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Landkreis Aichach-Friedberg: Der Neubau der Elisabeth-Schule der Lebenshilfe in Aichach wächst

Landkreis Aichach-Friedberg

Der Neubau der Elisabeth-Schule der Lebenshilfe in Aichach wächst

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    Der Erweiterungsbau der Elisabethschule soll Ende 2025 fertig sein.
    Der Erweiterungsbau der Elisabethschule soll Ende 2025 fertig sein. Foto: Gerlinde Drexler

    Die Erweiterung der Elisabethschule der Lebenshilfe schreitet voran. Bis Ende 2025 soll der Neubau fertiggestellt sein, teilte Sophie Behmenburg bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag mit. Die stellvertretende Vorsitzende war für die erkrankte Inge Minich eingesprungen. Behmenburg berichtete von einigen positiven Entwicklungen. Die Einrichtung hat aber auch mit Betreuungsengpässen zu kämpfen.

    Der Rohbau der Schule wächst kontinuierlich und die Bauarbeiten liegen gut im Zeitplan. Die Interimslösung an der alten Vinzenz-Palotti-Schule in Friedberg habe sich bestens bewährt, so Behmenburg. „Alle fühlen sich dort wohl.“ Von den 17 Klassen der Schule sind sieben in Friedberg untergebracht. Das Schwimmbad der Schule ist wegen der Abrissarbeiten noch nicht in Betrieb. In seinem Bericht schrieb Schulleiter Klaus Steinhardt: „Wir hoffen sehr, dass wir spätestens zum Jahreswechsel wieder zum Schwimmen gehen können, wenn ein stabiler Zugang zur im Keller liegenden Schwimmbadtechnik hergestellt und aufrechterhalten werden kann.“

    Die Ausgaben steigen, aber auch die Zuschüsse

    Der Neubau der Schule schlug sich auch in den Zahlen nieder, die Vorstandsvorsitzender Konrad Schwegler präsentierte. Durch Entnahmen aus den Rücklagen hatte sich das Eigenkapital zum Beispiel deutlich um rund 1,2 Millionen Euro verringert. Die Verbindlichkeiten waren parallel um rund 2,7 Millionen Euro gestiegen. Grund war vor allem ein Darlehen, das die Lebenshilfe für den Neubau aufgenommen hat. Ebenfalls mit den Baumaßnahmen hing die deutliche Steigerung der Zuschüsse von 400.000 auf rund 686.000 Euro zusammen.

    Wenn er die ganzen Sonderfaktoren herausrechne, dann habe die Einrichtung im operativen Geschäft noch ein kleines Plus erzielt, sagte Schwegler. Die Perspektiven für das laufende Jahr sah er positiv: „Wir haben in den vergangenen Wochen erfolgreich Entgeltverhandlungen abschließen können.“ Das werde zu einem deutlichen Mehrertrag führen. Schwegler war zuversichtlich: „2024 werden wir auf jeden Fall wieder ein positives Ergebnis erzielen.“ Im Jahr darauf würde die Lebenshilfe auch wieder Rücklagen bilden können, war er sicher.

    Bedarf an Plätzen in der TASS in Aichach steigt

    Behmenburg ging in ihrem Bericht auf die einzelnen Einrichtungen der Lebenshilfe ein. In der Sonderpädagogischen Tagesstätte konnte die Gruppe in der Acherstraße wieder in Betrieb genommen werden. Sie war wegen Personalengpässen von Dezember 2023 und April 2024 geschlossen. Bei der Tagesbetreuung von Menschen aus dem Autismusspektrum (TASS) sei der Bedarf an Betreuungsplätzen weiterhin hoch. Behmenburg ging von einem langsamen, aber stetigem Wachstum aus, das „sicherlich auch in Zukunft anhalten wird“.

    In der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) ist die Belegung konstant. Erstmalig sehe sich die HPT spürbar im Thema Fachkräftemangel angekommen, heißt es im Bericht der Leitungsebene: „Es sind immer mehr kreative Lösungen (Kooperation mit anderen Einrichtungen) notwendig.“ Teilzeitstellen würden auf dem Fachkräftemarkt nicht hoch im Kurs stehen und auch für den Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige Soziale Jahr gebe es kaum Bewerbungen.

    Offene Hilfen der Lebenshilfe haben sich stabilisiert

    In den Offenen Hilfen hat sich das Angebot und die Inanspruchnahme nach dem Einbruch durch die Pandemie wieder etwas stabilisiert. Es sei aber deutlich zu spüren, dass ehrenamtliche Helferinnen und Helfer schwieriger zu gewinnen seien als vor der Pandemie, berichtete Behmenburg.

    Mit der Eröffnung des Neubaus in der Wallbergstraße im Frühjahr gibt es eine neue Fünfer-Wohngemeinschaft des Ambulant Unterstützten Wohnens. Ganz allgemein blicke die Einrichtung Wohnen auf ein intensives Jahr zurück, schreibt Bereichsleiter Paul Oberhofer in seinem Bericht. Vor allem wegen personeller Herausforderungen, „die immer wieder mit Betreuungsengpässen einhergingen und bei Bewohnenden und Mitarbeitenden zu Belastungen geführt haben“. Das Thema sprachen auch Eltern bei der Mitgliederversammlung an. Die Lebenshilfe würde sich im Wettbewerb mit anderen Einrichtungen befinden, die ebenfalls Personal suchen, sagte Schwegler. „Wir haben inzwischen schon Kräfte von Zeitarbeitsfirmen.“ Das sei keine Dauerlösung, aber zumindest eine Hilfe.

    Die Lebenshilfe in Zahlen:

    ● Mitglieder: 282 (Stand 31. Dezember 2023).

    ● Personal: 297 überwiegend Teilzeitbeschäftigte, davon 20 staatlich besoldet.

    ● Einrichtungen: Kinderhaus mit integrativer Krippe (12 Kinder), integrativem Kindergarten (30 Kinder) und integrativem Hort (34 Kinder), Elisabethschule (137 Schüler), Schulvorbereitende Einrichtung (SVE-G) (24 Kinder), Heilpädagogische Tagesstätte (81 Klienten), Sonderpädagogische Tagesstätte (34 Klienten), Wohnheim (30 Bewohner), Außenwohngruppe (5 Bewohner), Ambulant Unterstütztes Wohnen (15 Bewohner), TASS (Tagesstruktur für Menschen aus dem Autismusspektrum) (34 Klienten).

    ● Spenden: Im Jahr 2023 erhielt die Lebenshilfe Spenden in Höhe rund 67.000 Euro und bekam 1200 Euro an Bußgeldern zugewiesen. (drx)

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