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Prozess

24.10.2019

Kamera liefert Beweis: Frau hat Bub bei Ikea in Gersthofen geohrfeigt

Eine Frau hat einem Kind im Kassenbereich von Ikea eine Ohrfeige verpasst und wurde nun verurteilt.
Bild: Marcus Merk

Eine 53-Jährige hat einen Buben an der Ikea-Kasse geohrfeigt. Die entscheidenden Sekunden sind auf einem Überwachungsvideo zu sehen und lösen Diskussionen aus.

Den Nikolaustag 2018 wird die heute 53 Jahre alte Fachlehrerin sicher nicht vergessen – und der damals fast fünfjährige Bub, mit dem sie an diesem Tag gegen 18 Uhr an einer Kasse des Ikea-Möbelhauses Augsburg/Gersthofen „zusammengerauscht“ ist, wohl auch nicht. Der Zwischenfall sorgte für Schlagzeilen – und jetzt für eine Verhandlung vor Amtsrichter Günther Baumann. Denn die Frau wollte einen Strafbefehl über 50 Tagessätze zu 40 Euro wegen Körperverletzung erst mal nicht akzeptieren.

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Zum Auftakt der Verhandlung vor dem Jugendschutzgericht darf die Angeklagte ihre Sicht schildern. Sie habe damals Regalbretter eingekauft und war froh, dass an der Kasse nicht viel los war, denn sie habe sich nicht wohlgefühlt, erzählt die Frau und erwähnt ihre Migräne. Doch als sie ihre Waren einscannte, habe sich ein Kind auf das Kassenband gesetzt.

Ohrfeige bei Ikea: Angeklagte sagt, der Bub benahm sich flegelhaft

Sie habe den Buben ermahnt, er solle runter vom Band: „Das ist kein Platz zum Spielen!“ Auch die Kassiererin, so die Angeklagte, habe den Buben weggeschickt. Doch der habe nur die Zunge rausgestreckt. Kurz darauf sei er zwischen ihr und der Kasse gewesen, sie habe ihn wieder weggeschickt mit dem Hinweis, die Ware könnte umkippen – ohne Wirkung. Sekunden später habe das Kind, so die Frau, unbemerkt den Wagen weggeschubst, die ganzen Bretter seien weggerutscht, mit „Mordskrawall“, sie sei „mordsmäßig erschrocken“. Sie habe den Bub gepackt, wollte ihn aus dem Bereich ziehen, er habe sich an ihrem Arm festgehalten, sie habe ihn weggeschubst, da sei er wohl zu seiner Mutter gelaufen. „Ich habe keine Verletzung gesehen.“

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Die gab es aber. Staatsanwältin Andrea Hobert listet Schrammen, eine leichte Schwellung und eine Rötung der rechten Wange auf. Die Ursache laut Strafbefehl: Die Frau habe den Buben „mit der flachen Hand geschlagen“, für die Justiz eine Körperverletzung.

Angeklagte mochte ihr Verhalten nicht als Ohrfeige sehen

Richter Baumann kommt gleich zum juristischen Kern des Vorfalls: „Haben Sie dem Kind eine Ohrfeige gegeben?“ Die Angeklagte verneint. Da lädt der Richter alle Prozessbeteiligten ein, sich das Video einer Überwachungskamera aus dem Kassenbereich von Ikea anzusehen, auf dem in klaren Bildern die entscheidenden Sekunden zu sehen sind. „Da hab ich ihn festgehalten“, kommentiert die Angeklagte. „Na, na“, hält Richter Baumann dagegen, „das ist kein Ziehen. Sie holen aus und geben ihm einen Schlag.“ Die Frau sieht das anders. Immer wieder läuft das Video, die gegensätzlichen Interpretationen von Richter und Angeklagter ändern sich nicht. Erkennen lässt sich darauf übrigens auch, dass der Bub wohl absichtlich und nicht zufällig die Bretter ins Rutschen bringt. Doch das ist für das Verfahren ohne Bedeutung. Richter Baumann weist darauf hin, dass die Zeugen, die noch auf ihre Aussage warten, die Ohrfeige ebenfalls bestätigen würden.

Die Verhandlung hat jetzt gerade zehn Minuten gedauert, da bittet Verteidiger Moritz Bode (Augsburg) um eine Unterbrechung. Weitere zehn Minuten spricht er intensiv mit seiner Mandantin, informiert sie dabei sicher auch, dass sie bei dieser klaren Beweislage in der Verhandlung mit einer höheren Strafe als im Strafbefehl rechnen müsse. Denn bei dem unterstellt die Justiz ein Geständnis der Beschuldigten.

