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Augsburg

30.01.2015

Die neue Straßenbahn sorgt für Unruhe

Eine Frau aus Neusäß kritisierte, dass es unverantwortlich sei, in die stark befahrene Bürgermeister-Ackermann-Straße auch noch eine Straßenbahn zu packen.
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Eine Frau aus Neusäß kritisierte, dass es unverantwortlich sei, in die stark befahrene Bürgermeister-Ackermann-Straße auch noch eine Straßenbahn zu packen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Bürger aus den Gemeinden westlich von Augsburg fürchten einen Verkehrskollaps auf der Bürgermeister-Ackermann-Straße. Was wird aus den Regionalbussen?

In Augsburg wird der öffentliche Nahverkehr in den kommenden Jahren neu geordnet. Der Umbau des Hauptbahnhofes und die geplante Straßenbahnlinie vom Hauptbahnhof zum Klinikum haben auch Auswirkungen auf die Gemeinden westlich von Augsburg. Den Anregungen und der Kritik von 180 Gästen stellten sich Stadtwerke und Augsburger Tiefbauamt bei einer Infoveranstaltung im Augsburger Förderzentrum für Hörgeschädigte. Gekommen waren auch Bürger aus der Region, viele aus Stadtbergen.

Eine Frau aus Neusäß kritisierte, dass es unverantwortlich sei, in die sehr stark befahrene Bürgermeister-Ackermann-Straße auch noch eine Straßenbahn zu packen. Über die vierspurige Straße rollt der Verkehr nach Augsburg beziehungsweise hinaus ins westliche Umland. Um die 40000 Fahrzeuge sind es jeden Tag. Die Straßenbahn soll in der Mitte der Straße fahren.

Die Verantwortlichen schätzen den Sachverhalt anders ein. „Die Bürgermeister-Ackermann-Straße ist sehr breit. Sie wurde für die amerikanischen Panzer gebaut. Wir können die Fahrbahnen verengen und der Grünstreifen in der Mitte hat eine Breite von vier Metern. Es bleiben alle Spuren erhalten, auch die Abbiegespuren“, informiert Gunther Höhnberg, Verkehrsplaner beim Augsburger Tiefbauamt.

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Die Befürchtung: Mehr Rotphasen, mehr Staus

Es werde allerdings an den Knotenpunkten nötig sein, etwas in die Seitenbereiche auszuweichen. Geplant sei zudem am Schnittpunkt mit der B17 die Abbiegebeziehungen zu verbessern. So sollen für Fahrzeuge, die von Westen kommen, künftig zwei Spuren zum Linksabbiegen auf die B17 Richtung Norden zur Verfügung stehen. Dafür soll die Straße hier aufgeweitet werden. Kritiker äußerten Bedenken, dass es in dem Bereich durch die kreuzenden Straßenbahnen zu mehr Rotphasen und dadurch zu mehr Stau kommen werde.

Wird die bevorzugte Trasse über die Luitpoldbrücke und die Hessenbachstraße zur Bgm.-Ackermann-Straße wie geplant umgesetzt, gibt es stadteinwärts eine zusätzliche Ampel. Diese wäre vor der Wertachbrücke, wenn die Trams von der Hessenbachstraße zur Bürgermeister-Ackermann-Straße fahren. Das Queren der Fahrbahnen ist nötig, damit die Straßenbahn in der Mitte fahren kann.

Eine Frau hakte nach, was aus dem Bahnbus werde, der die Menschen aus dem Augsburger Westen zum Hauptbahnhof bringt. „Wird der dann am P+R in Stadtbergen gebrochen? Unsere Fahrzeit würde dann deutlich länger und der Parkplatz völlig überlastet, weil viele aufs Auto umsteigen und dort erst in die Tram.“ Ob die Regionalbusse gebrochen werden, stehe noch nicht fest, sagte Robert Underberg, Planer bei den Stadtwerken. Die Frage, ob künftig mehr Parkplätze benötigt werden, sei Teil des Planfeststellungsverfahrens. Das wird laut Stadtwerkechef Walter Casazza, „frühestens Ende des Jahres“ abgeschlossen sein.

Der Umbau des Hauptbahnhofs als Chance

Eine große Chance für die Region sieht Casazza im Hauptbahnhofsumbau. „Es ist erwiesen, dass ein gut ausgebauter und funktionierender Nahverkehr ein klarer Standortvorteil im Werben um Menschen und Unternehmen ist. Die Voraussetzungen werden mit der Mobilitätsdrehscheibe geschaffen.“

Teil des Projektes, dessen Kosten die Verantwortlichen kürzlich von 114 auf 140 Millionen Euro korrigierten, ist auch der zusätzliche Bahnsteig F. Dieser gilt als Voraussetzung, um ein drittes Gleis betreiben zu können und somit die Zuganbindung für das Augsburger Umland mit „Regio-S-Bahn“ zu verbessern.

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