Immer wieder werden Kinder und Jugendliche Opfer von extremem Cybermobbing.Foto: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)
Im Jugendhilfeausschuss des Kreistags wurde jetzt entschieden, dieses und andere medienpädagogische Angebote weiter zu bezuschussen. Eigentlich würde das dreijährige Projekt „Medienprävention durch Medienbildung“ Ende dieses Jahres auslaufen. Das berichtete Kreisjugendpfleger Matthias Matuschka. Im Rahmen des Projekts fanden bisher acht Veranstaltungen statt, bei denen Schüler, Eltern und Lehrer im Landkreis beim richtigen Umgang mit den digitalen Medien unterstützt wurden.
Gespräche mit Medienstelle Augsburg laufen
Der Landkreis bemüht sich seit einiger Zeit, mit der Medienstelle Augsburg des JFF (Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) einen Vertrag abzuschließen. Die Medienstelle soll als freier Träger künftig die Angebote zur Medienbildung übernehmen. Da die Vertragsverhandlungen laut Matuschka noch nicht abgeschlossen sind, stimmte der Ausschuss einer Verlängerung des Förderprogramms um weitere drei Jahre zu. Sollte die Zusammenarbeit mit der Medienstelle – der Landkreis investiert dafür 10.000 Euro pro Jahr – früher fixiert werden können, löst sie das Programm ab.
Für das Förderprogramm stehen jährlich 20.000 Euro zur Verfügung. Jede Schule kann maximal 2000 Euro pro Jahr abrufen. Wie Matuschka erklärt, organisieren und finanzieren viele Schulen ihre Projekte selbst oder brauchen nur einen kleineren Zuschuss. Neben den weiterführenden Schulen haben jetzt auch Grundschulen die Möglichkeit, eine Förderung zu beantragen. Auffällig sei bei den Grundschülern, dass immer mehr ein Smartphone besitzen, aber über keinerlei Wissen darüber verfügen, berichtet Matuschka. Es sei daher wichtig, die Mediennutzung und deren Risiken altersgerecht zu thematisieren.
Theaterstück über Cybermobbing in Kühbach
Als Beispiel für geförderte Projekte nannte Matuschka ein Theaterstück an der Mittelschule Kühbach, das den Schülern in einem Rollenspiel Cybermobbing näherbrachte. Am Friedberger Gymnasium sensibilisierte ein Referent einen Tag lang Schüler, Eltern und Lehrer für die Gefahren im Internet und in den sozialen Medien.
In den sozialen Medien lauern auch Gefahren. Kinder und Jugendliche sollten darauf vorbereitet werden.Foto: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolfoto)
Ziel ist es, allen Beteiligten die notwendigen Kompetenzen im Umgang mit den digitalen Medien zu vermitteln. Das soll auch ein sozial verantwortliches Handeln fördern. Zur kritischen Auseinandersetzung mit den Medien gehört auch, zwischen virtueller und realer Welt zu unterscheiden. Die Kommunikation im Internet spielt ebenfalls eine große Rolle. „Gerade in Zeiten des digitalen Unterrichts, verstärkt durch die Corona-Pandemie, ist eine frühzeitige Kompetenzbildung wichtig“, so Matuschka. Die Medienprävention des Kreisjugendamts ist Teil des Projekts „KliK – Klar im Kopf“, das sich seit 2005 insbesondere mit den Themen Gewalt- und Suchtprävention beschäftigt.
25 Workshops zum Thema Mobbing
Um weitere Hilfestellungen anbieten zu können, hat der Kreis im Vorjahr einen Vertrag mit dem Verein Brücke Augsburg und mit der Drogenhilfe Schwaben abgeschlossen. Beide Institutionen sollen jährlich je 50 Workshops für Kinder und Jugendliche sowie Veranstaltungen für Eltern und Lehrer abhalten. Sie erhalten 25.000 Euro (Brücke) und 30.000 Euro (Drogenhilfe) für ihre Arbeit. Allein zum Thema Mobbing/Cyber-Mobbing will die Brücke in diesem Schuljahr 25 Workshops in weiterführenden Schulen anbieten.
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