Warum die Angeklagte am Ende doch einlenkte

Zurück im Gerichtssaal fällt der Frau der entscheidende Schritt immer noch schwer. Der Richter solle ihr bestätigen, dass sie die Gefahr nicht einschätzen konnte. Offenbar schwingt bei ihr die Sorge mit, dass sich die Annahme des Strafbefehls negativ auf ihre Chancen, als Fachlehrerin zu arbeiten, auswirken könnte. Das müsse sie mit Schulamt oder Schule abklären, sagt ihr Verteidiger. Moritz Bode muss noch einige Sekunden warten, ehe ihm die Frau mit Nicken und leisem „Ja“ das Signal gibt, ihren Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzuziehen. Die Verhandlung ist damit beendet. „Das war das Beste, was Sie machen konnten“, wendet sich Richter Baumann an die Angeklagte, „man kann die Augen nicht verschließen vor dem, was geschehen ist“.

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25.10.2019

Ach die armen Kinder. Nichts darf man ihnen tun oder sagen, denn dies traumatisiert die armen Hascherl ja, seltsam finde ich, dass sämtliche ältere Generationen dies alles gut überlebt haben und keinen an der Klatsche haben :-)) .
Wo dies hinführt sehen wir ja immer wieder. Kein Respekt und Anstand mehr, dafür können die aber alle ganz gewaltig austeilen, nur keiner einstecken. Und ja, dies alles geht schon im Kindergartenalter los und wird mit zunehmendem Alter immer schlimmer. Und dann wundern sich die Eltern, wenn Sie ihren Halbstarken nicht mehr Herr werden, weil Sie jahrelang alles durchgehen haben lassen.
Klar hätte die Ohrfeige nicht sein dürfen, aber ist halt im Affekt geschehen. Auch die Kassiererin hätte da davor schon einschreiten müssen, wenn ein Kind ohne Bezugsperson auf dem Kassenband turnt! Wäre da am Ende etwas passiert, wäre das Geschrei auch wieder riesig gewesen. Hoffe die Mutter/Eltern dürfen das Geld der Strafe nicht einstecken, am Ende kommen die auf die Idee ihren kleinen unerzogenen Sohn dies öfters machen zu lassen, da kann man ja gut Leben davon!

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25.10.2019

Liebe AZ! Kann man hier bitte die Kommentarsektion schließen? Das ist ja widerlich was hier für ein geistiger Dünnpfiff verbrochen wird. Ekelhaftes Volk. Schämt euch!

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25.10.2019

Vorsicht, da kommt bestimmt gleich wieder jemand mit Meinungsfreiheit ums Eck!

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25.10.2019

Das ist natürlich eine überzeugende Argumentation, was Sie hier bieten. Chapeau. Ich meine also bin ich. Vllt. kann man Ihre Meinung auch widerlich finden, schon allein deshalb, weil Sie nicht mal kenntlich machen, welche der durchau kontroversen Meinungen Ihrer unmaßgeblichen Aussage nach 'widerlich sind

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26.10.2019

Maja S. Sie sind ganz oben mit dabei. Ich wurde als Kind geschlagen. Geholfen hat es mir nicht. Probleme anderen Menschen zu vertrauen hat es geschaffen ... Aggressionen hat es geschaffen ... Man kann durchaus den Impuls haben oder auch die Lust jemanden für seine Dummheit zu schlagen, allerdings sind die, welche diesem Impuls nachgeben nicht die Säulen der Gesellschaft. Menschen,die Kinder schlagen sind mit sich selbst unzufrieden, nörgeln am Wetter, haben Streit mit teilen ihrer Familie, haben selbst Gewalt erfahren, haben wenig bis gar keine Selbstbeherrschung, schimpfen auf Flüchtlinge, kaufen einen Diesel weil sie Greta ärgern wollen, sagen ihrem Nachbarn er müsse mal wieder den Rasen mähen, haben eine hohe Wahrscheinlichkeit AFD gewählt zu haben, schimpfen auf "die da oben", schauen RTL, nutzen häufig den Ausdruck "der kleine Mann", haben wahrscheinlich einen schlummernden Selbsthass, weil sie ihre eigenen Kinder geschlagen haben, kaufen die Bild, nennen dunkelhäutige Menschen Neger oder Vollpigmentierte (das wird man ja wohl noch sagen dürfen!) . . . ich könnte ewig weiter machen. Trifft natürlich alles nicht auf Sie zu ... Klar ... Sie doch nicht. Schönes Wochenende.

