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25.02.2019

A8-Chef entsetzt: Gaffer riskieren für Fotos ihr Leben

Abgehoben und hart gelandet: Zwischen Zusmarshausen und Adelsried landete der BMW-Fahrer mit seinem Auto auf der Betongleitwand.
Bild: Pansuevia

Plus Der Geschäftsführer des Autobahnbetreibers Pansuevia warnt nach vielen schweren Unfällen: Trockene Fahrbahn sei kein Freibrief, um jetzt Gas zu geben.

Das sind die Schattenseiten des Frühlings: „Kaum scheint die Sonne, dann geht’s wieder rund auf der A8“, sagt Robert Schmidt. Was der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Pansuevia, die sich um die Autobahn zwischen Ulm-Elchingen und Augsburg kümmert, und seine Mitarbeiter in den vergangenen Tagen erlebten, macht vor allem eines: sprachlos. Immer wieder war es nach Unfällen zu Sperrungen und Staus gekommen. Zwischen Leipheim und Ulm-Elchingen begab sich ein Gaffer sogar in Lebensgefahr, um einen Unfall besser fotografieren zu können.

Mehrere Fahrzeuge waren verwickelt, ein Rettungshubschrauber landete auf der gesperrten Autobahn. Das rief mehrere Gaffer auf den Plan. Einer stieg sogar auf den betonierten Mitteltrog, um eine bessere Perspektive zu bekommen. Ein Polizist holte den Mann auf den Boden der Tatsachen. Zwischen Adelsried und Zusmarshausen gab es keine Schaulustigen, nachdem es zu einem schweren Unfall gekommen war.

Autobahnpolizei sucht nach Zeugen

Zwei Daimler-Fahrer wollten gleichzeitig von links und rechts auf die mittlere Spur und prallten zusammen. Die Bilanz: Zwei Verletzte mit Brüchen, ein komplett zerstörtes Auto, eine demolierte Leitplanke und noch offene Fragen: Die Autobahnpolizei Gersthofen sucht deshalb nach Zeugen. Unter dem Strich entstand ein Schaden von 35.000 Euro. Eine Fahrspur musste für eine Stunde gesperrt werden.

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Schon am Abend vorher gab es Behinderungen: Ein Auto brannte kurz vor Leipheim aus. Auch bei Zusmarshausen war ein Wagen auf dem Standstreifen in Flammen aufgegangen. Dort landete außerdem ein BMW mit zwei Rädern auf der Mittelwand aus Beton.

Nicht ausreichend Abstand gehalten

Mit einem Halswirbelsyndrom endete ein Unfall Montagvormittag auf Höhe Augsburg-Ost. Ein Autofahrer hatte nach Polizeiangaben nicht ausreichend Abstand gehalten und war dann in den Vordermann gekracht. Herumfliegende Autoteile beschädigten ein weiteres Fahrzeug. Pansuevia-Leiter Robert Schmidt appelliert an die Autofahrer, ihre Geschwindigkeit den Verhältnissen anzupassen, sprich: der Verkehrsdichte und der Sicht. Gerade im morgendlichen Berufsverkehr stehe jetzt die Sonne sehr tief und blende schlagartig. Schmidt warnt vor der trügerischen Sicherheit: „Gerade jetzt fühlen sich viele Fahrer sicher. Sie sehen die trockene Fahrbahn und denken sich, dass alles passt. Und dann steigen sie aufs Gas.“

Ob sich die aktuellen Unfälle auf Frühlingsgefühle zurückführen lassen, bezweifelt Josef Sitterer von der Autobahnpolizei. Sein Kollege Siegfried Hartmann sagt: „So ein Unfallgeschehen lässt sich nicht so einfach bewerten. Gefühlt mag es so sein. Aber zwischen Gefühl und Statistik ist ein Unterschied.“ Er kennt das entsprechende Zahlenwerk.

Präsidium befürwortet Schilderbrücken auf der A8

Im ersten Halbjahr 2018 starben auf den Straßen in Nordschwaben deutlich weniger Verkehrsteilnehmer, während die Zahl ab der Jahresmitte spürbar anstieg. Im Monatsvergleich ereigneten sich im August und im Oktober die meisten tödliche Verkehrsunfälle, nämlich elf. Insgesamt waren 25 Todesopfer zu beklagen. Auf der A8 im Bereich des Präsidiums Schwaben Nord kam 2018 ein Mensch ums Leben. Insgesamt 984 Unfälle wurden auf dem Teilstück zwischen Adelshausen und Zusmarshausen gezählt (2017: 892). Wegen der steigenden Zahl der Verkehrsunfälle befürwortet das Präsidium die aktuellen Planungen für sogenannte Schilderbrücken. Sie betreffen derzeit aber nur den Bereich zwischen München und Neusäß. Sie auf den gesamten Landkreis ausweiten möchte Stefan Vogg aus Streitheim. Seit vielen Jahren sucht er nach Lösungen, wie sich die A8 sicherer machen lässt. Viele Aktenordner füllen seine Briefe an Ministerien. Jetzt ist seine Sammlung um ein Schriftstück reicher.

Vogg hatte Einblick in die Analyse, die die Kosten der Telematik zwischen Neusäß und dem Autobahnkreuz Ulm/Elchingen dem Nutzen gegenübergestellt. Voggs Ergebnis: Es wurden veraltete Zahlen aus den Jahren 2014 bis 2016 herangezogen, die nicht aussagekräftig seien. Denn: Der ausgebaute Abschnitt Zusmarshausen-Adelsried, sei erst im September 2015 in Betrieb gegangen. Vogg: „Für mich steht diese Nutzen-Kostenanalyse auf sehr wackeligen und nicht aussagekräftigen Füßen.“

Lesen Sie dazu die Zahlen aus der aktuellen Unfallstatistik: Polizei hat die Raser im Visier

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