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Landkreis Augsburg

09.10.2019

Diese Einsätze der Feuerwehren fordern Fingerspitzengefühl

Immer wieder kommt es zu kuriosen Einsätzen für die Feuerwehren im Augsburger Land. 
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Plus Finger in der Glasflasche, Eichhörnchen im Kanaldeckel - Wie Feuerwehren im Landkreis Augsburg helfen, wenn Kinder feststecken oder Tiere eingeklemmt sind.

Manchmal ist bei der Feuerwehr auch allerhöchstes Fingerspitzengefühl gefragt: In Augsburg mussten die Retter am Wochenende einem elfjährigen Buben helfen, der einen Finger in eine Glasflasche gesteckt hatte. Und ihn nicht mehr herausbekam. Auch die Gersthofer Feuerwehr, die zu den größten im Landkreis gehört, hat es immer wieder mit Menschen in misslichen Situationen zu tun.

Kommandant Wolfgang Baumeister erinnert sich spontan an einen Buben, der mit seinem ganzen Arm in einem fahrbaren Lernspielzeug steckte. Wo normalerweise der Ball in eine runde Öffnung gehört, hatte der Bub seinen Arm gesteckt – und war gefangen. Die feuerwehr zerlegte das Spielzeug und konnte den Buben befreien.

Was tun, wenn der Fingerring nicht mehr abgeht?

Schon beinahe ein Klassiker sind bei der Feuerwehr Fingerringe aus Plastik, die sich früher häufig aus Kaugummiautomaten ziehen ließen. Wenn sie nicht mehr vom Finger gehen und auch kein Öl hilft, dann ist Spezialwerkzeug gefragt. Die Feuerwehr hat mittlerweile einen entsprechenden Koffer, in dem sich kleinste Schraubenzieher, Zangen oder auch elektrische Mini-Sägen- und Schleifer befinden.

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Um den Plastikring vom Finger zu bekommen, wird eine feine Diamanttrennscheibe verwendet. Zuvor musste ein Blechstreifen oder ein kleiner Spatel zwischen Ring und Haut geschoben werden. Dann wird unter ständiger Kühlung geflext. Schnell und unkompliziert helfen konnte die Feuerwehr Neusäß, als einmal ein Bub im Kindergarten beim Baumklettern in eine Astgabel gerutscht war und kopfüber feststeckte: Sie drückte die beiden Äste einfach auseinander und brachte den Kleinen scher zu Boden.

Junge gerät mit Hand in Fleischwolf

„Teilweise ist es aber so nicht einfach“, weiß Baumeister. Vor Jahren beispielsweise war ein Bub mit einer Hand in einen Fleischwolf geraten. Die Gersthofer Feuerwehr war mit ihrem Latein am Ende. Der Schwerverletzte wurde samt der Maschine mit dem Hubschrauber in die Kinderklinik nach München geflogen. Dort sei dann die Berufsfeuerwehr in den OP-Saal gekommen, um den Fleischwolf auseinanderzubauen. Mit einer Trennscheibe hätten die Feuerwehrmänner im OP nicht arbeiten können.

Manchmal erledigen sich Zwischenfälle auch von selbst. So wie 2015, als sich ein Grundschüler einen Finger in der Heckklappe eines Autos eingeklemmt hatte. Helfen konnte die Polizei nicht, deshalb rückte schließlich auch die Feuerwehr an. Als sie vor Ort eintraf, hatten die Eltern des Kindes mit einem Stück Holz bereits die Heckklappe wieder nach oben gestemmt.

Immer wieder stecken Eichhörnchen fest

Kurios wird’s bisweilen auch bei Unfällen: Die Feuerwehren aus Langweid und Gersthofen mussten beispielsweise im vergangenen Jahr ausrücken, um nach einem Lastwagen-Unfall Karamellsoße von der B2 zu bringen. Weniger süß, sondern tierisch war es vor einem Jahr an der Kirchturmspitze des Klosters Oberschönenfeld: Dort kreisten Insektenschwärme um den Turm, was vom Boden aus wie Rauch aussah.

Ernst wird’s für Feuerwehren, wenn sich Tiere in einer misslichen Lage befinden. Beispielsweise stecken Eichhörnchen immer wieder in Kanaldeckeln fest. Kommandant Wolfgang Baumeister musste auch schon eine Ente befreien: Sie hatte sich mit dem Kopf in einem Plastikhalter für Dosen verfangen. In Neusäß hatte sich ein Marder in einem Fußballnetz verfangen – er wurde freigeschnitten und kam dann in die Tierklinik nach Gessertshausen.

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