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Aichach

20.03.2020

Benedikt Herz: Der Lange lässt es im Basketball-Korb krachen

Benedikt Herz spielt nach drei Jahren Pause wieder für die Basketballer des TSV Aichach.
Bild: Sebastian Richly

Plus Benedikt Herz ist nach drei Jahren zurück bei den Basketballern des TSV Aichach. Der Center entdeckt gerade seine offensiven Qualitäten.

Seine 2,02 Meter haben für Benedikt Herz beim Basketball Vorteile. Der 25-Jährige möchte aber nicht auf seine Größe reduziert werden: „Die meisten Leute sprechen mich als erstes darauf an. Dabei habe ich noch andere Qualitäten.“ Gerade auf dem Parkett geht der Aichacher, der mittlerweile in Augsburg wohnt, für einen Center ungewöhnliche Wege. „Ich bin trotz meiner 2,02 recht beweglich. Das ist ein großer Vorteil gegenüber meinen Gegenspielern.“ Ob Korbleger, ein Wurf aus dem Feld oder ein krachender Dunking – Herz weiß, wie man punktet.

Benedikt Herz ist nach einer Pause wieder auf dem Parkett

Dabei spielt der Fachinformatiker nach einer längeren Pause erst seit rund einem Jahr wieder – und ist besser als jemals zuvor: „So gut habe ich noch nie gespielt. Es klingt komisch, aber vielleicht haben mir die drei Jahre ohne Basketball gut getan.“ 2016 zog Herz zurück in seine Geburtsstadt Hamburg: „Ich wollte einfach etwas anderes sehen, in eine Großstadt. Außerdem wohnt dort meine Mutter“, so Herz. Vermisst hat er den Sport schon, aber „ich hatte andere Prioritäten“. Nun ist der 25-Jährige zurück beim TSV Aichach und maßgeblich daran beteiligt, dass die Paarstädter nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten sind.

Regelmäßig knackt Herz mittlerweile die 20-Punkte-Marke: „Defensiv war ich schon immer ein guter Spieler – jetzt läuft es auch offensiv. „Ich konnte einfach meine Gewohnheiten ablegen und mich jetzt auf neue Facetten des Sports konzentrieren. Das hat meinem Spiel gut getan.“ In Hamburg hat er gar nicht gespielt, nach seiner Rückkehr war aber sofort klar, dass er wieder zu den Aichachern stößt. Trainer Marius Stancu ist froh, dass Herz zurück ist: „Er spielt wirklich super. Man merkt sofort, wenn er nicht da ist. Neben seinen sportlichen Fähigkeiten ist er auch wichtig für die Motivation. Er kann alle mitreißen.“ Gerade defensiv übernimmt der 25-Jährige das Kommando.

Basketballer Benedikt Herz ist mit 2,2 Metern einer der größtzen Spieler seines Teams. Der Center blüht derzeit richtig auf.
Bild: Sebastian Richly

Porträt: Benedikt Herz kommt erst spät zum Basketball

Angefangen hat Herz mit dem Basketball mit 15 Jahren. Damals zog er von der Kernstadt nach Unterwittelsbach: „Dort haben alle gespielt und so bin ich mit ins Training gegangen“, erzählt Herz, der seinem heutigen Coach schon damals aufgefallen ist. Herz: „Ich erinnere mich genau. Ich war 18 und Marius hat gefragt, ob ich nicht bei den Erwachsenen aushelfen will. Mir ist gleich ein Dunk gelungen – was für ein Einstand.“ Auch heute sind Dunks noch Herz’ Spezialität: „Es geht nicht um die Show, aber ein Dunk kann das ganze Team motivieren und Kräfte frei setzen.“

Benedikt Herz ist zurück bei den Basketballern des TSV Aichach.
Video: Sebastian Richly

Herz ist ein Mannschaftssportler durch und durch. In seiner Freizeit ist er oft mit Skate- oder Snowboard unterwegs oder beim Surfen, doch Einzelsportarten sind nicht sein Ding: „Das mache ich ja nicht wettkampfmäßig. Ich mag das Zusammenspiel beim Basketball. Es nützt nichts, wenn einer 30 Punkte wirft und die anderen schlecht spielen. Jeder ist in der Verteidigung wichtig, nur gemeinsam geht es.“ Vor seiner Zeit als Basketballer war Herz als Fußballer für den VfL Ecknach am Ball: „Ich war überraschenderweise sehr kopfballstark und später auch aufgrund meiner Größe im Tor.“ Doch schon bald wechselte er den Ball: „Die Entscheidung fiel mir nicht schwer, weil ich beim Basketball besser war und mehr Entwicklungsmöglichkeiten gesehen habe.“

Ausprobiert hat Herz viele Sportarten: Handball oder Volleyball – zusätzlich ist er auch als Basketball-Schiedsrichter im Einsatz. „Oft pfeife ich am Samstag und spiele dann am Sonntag.“ Darin sieht der 25-Jährige auch einen Vorteil: „Man kann sich besser in die Schiedsrichter hineinversetzen. Einer pfeift strenger, ein anderer lässt mehr laufen. Wenn man das weiß, kann man sein Spiel anpassen und hat einen Vorteil.“ Die Wochenenden sind deshalb ziemlich voll, was den Terminkalender betrifft. Da bleibt wenig Zeit für ein weiteres Hobby: „Man darf mich ruhig als echten Zocker bezeichnen, das macht mir nichts aus. Wenn mich ein Spiel packt, dann zocke ich auch mal richtig lange daran.“ Auch Basketball wird auf der Konsole gespielt.

Basketball ist für Benedikt Herz körperlich und geistig anstrengend

Noch lieber steht Benedikt Herz aber selbst auf dem Parkett: „Basketball ist ein sehr schnelles Spiel, dass sowohl körperlich als auch geistig anstrengend ist. Ich habe durch den Sport aber auch viele Freundschaften geschlossen.“ Beim Basketball hat der 25-Jährige noch große Ziele: „Ich will nächste Saison mit Aichach aufsteigen. Dafür werde ich alles geben.“ Seine Leistungen sind aber auch anderen Teams nicht verborgen geblieben. Herz: „Ich wurde zu mehreren Probetrainings von höherklassigen Teams eingeladen. Das macht einen schon stolz, aber aktuell spiele ich mit meinen Kumpels in Aichach.“

Um seine Ziele zu erreichen, helfen Herz auch seine 202 Zentimeter Körpergröße. Der Unterwittelsbacher war aber nicht immer einer der Größten: „Bis zur achten Klasse war ich eher unter dem Durchschnitt, danach bin ich in die Höhe geschossen.“ Die Größe kann übrigens auch Nachteile haben. „Ich mag es, groß zu sein, aber es gibt auch Nachteile. Im Zug oder im Flieger kann ich nie die Beine ausstrecken.“

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