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Ortsnamen

01.06.2015

Eine Weide oder eine Furt?

In unserer Serie betrachten wir den Ursprung Langweids einmal näher

Unsere heutige Gemeinde liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Augsburg am Lech. Bedeutend für die Entwicklung des einst ländlich strukturierten Ortes war der Bau des Lechkanals und des bis heute umweltfreundlich Strom liefernden Wasserkraftwerks Anfang des 20. Jahrhunderts.

Ein Teil der historisch bedeutsamen Anlage ist mittlerweile übrigens zu einem weithin renommierten, sehr sehenswerten Strommuseum umgebaut worden. Höhepunkt ist eine trockengelegte, begehbare Turbine, die das Funktionieren der Wasserkrafttechnik veranschaulicht.

All das ist sicher. Unsicher dagegen sind die Herkunft und auch die tatsächliche Bedeutung des Namens Langweid.

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Im Gebiet des Ortes siedelten bereits die Römer und später, so belegen Reihengräberfunde, befand sich hier eine alemannische Niederlassung. Im Jahr 1143 wird die Siedlung als Lanchwate erstmals in einer Urkunde erwähnt.

Namen für Orte an Flüssen sind nicht selten

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Schreibweise, sicherlich auch mundartlich beeinflusst: Languatun, Lanqait, Lanckwayt, um nur einige aufzuzählen. Im Internet präsentiert sich heute die Gemeinde als „expandierende Insel in einer langen Weide“. Klingt gut, doch diese Deutung halten die Ortsnamen-Experten Walter Pötzl und Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein für fragwürdig.

Beide halten eine andere Bedeutung für wahrscheinlicher. Als Grundwort bietet sich das althochdeutsche Wort für Furt, nämlich wat, an. Unstrittig ist die Bedeutung der ersten Silbe, denn althochdeutsch heißt lanc lang. Demzufolge würde Langweid Siedlung an der langen, also seichten Stelle, an der man den Fluss überqueren konnte, kurz: Ort an der Furt bedeuten. Derlei Namen für Orte an Flüsse sind nicht selten, man denke beispielsweise an das unterfränkische Ochsenfurt oder auch an Frankfurt.

Ein Bezug zur Lage am Lech findet sich auch im seit dem Jahr 1955 geführten Wappen der Gemeinde. Gespalten von Rot und Silber durchquert schräg von oben rechts nach links ein stilisierter blauer Fluss das Wappen. Die Farben Rot und Silber weisen auf die Zugehörigkeit zum Augsburger Domkapitel hin.

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