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Notarzt-Mangel: Aufschrei hilft Ärzten und den Patienten

Notarzt-Mangel: Aufschrei hilft Ärzten und den Patienten
Kommentar Von Christian Lichtenstern
06.03.2020

Plus Der öffentliche Druck nach den Ausfällen von Notarztschichten in Aichach und Friedberg hat die aktuelle Lösung beschleunigt. Das reicht aber noch nicht.

Positive Nachrichten sind immer gut, in der aktuell angespannten Atmosphäre noch besser und wenn sie sogar aus dem leider vielschichtigen Sorgen-Bereich „Gesundheit und Medizin im Wittelsbacher Land kommen“, sind sie eigentlich ein Glücksfall. Eigentlich, weil die Behebung des akuten Notarzt-Problems zeitgleich zur ersten Corona-Woche des Landkreises in der öffentlichen Wahrnehmung auch leicht untergehen kann. Darf sie aber nicht, auch wenn es zunächst noch eine Übergangslösung und keine endgültige ist.

Die Schließung der Lücken in den Dienstplänen war zwingend geboten und hat oberste Priorität. Da ist es auch fast geschenkt, dass selbstverständlich der Kommunalwahlkampf hier ein entscheidender Katalysator für die Problemlösung auf Landesebene war. Natürlich hat auch der öffentliche Aufschrei nach der Berichterstattung unserer Redaktion über die Ausfälle von elf Notarzt-Schichten in Aichach und von fünf in Friedberg zwischen Heiligabend und Heilig-Drei-König den Druck massiv erhöht, hier ganz schnell Abhilfe zu schaffen.

Die Notarzt-Krise ist auch eine Chance

Es kann ja auch einfach nicht sein, dass die Bevölkerung auf dem Land nicht die gleiche notfallmedizinische Versorgung hat wie in einer Stadt. Naturgemäß sind die Wege und damit die Anfahrtszeiten auf dem Land generell schon länger. Wenn dann Schichten sogar unbesetzt bleiben und manchmal auch am Nachbarstandort kein Notarzt verfügbar ist, dann ist das eklatant.

Im Notfall kommt es auf schnelle Hilfe an. Es darf einfach nicht sein, dass Gesundheit und Leben von Menschen davon abhängen, ob sich vielleicht doch noch ein Arzt aus Verantwortungsgefühl freiwillig zum Dienst meldet und eine Lücke schließt, obwohl er damit draufzahlt. Vielleicht ist diese Krise aber auch die Chance für eine grundsätzliche generelle Verbesserung der Notfallversorgung. Der Druck darf deshalb nicht nachlassen. Für gute Nachrichten ist an dieser Stelle immer sehr viel Platz.

Lesen sie dazu auch den Artikel: Notärzte: Wie sich die Lücken in der Versorgung schließen

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