Rund 30 neue Bäume wurden am langen ersten Maiwochenende in den Märkten und Dörfern des Wittelsbacher Landes aufgestellt und anschließend gebührend gefeiert. In einigen Orten erfolgte die Aufstellung noch per Muskelkraft, in den meisten Fällen aber mithilfe von Autokran oder Bagger. In Mühlhausen (Affing) kam es dabei am Montag gegen 11.30 Uhr zu einem Unfall, der für einen großen Schreckensmoment sorgte.
Der amtierende Vorsitzende des Burschen- und Madlvereins Mühlhausen-Aulzhausen, Stephan Kigle, und sein Vorgänger Maximilian Harfold berichteten unserer Redaktion am Nachmittag, was bei der Aufstellung passiert war. Pfarrer Max Bauer hatte den 30 Meter langen Baum gesegnet, dann sollte ihn ein Autokran in die Senkrechte bringen. Als der Stamm etwa in einem Winkel von 60 Grad über dem Boden schwebte, löste er sich und fiel krachend zu Boden.
Unfall mit Maibaum: In Mühlhausen fährt den Menschen der Schrecken in die Glieder
Kigle erzählte: "Das ging relativ schnell. Dann war der Schock groß." Der Baum lag mit abgebrochener Spitze auf der Erde, die liebevoll restaurierten oder neu angefertigten Tafeln waren zum Teil verbogen, ebenso wie der neue Metallkranz am unteren Ende des Baumes und die Wetterfahne an der Spitze.
Der große Schrecken und der offensichtliche Schaden ging nicht nur den Vereinsmitgliedern, sondern auch allen Mitfeiernden an die Nieren. Trotzdem stellte sich bald auch eine gewisse Erleichterung ein. Denn niemand war bei dem Unfall zu Schaden gekommen. "Das ist das wichtigste", fasste Kigle zusammen. Bislang ist die Ursache unklar. Die Verantwortlichen betonen, sie hätten alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten. Dass der herabstürzende Baum niemanden erwischte, ist dem abgesperrten Sicherheitsbereich zu verdanken.
Wie die Verantwortlichen nach dem Sturz des Maibaums reagieren
Bürgermeister Markus Winklhofer war Augenzeuge. Er stand gegenüber dem Unfallort. Die Erschütterung durch den Aufprall sei über die Erde zu spüren gewesen, berichtete er unserer Redaktion. Sein erster Gedanke war danach: "Hoffentlich liegt niemand unter dem Baum." Auch er zeigte sich extrem erleichtert, dass es beim Sachschaden geblieben war.
Danach blieb dem Verein nichts anderes übrig, als den kaputten Baum in Stücke zu zersägen und wegzuräumen. Die Verantwortlichen beschlossen, das Fest nicht abzusagen, für das so viel vorbereitet worden war. Es herrsche trotzdem eine ganz gute Stimmung, sagten Kigle und Harfold tapfer. Der betroffene Unterton in der Stimme war dabei nicht ganz zu überhören.