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10.04.2019

Diagnose Blutkrebs: Wenn Kinder ums Überleben kämpfen

Um potenzielle Spender zu ermitteln, wird mit Wattestäbchen ein Abstrich gemacht.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Nicht nur Spenden ist wichtig, auch die Finanzierung muss gesichert werden. Wie Menschen im Landkreis mit Stammzellenspenden helfen können.

Als Mila Heermeier vom Schicksal des 15-Jährigen aus ihrem Bekanntenkreis erfährt, ist sie schockiert. Zum zweiten Mal kämpfte der Junge aus Nordrhein-Westfalen um sein Leben und gegen den Blutkrebs. Nur eine Knochenmarkspende würde ihn retten. Monatelang wartete der 15-Jährige auf einen passenden Spender. „Sein Schicksal hat mich sehr berührt“, sagt Heermeier.

Viel wusste die 34-Jährige, selbst Mutter einer kleinen Tochter, nicht über die Krankheit Leukämie. Doch das Thema Stammzellenspende ließ sie nicht mehr los. Herrmeier wälzte Bücher, informierte sich und wollte vor allem eines: helfen. Schnell fand sie Unterstützung für ihre Idee. Mit Monika Wiedemann und Sandra Berger organisierte sie einen Charity-Nachmittag.

Am kommenden Sonntag ist es soweit: Im Bürgersaal in Nordendorf können sich Interessierte über das Thema Blutkrebs informieren. Neben einem Kunst- und Handwerkermarkt gibt es Kuchen und eine Verlosung. Der gesamte Erlös geht an die DKMS, der ehemals Deutschen Knochenmarkspenderdatei.

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Blutkrebs: Die Spendebereitschaft steigt seit Jahren

Denn im Kampf gegen Blutkrebs mangelt es nicht nur an passenden Spendern, sondern oft schlicht am Geld. „Manchmal könnten Proben passen, aber es fehlen die finanziellen Mittel, um sie im Labor auszuwerten“, sagt Heermeier. Das habe sie schockiert.

Aktuell können alle Proben mit den verfügbaren finanziellen Mittel ausgewertet werden, weiß Brigitte Lehenberger, ehrenamtliche Unterstützerin der DKMS. Doch man müsse immer zweigleisig fahren. Je mehr Menschen sich typisieren lassen und in die Spenderdatenbank aufgenommen werden, desto besser könne Patienten geholfen werden. Aber Spendengelder seien ebenso wichtig, um die Auswertungen der Proben zu finanzieren.

Lehenberger freut sich über Aktionen wie die von Mila Heermeier. „Jeder Aufruf hilft“, sagt sie. Immer wieder erlebt sie es, dass sich Menschen im Kampf gegen Blutkrebs engagieren. „Wenn ein Mensch aus dem näheren Umkreis betroffen ist, rüttelt das auf“, sagt Lehenberger. „Viele wollen dann helfen.“ Die Spendenbereitschaft und Zahl der Typisierungen steige kontinuierlich. Doch etwa zehn Prozent der Patienten würden immer noch vergeblich auf einen passenden Spender warten.

Die einjährige Emma braucht einen Spender

Auch die kleine Emma ist an Leukämie erkrankt und kämpft ums Überleben. Die Einjährige hat bereits den vierten Chemoblock hinter sich und braucht dringend eine Knochenmarkspende. Sie lebt mit ihren Eltern in Berlin. Ihr Onkel Simon Vogel aus Horgau hat nun eine Typisierungsaktion gestartet, um möglichst viele potenzielle Spender zu finden.

Die einjährige Emma hat Leukämie. Deshalb benötigt sie dringend eine Stammzellenspende.
Bild: Druckrey

„Sie hat leider eine schwere Form der akuten Leukämie“, sagt Vogel. „Es erkranken in ihrem Alter durchschnittlich nur zwei Kinder in ganz Deutschland an dieser Form, was die Erfahrungen bezüglich der Therapie sehr erschweren. Trotz intensiver Chemotherapie benötigt sie daher eine Stammzellenspende.“ Auch der neunjährige Paul aus Donauwörth ist an Knochenkrebs erkrankt. Nur mithilfe eines passenden Spenders kann er überleben.

Patienten sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen

Genau diese Abhängigkeit hat Mila Heermeier aus Nordendorf dazu bewogen, zu helfen. „Man kann Blutkrebs nicht selbst überwinden“, sagt sie. Der 15-jährige Junge aus ihrem Bekanntenkreis hatte Glück. Anfang des Jahres fand er einen passenden Spender und konnte erfolgreich operiert werden. „Dem Jungen wurde das Leben gerettet“, sagt Heermeier. Das habe ihr einmal mehr gezeigt, dass es nicht umsonst ist, sich zu engagieren.

Termine: Am Sonntag, 14. April, findet der Charity-Nachmittag im Bürgersaal in Nordendorf statt. Am Samstag, 11. Mai, heißt es von 11 bis 16 Uhr in der Rothtalhalle: Gemeinsam gegen Blutkrebs – für Emma und alle anderen betroffenen Patienten.

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