aichach ist so weit fertig, dass Autofahrer wieder von der Martin- bis zur Münchener Straße durchfahren können. Was jetzt noch kommt.

Im entscheidenden Moment spielte sogar das Wetter mit. Am Samstag gaben die Stadt Aichach und das Staatliche Bauamt die Münchener Straße und die Werlbergerstraße offiziell für den Verkehr frei. Das Baustellenfest, bei dem Projektleiter Michael Thalhofer vom städtischen Bauamt, über den Fortschritt auf der Großbaustelle informierte, war bei strömendem Regen gestartet. Rund 40 Anwohner und Interessierte waren trotzdem ins Schützenheim der königlich privilegierten Feuerschützen gekommen. Es war schon das zweite Baustellenfest in der Oberen Vorstadt.

Verantwortliche geben den Weg frei in der Oberen Vorstadt

Mit vereinten Kräften hievten Vertreter der Stadt und des Staatlichen Bauamtes am Beginn der Werlbergerstraße bei der Sudetenstraße die Straßensperre auf die Seite. Ein einfacher Akt, verglichen mit dem langen und teilweise mühevollen Weg dahin. Bürgermeister Klaus Habermann ließ noch einmal kurz die Planungsschritte zum Großprojekt „Neugestaltung Obere Vorstadt“ Revue passieren und wies auf die Bürgerwerkstätten hin, die die Stadt veranstaltet hatte. Habermann sagte: „Das haben wir in dieser Form noch nie so intensiv gemacht. Es hat sich aber ausgezahlt, meine ich.“ Es sei eine „extrem komplexe und überaus anspruchsvolle“ Baustelle, so der Bürgermeister. Zu einem Großteil auch deshalb, weil sowohl für die Anlieger als auch die Geschäfte in dem Bereich der Zugang während der ganzen Zeit gewährleistet sein sollte. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, sagte Habermann. Rund 4,8 Millionen Euro kostet der Straßenbau. Etwa 850000 Euro übernimmt das Staatliche Bauamt, außerdem gibt es einen Zuschuss von der Städtebauförderung. Weitere vier Millionen Euro für Kanal und Wasser würden dazu kommen, rechnete Habermann vor.

Jetzt fehlt nur noch der letzte Abschnitt in der Augsburger Straße

Der Bürgermeister dankte nicht nur allen Betroffenen für ihr Verständnis und ihre Geduld, sondern lobte auch alle beteiligten Firmen, die „unwahrscheinlich Gas gegeben“ hätten. Entsprechend stolz war Habermann auch auf die im Verhältnis kurze Bauzeit von sieben Monaten. Nachdem es im Februar mit der Baustelle so richtig losgegangen war, soll die Neugestaltung der Oberen Vorstadt Ende November komplett abgeschlossen sein und auch die Augsburger Straße für den Verkehr wieder freigegeben werden. Habermann betonte: „Ohne Förderung wäre es in dieser Qualität nicht zu stemmen gewesen.“

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In der Oberen Vorstadt ist jetzt alles "um einiges besser"

Seit über drei Jahren ist Christoph Eichstaedt Leiter Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Augsburg. Er hat mit der Stadt Aichach bereits beim Ausbau der B300, der Beseitigung des Bahnübergangs oder der neuen Ortsdurchfahrt von Klingen zusammengearbeitet. Er lobte: „Vieles davon wäre nicht möglich gewesen, wenn wir die Stadt Aichach nicht als zuverlässigen Partner hätten und an einem Strang ziehen würden.“ Rund 850 Meter lang ist die Strecke, auf der die Obere Vorstadt umgestaltet wird. Es sei nicht immer leicht gewesen, die verschiedenen Belange unter einen Hut zu bringen, sagte Eichstaedt. Nach der Neugestaltung sei alles „fast wie davor, dennoch um einiges besser“.

Warum Aichachs Projektleiter einen "Riesenrespekt" hatte

Für Michael Thalhofer, der seit 2001 bei der Stadt Aichach arbeitet, ist es das bislang größte Projekt, das er als Leiter des Bauamtes betreut. Er gab zu: „Ich hatte einen Riesenrespekt davor.“ In der Münchener Straße, Werlbergerstraße und der Martinstraße sei der gesamte Abschnitt komplett grunderneuert worden, sagte der Projektleiter und ergänzte: „Inklusive allem, was darunter liegt.“ Das in sieben Monaten zu schaffen, „war eine Hand-in-Hand-Aktion mit allen Beteiligten“. Als größtes Problem kristallisierte sich heraus, dass der Kabelbau eine Berufssparte ist, die um Nachwuchs ringt. Thalhofer sagte: „Es gibt heute wenige, die sich noch in den Graben stellen wollen.“

Bald werden in der Oberen Vorstadt noch 32 Bäume gepflanzt

Im November werden in der Oberen Vorstadt noch 32 Bäume gepflanzt, sechs Bänke, 20 Fahrradbügel und ein Buswartehäuschen aufgestellt. Bis auf einige Ausbesserungsarbeiten am Pflaster ist dann alles erledigt. Auch nach der Verkehrsfreigabe werde in Seitenbereichen immer mal gearbeitet, kündigte Thalhofer an. Er rief die Bürger auf, beim Einkaufen an die Geschäfte in der Augsburger Straße zu denken. Denn: „Das sind die, die am längsten von der Baustelle betroffen sind.“ Das Reststück bis zum Kreisverkehr am Milchwerk folgt in den nächsten Wochen.

Lesen Sie dazu den Kommentar Ohne Autos war’s auch schön in der Oberen Vorstadt

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