Die Bürgermeisterwahl in Affing ist noch nicht entschieden. Keiner der drei Kandidaten konnte die Wahl im ersten Anlauf für sich entscheiden. Jeder blieb unter 50 Prozent. Allerdings: Amtsinhaber Markus Winklhofer hätte es beinahe geschafft. Ihm fehlten rechnerisch nur 1,4 Prozent. Nun kommt es am 29. März zur Stichwahl: Erster Bürgermeister Markus Winklhofer contra Zweiten Bürgermeister Gerhard Faltermeier. Carlos Waldmann ist raus aus dem Rennen um den Chefsessel in Affing.
Affings Bürgermeister freut sich über seine 48,7 Prozent
Nachdem die Wahlpräsentation in der Affinger Schulaula wegen des Coronavirus abgesagt worden war, verfolgten alle drei Bürgermeisterkandidaten das Wahlergebnis zu Hause via Internet. Mehr oder weniger entspannt. Bürgermeister Winklhofer erklärte im Anschluss, er sei erst die letzte halbe Stunde nervös geworden, als das erste der drei Briefwahlergebnisse vorlag. Es kam vom Bezirk drei, in dem Mühlhausen-Bergen und Aulzhausen zusammengefasst waren. Dort holte Gerhard Faltermeier 63,6 und er nur 23,8 Prozent. Doch am Ende erhielt Winklhofer 48,7 Prozent der Wählerstimmen und war damit sehr zufrieden. „Das kann sich sehen lassen“, sagte der Bürgermeister und ergänzte, das sei guter Ansatz für die Stichwahl in zwei Wochen. „Der Druck ist raus für heute“, betonte Winklhofer, um sich dann doch noch mit Mitstreitern im Café Winter zu treffen.
Herausforderer Faltermeier hat sich mehr Stimmen erhofft
Auch Herausforderer Gerhard Faltermeier verbrachte den Abend zu Hause und beobachtete das „Auf und Ab“ der einzelnen Ergebnisse übers Internet. Am Ende waren es 30,1 Prozent für ihn. Die Stichwahl hatte er damit erreicht. Sein Ergebnis stellte Faltermeier allerdings nicht ganz zufrieden. Er hätte sich mehr Stimmen erwartet und gewünscht, gab er offen zu. In Haunswies zum Beispiel hatte er nach vielen Gesprächen mit Wählern auf mehr gehofft.
Faltermeier hatte Wahlversammlungen, aber auch Haustürgespräche im Wahlkampf absolviert. Wegen der Corona-Krise musste er diese Tour abbrechen, ohne in Gebenhofen gewesen zu sein. In Affing schaffte er nur 20 Prozent, in Anwalting nur die Hälfte, wie er berichtete. Faltermeier glaubt, dass ihm das zum Nachteil gereichte. Er sei in verschiedenen Orten nicht so bekannt, so der Zweite Bürgermeister.
Carlos Waldmann reagiert enttäuscht auf sein Resultat
Mit Enttäuschung reagierte Carlos Waldmann, der Mitstreiter und Nachbarn zu einer Grillparty eingeladen hatte, auf seine 21,1 Prozent. Er erklärte, er habe damit gerechnet, gegen Winklhofer in die Stichwahl zu gehen. Das habe er aus der Resonanz der Menschen geschlossen, so Waldmann, der als Postbote viel unterwegs ist. Dass Faltermeier so viele Stimmen bekomme, habe er nicht erwartet. „Es ist halt, wie es ist“, resümierte Waldmann. Besonders enttäuscht zeigte er sich von den Affingern. Sie seien „noch nicht so weit für neue Zeiten“. Waldmann sprach außerdem von „Gelüge“ im Wahlkampf und meinte damit nicht nur Bürger. Während er sich mit Winklhofer eine faire Auseinandersetzung geliefert habe, sei das bei Faltermeier nicht der Fall gewesen. Von ihm habe er sich persönlich angegriffen gefühlt, so Waldmann.
Vor sechs Jahren war Rudi Fuchs trotz zweier Gegenkandidaten (Hubert Brucklachner und Erwin Gerblinger) mit knapp 70 Prozent im ersten Wahlgang als eindeutiger Sieger hervorgegangen. Nach seiner Verurteilung wegen Beleidigung und Untreue (ohne sich zu bereichern) erkrankte Fuchs und bat um vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. So kam es im September 2015 zu einer weiteren Bürgermeisterwahl. Damals setzte sich Winklhofer mit 79 Prozent gegen Waldmann durch, der auch damals 21 Prozent holte.
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Detaillierte Ergebnisse für Affing lesen Sie hier:
Die Ergebnisse zur Kommunalwahl 2020 in Affing: Gemeinderat- und Bürgermeister-Wahl