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Zusmarshausen

22.08.2017

August Hofer: Ein fast vergessener Künstler

Selbstbildnis von August Hofer.
Bild: Marcus Merk

Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der „Verschollenen“. Was seine Werke prägte und besonders macht.

Er gilt – kunsthistorisch gesehen – als Vergessener und auch in Zusmarshausen, wo er fast auf den Tag genau vor 36 Jahren verstarb, erinnert lediglich ein von ihm gemaltes Bild im Treppenhaus des Rathauses an ihn: August Hofer (1899-1981), Künstler aus Achthal im Berchtesgadener Land. Mit 23 Jahren zog es ihn 1922 von München nach Augsburg, nach seiner Heirat übersiedelte er 1955 nach Zusmarshausen. Sein Atelier in Augsburg behielt er allerdings bis in die 1960er Jahre.

Hofer war Autodidakt

Den tristen Namen „Vergessene (auch verschollene) Generation“ haben Kunsthistoriker einer Gruppe von Malern gegeben, die sich in den 1920er Jahren noch nicht durchgesetzt hatten und 1933 zu unbekannt waren, um nach dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit der „entarteten Kunst“ wieder ein größeres Publikum zu erreichen.

August Hofer gilt als Autodidakt, wenngleich er bei seinem Vater, einem Vergolder und Fassmaler, also einem, der Möbel bemalte, sicherlich Grundkenntnisse erworben hat. Begonnen hat Hofer mit Holzschnitten, die er teilweise später kolorierte, oder deren Motive er später in Malerei umsetzte.

Eindringliche Bilder des zerstörten Augsburgs

Stilistisch sind diese Arbeiten dem Expressionismus zuzuschreiben. Dabei ist nicht die naturalistische Darstellung Ziel, sondern die expressive Vermittlung des Eindrucks, den der Künstler von dem Gegenstand seines Gemäldes hat. Und diese Kunstauffassung prägt seine Gemälde, wie übrigens die Werke alle Vertreter der „Verschollenen“ – eine Kunstrichtung, die auch unter dem Namen „expressiver Realismus“ rangiert.

1916 wurde Hofer eingezogen und geriet in Gefangenschaft, aus der er 1918 entlassen wurde. Er zog nach Augsburg, heiratete das erste Mal und beschloss, als freischaffender Künstler zu arbeiten. Er trat damals der Augsburger Künstlervereinigung „Die Ecke“ bei, die ihn für seinen weiteren Schaffensweg auch prägte. Mitte der 1920er Jahre beteiligte er sich an Ausstellungen in München und Augsburg. Bereits 1935 musste er den Verlust seiner ersten Frau hinnehmen. Er wurde wieder eingezogen und arbeitete als Kriegsverpflichteter am Augsburger Theater. Ab 1946 wirkte er in etlichen Künstlervereinigungen mit. Und in diesen Jahren entstehen eindringliche Bilder des zerstörten Augsburgs.

Sein Werk ist so vielfältig wie umfangreich. Sein Nachlass, den sein Sohn Tassilo verwaltet, umfasst 300 Gemälde, 800 Aquarelle und Zeichnungen sowie 200 Holzschnitte. Auch abstrakte Bilder sind darunter. Heute gilt Hofer als einer der bedeutendsten süddeutschen Vertreter der „Verschollenen“.

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