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26.10.2019

Hallo Herr Gaudian,

zu Ihrer Antwort: Was Sie nicht alles zu wissen glauben! Meine Güte. Von Selbsthass sind SIE jedenfalls mal weit entfernt. Dafür ganz nah dran an der Selbstüberschätzung.

Meine Kindheit liegt ungefähr 50 Jahre zurück. Und zu dieser Zeit war körperliche Züchtigung von Kindern ein gängiges Erziehungsmittel. Damals gab es sogar noch 'Tatzen' in der Schule und manche Lehrer ohrfeigten auch noch. Dass sich diese Auffassung geändert und seit 2000 ins BGB Einzug gehalten hat, ist so richtig wie begrüßenswert. Kinder haben Anspruch auf eine gewaltfreie Erziehung. Punktum.

Ein Gesetzestext kann nun aber nicht alle Facetten kindlichen Agierens, wie der erzieherischen Unfähigkeit der Eltern etc. en detail regeln, das geht nicht. Und im IKEA-Fall wird m.E. einfach überreagiert.

Die betroffene Frau ist eben genau keine Erziehungsberechtigte, es ist nicht ihre Aufgabe, mit dem Kind kindgerecht, vernünftig und pädagogisch wertvoll umzugehen, vllt. hat sie selbst keine Kinder oder aber die ihrigen wurden in einer Zeit groß, wo sie eben ein paar hinter die Ohren bekamen, wenn sie sich so aufführten. Sie ist erschrocken, sie hat reagiert, vllt. reflexhaft. So was kommt vor im Leben und kann ein Kind schon auch mal erfahren müssen. Es wird noch viel erleben bis es erwachsen ist, das es in großes Staunen versetzen wird.

Und nun noch zu ihrem Lamento, weil Sie geschlagen wurden. Meine Mutter schlug mich auch. Sie versohlte mir sogar den Hintern mit dem Kochlöffel, nachdem eine Nachbarin ihr das empfohlen hatte, weil es mit der flachen Hand doch ihr selbst mehr weh täte als mir. Ich habe meine Mutter geliebt und sie liebte mich. Schläge bekam ich sehr selten und nur, wenn ich entsprechend etwas ausgefressen hatte. Mein Vertrauen in meine Mutter war immer unerschütterlich. Gekränkt hat mich nur, wenn sie mir mal Unrecht tat. Ungerechtigkeit ist nämlich schlimmer als verdiente körperliche Härte. Sie ist viel mehr in der Lage Vertrauen zu zerstören. Denken Sie mal drüber nach, ob Ihr zerstörtes Vertrauensverhältnis nicht viel eher daher kommt, dass Ihnen Ungerechtigkeit widerfahren ist. Ungerechtigkeit wiederum kann auch ohne körperliche Gewalt geschehen. Strafen, wie Hausarrest, gestrichene Zusagen etc. Mein Vater hat nie die Hand gegen mich erhoben. Er hat mich nur angeschrien, wenn etwas war. Sie dürfen mir glauben, dass mir eine Watschn meiner Mutter lieber war.

Ja, ich weiß, diejenigen, die geschlagen wurden, reden immer die Gewalt gegen Kinder klein. Obwohl das ja bei Ihnen offenbar nicht der Fall ist.

Jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Kinder sehr wohl wissen, wenn sie den Bogen überspannen, dass sie die Grenzen auch ausloten und dass Eltern auch nur Menschen mit Nerven sind, die ihnen auch mal durchgehen können. Ebenso wie Nichteltern, die mit Kindern anderer konfrontiert werden.

Das hat alles nichts damit zu tun, dass man findet, Kinder sollten wie früher quer durchs Zimmer geprügelt werden dürfen, wenn ein Erwachsener schlechte Laune hat, beim Essen der Suppenteller vom Tisch gerutscht ist oder die Noten nicht so sind, wie erwartet. Es gibt halt auch in dieser Sache nicht nur schwarz und weiß, auch wenn Leute wie Sie das offenbar glauben – ist das einfachere Weltbild, ich weiß.

