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Aindling

31.07.2020

Verkehr: Wo in Aindling neue Radwege entstehen sollen

In der Nürnberger Straße in Donauwörth befinden sich auf beiden Seiten der Fahrbahn nun Sicherheitsstreifen für Radfahrer.
Bild: Widemann

Plus Das Radwegekonzept für den Landkreis Aichach-Friedberg macht auch Vorschläge für den Markt Aindling. Einer davon erhitzt die Gemüter ganz besonders.

Welche neuen Radwege sollen künftig in und um die Marktgemeinde Aindling entstehen? Das Radwegekonzept des Landkreisesmacht dazu und zu vielen weiteren Fragen Vorschläge. Expertin Ulrike Schmid stellte einige davon jetzt dem Marktgemeinderat vor und erhielt dabei auch Gegenwind.

Schmid ist Beauftragte des Landkreises für den Alltagsradverkehr und stellt die Ideen des Konzepts derzeit in den Landkreiskommunen vor. Die 44-Jährige ist gleichzeitig auch Ratsmitglied in Aindling: Die Vertreterin des Bürgerwillens ’76 gehört dem Gremium seit Mai an.

Bei der Einmündung von der Peter-Sengl-Straße in die Gaulzhofener Straße in Aindling muss der Radfahrer anhalten, wenn ein Auto kommt.
Bild: Ulrike Schmid

Sie informierte ihre Ratskollegen auch darüber, wie sich der Verkehr bis 2050 im Landkreis aufteilen könnte, wenn der Idealfall eintrete. Der Idealfall sieht beispielsweise vor, dass nur noch E-Autos unterwegs sind und dass der Strom komplett aus regenerativer Energie gewonnen wird. Der Radverkehr könnte dann auf 25 Prozent anwachsen (derzeit neun Prozent), der Fußverkehr auf 35 Prozent (derzeit 19 Prozent) und die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs auf 15 Prozent (derzeit sechs Prozent). Der Kfz-Verkehr würde von aktuell 67 Prozent auf 25 Prozent zurückgedrängt. Wenn dieser Idealfall eintreten würde, könnten im Landkreis jährlich 80.000 Tonnen Kohlendioxid gespart werden.

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Expertin: Radwegenetz in Aindling muss ausgebaut werden

Um dieses Ziel zu erreichen, muss auch das Radwegenetz ausgebaut werden. Ein Antrag dazu aus Aindling und Rehling liegt dem Landkreis bereits vor. So wünschen sich die Gemeinden einen Radweg neben der Kreisstraße AIC9 über Gamling und Allmering nach Rehling. Seit Jahren wird versucht, einen durchgängigen Radweg von Aindling nach Affing auf die Beine zu stellen. Das scheitert aber immer wieder daran, dass noch nicht feststeht, wie die Affinger Nordumfahrung einmal ausschauen soll. Die Strecke über Weichenberg entlang der Staatsstraße 2035 erweist sich deshalb als schwierig. Das Radwegekonzept schlägt als Alternative von Weichenberg aus einen Radweg über Hausen, Stotzard und Gaulzhofen nach Affing vor. Von Aindling aus müsste der Weg über Arnhofen nach Stotzard verlaufen.

Ein anderer Vorschlag erhitzte die Gemüter im Gemeinderat. So fehle laut Schmid eine Radverbindung von Aindling nach Eisingersdorf und Axtbrunn und von dort weiter zur Staatsstraße 2047. Von Aindling aus könnte dieser Radweg vom Erlberg aus über den Bußberg Richtung Eisingersdorf geführt werden. Dritter Bürgermeister Josef Gamperl wandte ein, dass dieser Anstieg viel zu steil sei. Schmid verwies auf die wachsende Zahl von E-Bikes und Pedelecs, für die diese Steigung kein Problem sei.

Gemeinderat und Landwirt über Radweg: „Halbwegs eine Enteignung“

Gemeinderat und Landwirt Isidor Held gefiel die Idee nicht, dass dieser asphaltierte Weg durch die Felder, für den die Landwirte vor Jahren ihren Grund hergegeben haben, jetzt eine Vorfahrtsstraße für Radler werden könnte. „Das ist ja halbwegs eine Enteignung“, sagte er. Und fügte hin, dass für das Radwegekonzept offenbar mit vielen Behörden und Experten gesprochen worden sei, aber nicht mit den Landwirten. Schmid beteuerte, dass die Wegeführungen mit den Bürgermeistern abgestimmt worden seien. Außerdem sei bisher nichts in Stein gemeißelt. Der Gemeinderat könne Alternativen nennen oder beschließen. Eine Alternative wäre in diesem Fall über die Raiffeisenstraße nach Binnenbach und dann über den Saumweg auf die Ortsstraße.

Bürgermeisterin Gertrud Hitzler ging die Diskussion zu sehr ins Detail. Sie sah Schmids Präsentation als Auftakt, sich einmal in einem anderen Rahmen, intensiv mit dem Thema zu befassen. Auch zum Thema Marktplatzgestaltung ist ein Seminartag geplant.

Radfahren in Aindling: Konzept listet Mängel in der Gemeinde auf

Nichtsdestotrotz wurde lebendig über Schmids Verbesserungsvorschläge debattiert. Das Konzept weist für Aindling zwölf punktuelle Mängel auf, bei denen unter anderem Verkehrszeichen ohne Aussagekraft aufgelistet sind. Aufgeführt ist auch ein Vorschlag für die Einmündung vom Kellerberg vor dem Netto-Markt in die Gaulzhofener Straße. Hier hat der Autofahrer Vorfahrt. Wie Schmid erläuterte, müsste hier der Radfahrer Vorfahrt bekommen. Einige Räte fürchten aber, dass die Stelle nicht gut genug einsehbar sei, und sprachen sich für eine Beibehaltung aus. Die Einmündung soll bei der nächsten Verkehrsschau begutachtet werden.

Außerdem gab es die Empfehlung, die Fahrradabstellanlage an der Aindlinger Mittelschule zu modernisieren. Überdies werden im Markt 88 Maßnahmen zur Verbesserung des Radnetzes für sinnvoll erachtet.

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