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Entsorgung

04.11.2019

80000 Euro für Mülltonnen-Aufkleber

Die Informationskampagne des Abfallwirtschaftsbetriebs für sauberen Biomüll sogt für Verdruss

Augsburg In seinem Protestschreiben an den Abfallwirtschaftsbetrieb lässt Andreas Doblinger so richtig Dampf ab: „So wird der Bio-Abfall zum Fall für den Staatsanwalt“, schimpft der Lützelburger. Er und seine Nachbarn wurden Ende September von Anhängern an ihren Brauen Tonnen überrascht.

Darin wird auf die bevorstehende Überprüfung des Inhalts der Braunen Tonnen hingewiesen. Deren Inhalt nämlich soll möglichst frei sein von Metall, Plastik, tierischen Hinterlassenschaften aber auch Kompost. Doblinger findet die Anhänger-Aktion aber ziemlich daneben: „Dies führt zu einer erheblichen Verärgerung der betroffenen Anwohner.“

Das war nicht nur in Lützelburg so. Auch in Stadtbergen reagierten Bürger stinksauer, weil sie die Anhänger („Sonst gibt’s was auf den Deckel“) bereits als offizielle Verwarnung interpretierten. Die soll es aber erst ab Mitte November geben. Mit Gelben und Roten Karten sollen „Müllsünder“ ermahnt werden, die in der Braunen Tonne auch Dinge entsorgen, die dort nicht hineingehören.

Anfangs sollen Müllsünder noch glimpflich davonkommen. Denn bis Mai 2020 – auch nach mehrfacher Verwarnung – würden die Biotonnen weiterhin geleert, betont Daniela Bravi, Werkleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs. Erst nach dieser Übergangszeit müssen Bürger, deren Biomüll verunreinigt ist, entweder selbst nachsortieren, extra Restmüllsäcke kaufen und den Abfall umladen oder die Tonne gegen eine Gebühr als Restmüll abholen lassen.

Aufgespürt werden sollen die falsch befüllten Tonnen mithilfe eines Metall-Detektors. Der Gedanke dahinter: Wenn sich Metall in der Biotonne findet, ist das ein Zeichen dafür, dass sich hinter der braunen Plastikwand auch andere Stoffe verbergen, die dort nicht hingehören.

Der Detektor ist schon jetzt an den Müllautos angebracht und im Einsatz. „Wir lassen den immer im Hintergrund mitlaufen“, erklärte die Werkleiterin vor wenigen Wochen gegenüber unserer Zeitung. Das Gerät erkenne metallisch leitfähiges Material, wie es auch in Milchpackungen oder Chipstüten zu finden sei. Das Ergebnis bisher: „Unser Biomüll hat eigentlich eine gute Qualität. Der Detektor schlägt bei fünf Prozent aller Tonnen aus, es ist also noch Luft nach oben.“ Erheblich Luft nach oben war auch bei den Kosten für die Informationskampagne, mit der der Abfallwirtschaftsbetrieb die Biomülltonnen-Kontrolle begleitet. Zu dieser Kampagne gehören auch Aufkleber für jede Tonne.

War ursprünglich einmal von Kosten von gut 40000 Euro die Rede gewesen, wurde es am Ende rund das Doppelte. Wie unsere Zeitung aus den Reihen der Kreisräte erfuhr, sind für die Aufkleber auf den Tonnendeckeln inzwischen mehr als 80000 Euro im Etat angesetzt. (cf)

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