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26.10.2019

Gleich alles schließen und verbieten wollen. Ich schreibe sehr ungern Kommentare, lese diese aber gerne.
Vor allem lese ich da auch gerne andere Meinungen.
Also wenn man nicht persönlich beleidigt wurde, sollte man lieber mal still halten. Diese ganze Vorgehensweise von Leuten,
die ihrer Meinung nach alles richtig sagen und machen geht mir immer mehr auf die Nerven. Bald ist alles verboten, weil sich ein Persönchen wieder aufgeregt hat..

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25.10.2019

Ich bin gegen Schläge bei Kindern, aber ich kann´s der Frau in dieser geschilderten Situation nicht verdenken. Aus meiner Sicht hätte auch der Bub und die Mutter hieraus Konsequenzen haben müssen, ansonsten wird die Rücksichtslosigkeit des Kindes und der Mutter durch den Gesetzgeber gefördert.

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25.10.2019

@Maria G.

Ich habe nicht geschrieben, dass das Kind aus der Ohrfeige was gelernt hätte, sondern, dass es aus dem Fall, dass es sich daneben benimmt, in Konsequenz aber nicht es bestraft wird sondern der Erwachsene vor Gericht landen, den Schluss ziehen wird, dass es machen kann was es will.

Richtig, das mit den Geschädigten sehe ich auch so. Und gerade auch wenn Kinder, deren Eltern ihr Verhalten völlig egal ist, agieren. Da haben Sie nämlich null komma gar nichts in der Hand.

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25.10.2019

@ Maja S.
Ihre Ausführungen sind schon sehr grenzwertig. Erstens sieht unsere Gesetzgebung halt einmal vor, dass Kinder nicht geschlagen werden dürfen. Dem mag man nun zustimmen oder nicht, daran halten muss man sich halt nun mal.
Dass der Frau nach dem flegelhaften Verhalten des Kindes die Nerven durchgingen kann man ja noch eventuell verstehen. Ihre Argumentation ist jedoch ziemlich fragwürdig.
Ob das Kind aus der Ohrfeige etwas gelernt hat und für die Zukunft daraus Schlüsse zieht ist an den Haaren herbei gezogen. Da die Eltern (Mutter?9 nicht eingegriffen hat und das Kind zu einem angemessenen Verhalten angewiesen hat, im Gegenteil ja eine Anzeige erstattet hat, bezweifle ich sehr stark, dass hier eine Wirkung erzielt wurde. Im Gegenteil, das Kind hat gelernt "ich kann machen was ich will, die Rückendeckung kommt ja von den Eltern".

Soviel zu Ihren Ausführungen. Im Grunde hätte die Mutter die Ohrfeige verdient, was aber ebenfalls nach unseren Gesetzen nicht geht.

Leider muss ich des öfteren feststellen, dass unsere Gesetze die Geschädigten weniger schützt als die Schädiger. Und bei den meisten Taten wird ja mal der Zeigefinger erhoben und der Richter sagt dann: "Du, du das darfst du aber nicht tun."

Damit hat sich das Thema dann erledigt und es wird verwundert festgestellt, dass der gleiche Täter einige Wochen später wieder vor dem Richter steht, mit dem gleichen Prozedere.

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25.10.2019

Gewalt ist hier definitiv falsch am Platz. Das der kleine sich unmöglich benommen hat und die Mutter/Vater hier nicht eingeschritten haben ist nicht in Ordnung.

ABER: Deshalb ist es keine Lösung, dass Kind zu schlagen. Man schlägt ja auch keinen Erwachsenen. Gerade als lehrerin sollte man geschult sein, sich da im Griff zu haben. Das ist eher das Fatale dran.

Die Umstände (Migräne, Kind macht extrem viel Stress) kann man als Entlastung vielleicht akzeptieren.

Besser wäre es gewesen, dass Kind zu nehmen, es zur Info zu bringen, damit die Eltern sich darum kümmern können. Da hätte auch die Kasserin einschreiten können.

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25.10.2019

Die Frau musste erst mal die Bretter aufheben, die wegen dem Rüpelkind vom Wagen gefallen waren.

Ein fremdes Kind, das sich ggf. wehrt, an der Hand nehmen und irgendwohin bringen? Um Himmels Willen, niemals! Das kann Ihnen als Entführung ausgelegt werden - Nötigung sowieso. Sie denken vllt. vernünftig, aber Gesetzgebung ist bzgl. Kindern nicht vernünftig.

