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Landkreis Augsburg

09.11.2020

Nachbarschaftshilfe im Lockdown: Angebot ist größer als Nachfrage

Einkaufen in Zeiten von Corona kann für Risikogruppen zur Gefahr werden. Im ganzen Landkreis gibt es Stellen, die Nachbarschaftshilfe anbieten.
Bild: Peter Wieser (Symbolfoto)

Plus Vielerorts im Landkreis gibt es Hilfsprojekte während des zweiten Corona-Lockdowns. Auf große Nachfrage stößt das Angebot aber nicht. Woran liegt das?

Es ist wieder so weit: Wer kann, sollte zu Hause bleiben, Lokale sind geschlossen, Veranstaltungen fallen aus. Ähnlich wie im März wird ein Großteil des öffentlichen Lebens heruntergefahren. Schon vor rund einem halben Jahr wollten viele denjenigen helfen, die wegen der Corona-Maßnahmen eingeschränkt sind. Auch jetzt gibt es wieder viele Einkaufsservices oder ähnliche Projekte. Doch die Nachfrage ist überschaubar. Woran liegt das?

Kontakt zu anderen, das sei ein menschliches Grundbedürfnis, sagte Martina Lutz im Gespräch mit unserer Redaktion vor Kurzem. Sie arbeitet auch an der Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (ELF) in Gersthofen.

Menschen, die ohnehin einsam sind, klammern sich in der Zeit des Lockdowns oft an die wenigen sozialen Kontakte, die bleiben. Das könne zum Beispiel der Bäcker oder die Kassiererin im Supermarkt sein. "Einsame Menschen gehen gerne oft auch wegen Kleinigkeiten einkaufen", sagt Lutz. So komme man unter Leute.

Ehrenamtliche gehen für Senioren einkaufen oder bieten Gespräche an

Das bestätigt auch Ulrike Schipf von der Nachbarschaftshilfe im Holzwinkel. Sie stellt fest, dass nur wenige den Einkaufsservice, der auch schon während des ersten Lockdowns angeboten wurde, tatsächlich annehmen. "Ich denke, inzwischen haben sich die meisten, die wirklich Hilfe brauchen, auch schon organisiert", sagt Schipf. Dennoch: "Lieber zu viel Angebot als zu wenig." Neben dem Einkaufsservice bietet die Nachbarschaftshilfe auch eine sogenannte Telefonpatenschaft an.

Wer einsam ist oder jemanden zum Reden braucht, kann ganz einfach anrufen. "Wir haben viele Ehrenamtliche, die helfen wollen", sagt Schipf. Gefragt ist bei der Nachbarschaftshilfe vor allem ein Fahrservice - zum Beispiel zu dringenden Arztterminen. Der sei aber auch schon vor Corona gerne in Anspruch genommen worden.

Wer während des Lockdowns Unterstützung braucht, findet hier Hilfe

Auch wenn das Angebot offenbar größer als die Nachfrage ist, wollen viele Ehrenamtliche im Kreis gerne weiter helfen. Wer in Zeiten der Pandemie Unterstützung braucht, findet diese unter anderem hier:

  • Stadtbergen In Stadtbergen haben sich die Stadtverwaltung, der Jugendrat, der Seniorenbeirat, die Ministrantengruppen, die Abteilung Turnen der TSG, die Pfadfinder und der Verein Brückenschlag der Friedenskirche zusammengetan. Sie bieten Hilfe beim Einkaufen, gehen mit dem Hund Gassi oder bieten Gespräche am Telefon an. Zu erreichen sind die Helfer von Montag bis Freitag, 8.30 bis 14 Uhr unter 0172/4292255 (auch WhatsApp) sowie im Rathaus Stadtbergen unter 0821/2438137 oder per E-Mail an coronahilfestadtbergen@gmail.com.
  • Diedorf Auch in Diedorf ist ein Hilfsangebot entstanden. Organisiert wird es von der evangelischen und katholischen Kirche, der Gemeinde und der Nachbarschaftshilfe. Erst am Wochenende habe sie für eine ältere Dame Einkäufe erledigt, die gerade aus dem Krankenhaus kam, sagt Elisabeth Wiedemann, pastorale Mitarbeiterin der Pfarrei und eine der Helferinnen. Ansprechpartner sind die katholische Gemeinde unter Telefon 08238/2326, die evangelische Gemeinde, Telefon 08238/60601, die Gemeinde Diedorf und das DieZ unter Telefon 08238/3004-48 und die Nachbarschaftshilfe, Telefon 08238/2429.
  • Neusäß Im März hatte der Jugendbeirat in Neusäß eine Initiative ins Leben gerufen, bei der vor allem Senioren während des Lockdowns geholfen wurde. "Wir sind nicht überrannt worden, aber es gab Nachfragen", sagt Nils Härle, Vorsitzender des Jugendbeirats. Damals hatten viele Schüler eine Menge Zeit, da die Schulen geschlossen waren. Diesmal bleiben die allerdings geöffnet. Man müsse deshalb sehen, inwiefern das Angebot wieder ins Leben gerufen werden kann, sagt Härle. Derzeit werde abgeklärt, ob es dafür Interessenten gebe.

  • Holzwinkel Mehr zum Angebot von Ulrike Schipf und den anderen Helfern finden Sie im Internet unter www.freiraum-zum-leben.de/nachbarschaftshilfe. Telefonisch erreichbar ist Schipf als Organisatorin unter 0151/22279785.

  • Altenmünster Die Gemeinde hat die kommunale Nachbarschaftshilfe „Helfende Hände“ ins Leben gerufen. Projektkoordinatorin Petra Wiedemann kümmert sich seit Oktober 2018 um die Vermittlung der Hilfsdienste. Sie ist montags und donnerstags von 10 bis 11.30 Uhr telefonisch unter 0179/4156526 erreichbar.

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