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Kommunalwahl 2020

12.01.2020

Postbote Carlos Waldmann will in Affing Bürgermeister werden

Bürgermeisterkandidat Carlos Waldmann (vorne Mitte) führt die Gemeinderatsliste von SPD und Freien Bürgern Affing an. Seine Mannschaft vorne von links: Marine Sarcone, Silke Waldmann, Rebekka Oriold, Jasmin Auner; (hinten von links): Alvera Ermark-Götz, Daniel Schiffelholz, Holger Bleis, Klaus Weber, Vincenzo Sarcone, Lukas Burkhardt, Paul Seiderer, Gabriele Seiderer, Rene Becker, Sonja Steinherr und Christian Auner.
Bild: Carmen Jung

Plus Nach 2015 bewirbt sich Carlos Waldmann ein zweites Mal für das Bürgermeisteramt in Affing. SPD und Freie Bürger nominieren ihn einstimmig. Was er plant.

Für SPD-Kreisvorsitzende Sandra Lederer war der Abend eine reine Freude. „Supercool“ sei es, dass in Affing ihre Partei mit ins Boot geholt werde. Ausgerechnet die SPD in der heutigen Zeit, wie sie mit einem Augenzwinkern und Selbstironie bemerkte. Lederer leitete am Freitag straff die Nominierungsversammlung von SPD und Freien Bürgern in Affing. Die Gruppierung stellte nicht nur eine 20-köpfige Gemeinderatsliste auf, sondern mit Carlos Waldmann auch einen Bürgermeisterkandidaten, der bereits 2015 antrat.

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Auf der Affinger Liste steht nur ein SPD-Mitglied

In Affing gibt es keinen SPD-Ortsverein. Doch ist der Parteiname derzeit doppelt im Gemeinderat vertreten. Denn auch 2014 gab es eine Liste von SPD und Freie Bürger. Waldmann und Hubert Brucklachner sitzen für sie im Gemeinderat. Brucklachner hatte 2014 als Bürgermeister kandidiert. Bei der Nominierung diesmal fehlte er. Laut Waldmann will Brucklachner nicht mehr kandidieren. Keiner der beiden ist SPD-Mitglied. Ohnehin gibt es mit Alvera Ermarck-Goetz nur eine „Genossin“ auf der Gemeinderatsliste.

Postbote Carlos Waldmann will "vollen Einsatz" bringen

Um Parteiwerbung ging es Lederer an diesem Abend ohnehin nicht. Sie sprach zwar von einem tollen Zeichen „auch für uns“, doch auf kommunaler Ebene gehe es nicht um Parteien, sondern mehr um die Sache. So sieht das auch Waldmann. „Wir müssen gemeinsam was erreichen. Wir können nur gemeinsam was erreichen“, betonte er in seiner Vorstellungsrede. Denn: „Wir zusammen sind Affing – egal welche Ortsteile.“ Eine solche Haltung müsse auch im Gemeinderat herrschen. Waldmann ist sich bewusst, in Affing sei es nicht einfach, Bürgermeister zu sein. Das schreckt ihn aber nicht ab. „Ich bin jetzt so weit. Ich will das machen mit vollem Einsatz“, kündigte er an. Grundsätzlich will der 50-Jährige Affing wirtschaftlich und sozial nach vorne bringen und die nicht rosigen Finanzen im Blick haben. Waldmann schwebt ein Konzept für die Zukunft vor. Man müsse nicht nur für ein, sondern für fünf Jahre vorausdenken. Er ist überzeugt: „Es gibt keinen Konflikt, den man nicht lösen kann.“ Vorbehalte, weil er Postbote ist, lässt er nicht gelten: „Es hat nur mit Fleiß, mit Ehrgeiz und mit Willen zu tun.“

Postbote Carlos Waldmann will in Affing Bürgermeister werden

Cyrill Fäller sprach die Konflikte unter den Ortsteilen an. Sie seien entstanden, weil bei der Gebietsreform Dörfer zusammen gezwungen worden seien, „die nicht zusammen wollten“. Waldmann, selbst gebürtiger Augsburger, kann damit wenig anfangen. Er sieht den Bürgermeister als integratives Element, forderte einen Ruck für Affing und betonte: „Unsere Kinder wachsen anders auf. Wir wollen ihnen den Zwist nicht beibringen.“

Listenkandidaten können mit Affinger Ortsteildenken nichts anfangen

Vom Ortsteildenken sind auch die Listenkandidaten weit entfernt. Sie kommen aus verschiedenen Ortsteilen und keiner ist gebürtiger Affinger. So sagte etwa Vincenzo Sarcone, der seit zwölf Jahren in Affing lebt, er habe den Ortsteilkonflikt selbst nie kennengelernt. Bei den jungen Leuten gebe es ihn nicht.