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25.10.2019

Die Frau musste erst mal die Bretter aufheben, die wegen dem Rüpelkind vom Wagen gefallen waren.

Ein fremdes Kind, das sich ggf. wehrt, an der Hand nehmen und irgendwohin bringen? Um Himmels Willen, niemals! Das kann Ihnen als Entführung ausgelegt werden - Nötigung sowieso. Sie denken vllt. vernünftig, aber Gesetzgebung ist bzgl. Kindern nicht vernünftig.

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25.10.2019

Ein Kind im Kindergartenalter, offensichtlich alleine, könne Sie natürlich zur Info bringen. Die Kassierin ist informiert.

Wollen Sie es einfach weiter toben und zerstören lassen?

Ich hätte laut gerufen, wem dieses Kind gehört und wenn sich keiner meldet, hätte ich es 100% zur "Info" gebracht.

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25.10.2019

@Donis B.

Wo wird hier bitte Gewalt ‚verherrlicht‘. Das ist doch Ihre extreme Auslegung. Und wo genau überhaupt sehen Sie in unserer Gesellschaft den Wunsch nach gewaltfreiem Handeln und Kommunikation? In den aberhundert Krimis, die einem tagtäglich auch in den öRs zur besten Sendezeit und im Vorabendprogramm angeboten werden und in denen genau das Gegenteil stattfindet? Was lernt die Jugend denn daraus bitte?

Sie glauben also nicht, dieses Kind nimmt jetzt als Botschaft mit aus dem Vorfall, dass es sich alles erlauben kann, weil ‚Gewaltfreiheit‘ in der Kindererziehung gesellschaftlicher Standard geworden ist und diejenigen, die überhaupt keinen Zugriff (kein Erziehungsrecht für) auf das Kind haben, schlicht erdulden müssen, was diesem so alles einfällt? Tritt es Sie gegens Schienbein, sagen Sie ‚Ei du Böser, das darfst du aber nicht‘, zerkratzt er den Lack Ihres Autos, gehen Sie wortlos zur Polizei um sich sagen zu lassen, dass das Kind noch schuldunfähig ist und da es auf dem Weg zur Schule war auch keine verletzte Aufsichtspflicht vorliegt. Dann lassen Sie den Schaden richten (weil es ein Leasingfahrzeug ist) und hoffen darauf, die Eltern dem Kind inzwischen nahegebracht haben, dass man so etwas nicht macht. Wenn nicht, zerkratzt es ihr Auto eben wieder.

Gewalt ist ab und an sehr wohl eine Lösung. Verzicht auf sie macht einen ohnmächtig. Völlige Gewaltlosigkeit wird nur von denen propagiert, die noch nie in eine solche Situation gekommen sind.

Die andere Wange hinzuhalten ist ein guter Vorsatz und nett gemeint, wenn man dann sieht, dass derjenige, dem man sie hingehalten hat, nicht beschämt innehält sondern beginnt andere zu schlagen und sie gleich auffordert ihm die zweite Gesichtshälfte anzubieten, sollte man vllt. die übermäßige Friedfertigkeit mal überdenken.

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25.10.2019

@Michael D.

>>Und da wir in einer gewaltfreien Gesellschaft leben wollen, in der es a) nicht bei jeder Provokation zu Gewalttaten kommt und b) in der vor allem wegen der Ungleichverteilung der physischen Kräfte in so einer Situation nicht einfach der Stärkere siegen soll, hat der Gesetzgeber im Auftrag der Bevölkerungsmehrheit Gesetze erlassen, die solches Verhalten verbieten und bestrafen.<<

Da Sie schon von Siegern und Verlierern reden: Wer verliert denn in dieser Situation und in künftigen, wenn man der Geschädigte eines völlig unerzogenen, außer Rand und Band geratenen Kindes ist?

So richtig es einerseits ist, dass Kindern keine körperliche Gewalt mehr angetan werden darf (und das betrifft vor allem natürlich das was man unter Prügel versteht) so ohnmächtig lässt es Erwachsene werden, wenn Eltern unwillig oder unfähig (oder gar nicht anwesend) sind die eigenen berechtigten Interessen durchzusetzen. Denn schon wenn Sie das Kind nur anfassen, kann ihnen eine Klage auf Körperverletzung blühen. Vllt. kommen sie im einen oder anderen Fall noch mit Notwehr oder Notstand davon.