Mit seiner Rede überzeugte Waldmann die 20 Stimmberechtigten im Partykeller des Pilspubs. Bei der geheimen Wahl erhielt er alle 20 Stimmen und danach einen warmen Applaus. Er selbst versprach: „Vielen Dank, ich werde mich reinhängen für euch.“

Mit der gleichen Einigkeit hatte die Versammlung zuvor die 20-köpfige Liste beschlossen (siehe unten). Am Vorschlag und an der Reihung hatten die Besucher nichts auszusetzen. Der Großteil ist selbst Bestandteil der Liste. In Abwesendheit gewählt wurden Philipp Achatz, Gianni Di Meco und André Busch.

Kommunalwahl 2020: Der jüngste Kandidat ist erst 18 Jahre alt

Die Mannschaft erhielt den Respekt der Kreisvorsitzenden und des SPD-Landratskandidaten Andreas Santa. Der 26-Jährige griff in seiner kurzen Vorstellung das auf, was schon oft gehört hat: „Was tut sich der arme Bua da an?“ Für ihn stehe nicht der Posten im Vordergrund, sondern es gehe ihm um Inhalte. Er wolle etwas für den Landkreis gestalten können und dafür sei das Amt des Landrates am geeignetsten, betonte Santa. Auch auf der Liste SPD und Freie Bürger gibt es junge Kandidaten. Der Jüngste ist gerade mal 18 Jahre alt. Paul Seiderer freute sich, wie er sagte, dass er bei der ersten Wahl, bei der er wählen darf, schon Kandidat ist. Mit ihm sind es drei Kandidaten unter 18 Jahren. Außerdem sind auf der Liste sieben Frauen vertreten. Das berufliche Spektrum reicht vom Verkäufer bis zum Maßschneider, vom Verwaltungsbeamten bis zur freiberuflichen Hebamme. Carlos Waldmann sprach von einer guten Mischung.

Am Ende kündigte Waldmann Wahlveranstaltungen in allen Affinger Ortsteilen an.

Das sind die Listenkandidaten von SPD und Freien Bürgern

1. Carlos Waldmann, 50 Jahre, Postbote, Affing

2. Christian Auner, 48, Verwaltungsbeamter, affing

3. Rebekka Oriold, 38, Sozialpädagogin Jobcenter, Mühlhausen

4. Vincenzo Sarcone, 35, Einkaufsleiter bei einem Modeunternehmen, Affing

5. Klaus Weber, 50, Diplom-Betriebswirt, Affing

6. Daniel Schiffelholz, 32, Filialleiter eines Discounters, Affing

7. Gabriele Seiderer, 53, Steuerfachangestellte, Aulzhausen

8. Alvera Ermark-Götz , 73, Rentnerin, Affing

9. André Busch, 46, Landschaftsgärtner, Affing

10. Holger Bleis, 39, Sozialversicherungsfachwirt, Affing

11. Marine Sarcone, 34, freiberufliche Hebamme, Affing

12. Frank Eberle, 48, Geschäftsführer, Affing

13. Philipp Achatz, Maßschneider, Mühlhausen

14. Silke Waldmann, 46, selbstständig mit einem Prä- und Postnatalzentrum, Affing

15. Gianni Di Meco, 44, Sales-Director, Fußballtrainer beim FC Affing, Haunswies

16. René Becker, 48, Verkäufer, Bergen

17. Lukas Burkhardt, 21, Auszubildender als Kaufmann für e-commerce, Affing

18. Jasmin Auner, 26, Studentin, selbstständige Reit- und Pferdetrainerin, Haunswies

19. Paul Seiderer, 18, Abiturient, Aulzhausen

20. Sonja Steinherr, 44, Postbotin, Affing. (jca)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Was reißt der Postbote?

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