Sie können sicher sein, dass der 'arme Bub' die richtigen Schlüsse aus dem Verhalten der Erwachsenenwelt ziehen wird.

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25.10.2019

Erklären Sie uns doch bitte, wie die Jugend lernen soll, dass sich eine Gesellschaft durch gewaltfreies Handeln und Kommunizieren auszeichnet, wenn ebendiese offensichtlich Gewalt verherrlicht und anwendet. Ob es nun eine Ohrfeige ist oder eben Prügel - Gewalt ist es in beiden Fällen. Da gibt es effizientere Erziehungsmaßnahmen. Um Hagen Rether zu zitieren: "In der 1. Klasse sollte es zwei Fächer geben: Gewaltfreie Kommunikation und nachhaltiges Leben"...
Wenn ich mir das Verhalten der älteren Generationen in Themen wie Politik, Fußball oder Toleranz ansehe, dann wundert mich auch das Verhalten der Jugend nicht. Diese sind nämlich ein Spiegelbild unserer selbst.

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24.10.2019

Und der Mutter einen Kurs in Erziehung aufbrummen.

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24.10.2019

Eine Ohrfeigen zur rechten Zeithat noch keinem geschadet

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24.10.2019

Bei einer "Watschen" kann man wohl noch nicht von "Prügeln" reden. Meiner Meinung nach eine Verständliche Reaktion der Frau.

Es muss zwar nicht sein, seine Kinder für jeden Blödsinn grün und blau zu schlagen, wie es früher oft der Fall war, aber ohne geht es wohl auch nicht, wie man hier sieht.

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24.10.2019

@Michael D.: Ich würde das nicht als Impuls beschreiben, sondern Als Affekthandlung, und die ist nicht so zu beurteilen.

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24.10.2019

Wann kommt die Anklage gegen die Mutter, die hier grob fahrlässig die Aufsichtspflicht verletzt.

Dieses Kind hat den Bogen weit, weit überspannt.

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24.10.2019

100% getroffen, was soll aus solch einem Kind einmal werden, bei "normalen" Menschen hätte schon längst die Mutter eingegriffen, aber bei uns siegt leider immer öfter die Frechheit!

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24.10.2019

Klaus Hahn, geht's noch ??? Sie fordern hier auf, Kinder und Mütter zu prügeln ? Das ist doch ganz klar eine Aufforderung zur Gewalt. Natürlich ist die Mutter schuld, keine Frage. Meine Kinder hätten so etwas nicht bringen können, da wäre ich schon vorher eingeschritten. Aber, falls Sie es noch nicht mitbekommen haben als Ewig-Gestriger: DIE PRÜGELSTRAFE IST ABGESCHAFFT !!!

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24.10.2019

Ich finde es gut, dass hier eine solche Aussage wie von Herrn Hahn nicht unwidersprochen bleibt. Schönes Leben hier... ;-)

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24.10.2019

(edit/mod/bitte sachlich argumentieren)

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24.10.2019

100% getroffen, was soll aus solch einem Kind einmal werden, bei "normalen" Menschen hätte schon längst die Mutter eingegriffen, aber bei uns siegt leider immer öfter die Frechheit!

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24.10.2019

Ich glaube, den Impuls hätte sicher ein großer Teil der Leute in der Situation gehabt.

Was uns von Tieren unterscheidet ist, dass wir den Impuls kontrollieren können und ihm nicht nachgeben müssen.

Und da wir in einer gewaltfreien Gesellschaft leben wollen, in der es a) nicht bei jeder Provokation zu Gewalttaten kommt und b) in der vor allem wegen der Ungleichverteilung der physischen Kräfte in so einer Situation nicht einfach der Stärkere siegen soll, hat der Gesetzgeber im Auftrag der Bevölkerungsmehrheit Gesetze erlassen, die solches Verhalten verbieten und bestrafen.

Fangen Sie auch mit stärkeren Leuten gerne Prügeleien an, wenn diese frech werden? Dann bin ich froh, dass ich Ihnen (wenn es sich nicht vermeiden lässt) in Deutschland begegne und nicht in Syrien o.Ä., denn irgendwie habe ich den Verdacht, dass man Sie relativ schnell reizen kann...

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24.10.2019

Vollkommen Ihrer Meinung, aber heutzutage muß Dummheit und Frechheit nicht mehr bestraft, sondern schon fast belohnt werden

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