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Bonstetten

07.07.2020

Neue Ortsmitte in Bonstetten: Die Pläne für das Millionenprojekt

Dieses Konzept hat den Architekturwettbewerb in Bonstetten gewonnen. Der Architekt entwirft ein großes Gebäude aus Holz und Glas.
Bild: Harris + Kurrle Architekten

Plus Jetzt steht die Planung für den neuen Mittelpunkt von Bonstetten fest. Wie das riesige Gebäude aussehen soll und wer profitiert.

Große Pläne für die neue Ortsmitte in Bonstetten: Ein neues Rathaus, ein Bürgersaal, Platz für Musiker und Feuerwehr – der Neubau mitten im Ort wird ein Millionenprojekt. Wie das Gebäude einmal aussehen soll, steht nun grob fest. Dazu hatten sich mehrere Architekten Gedanken gemacht. In einem Wettbewerb sind sie gegeneinander angetreten. Jetzt gibt es einen Sieger.

Und der heißt: Joel Harris. Der Stuttgarter Architekt konnte den Wettbewerb mit seinem Entwurf knapp für sich entscheiden. 21 Architekten hatten sich beworben. Sein Modell sieht ein großes Gebäude aus Holz vor. Die Details müssen noch geklärt werden, klar ist aber, dass das Millionenprojekt Platz für verschiedenste Gruppen bieten soll. So sollen nicht nur die Sitzungen des Gemeinderats in dem neuen Bau stattfinden. Auch Bonstetter Musiker sollen in dem neuen Bau an der Hauptstraße üben. Läuft alles nach Plan, könnte die Feuerwehr schon im kommenden Jahr nicht mehr von der Bahnhofstraße ausrücken, sondern von der ehemaligen Brauerei zum Einsatz fahren. Der riesige Bau entsteht gegenüber des Bonstetter Bräustüble, in zentralster Lage.

Mehrheit bei Bürgerentscheid für die neue Ortsmitte in Bonstetten

Lange wurde über das Millionenprojekt diskutiert. Richtig in Fahrt kam es letztlich erst durch einen Bürgerentscheid, der sich mit knapper Mehrheit für das Projekt aussprach. Aus Sicht der Gemeinde ist der Neubau nötig, weil das bestehende Feuerwehrhaus längst nicht mehr den aktuellen Vorgaben entspreche und aus allen Nähten platze. Der alte Musikraum sei zu klein und stark renovierungsbedürftig. Auch das Rathaus sei mittlerweile zu knapp bemessen und nicht zukunftsfähig.

Der Plan des Architekten sieht nun ein modernes Gebäude aus Holz und Glas vor. Auf den Plänen ist auch das Dach des großen Baus aus Holz. Ob das so bleibt, wird der Bonstetter Gemeinderat noch diskutieren. „Die offizielle Planung beginnt erst“, sagt Bonstettens Bürgermeister Anton Gleich. Inspiration soll den Gemeinderäten eine Tour durch die Region bringen. Dabei wollen sich die Gemeindevertreter verschiedene Bauprojekte ansehen, zum Beispiel das Gymnasium in Diedorf oder Bürogebäude in Augsburg und Wertingen.

Soll das neue Gebäude in Bonstettens Ortsmitte ein Dach aus Holz bekommen?

In den vergangenen Wochen und Monaten beschäftigte sich ein Gremium intensiv mit den Plänen der verschiedenen Architekten im Wettbewerb. Darunter vier Gemeinderäte und Fachleute. Am Ende entschied der Stuttgarter Architekt Harris den Wettbewerb nur ganz knapp für sich, erzählt Bürgermeister Gleich (CSU). Er hatte sich bei der Abstimmung für die Pläne des Gewinners ausgesprochen. Gleich: „Das Gebäude hat klare Konturen, wirkt übersichtlich und entspricht unseren Anforderungen.“

Die Bonstetter Gemeinderäte haben sich für diesen Entwurf des Architekten Joel Harris entschieden.
Bild: Harris + Kurrle Architekten

Über die Materialien des Baus müsse man allerdings noch einmal diskutieren. Derzeit ist vor allem Holz und Glas eingeplant. Auch Gemeinderätin Petra Zinnert-Fassl (FW) saß in der Jury und hatte sich für die Planungen des Siegers ausgesprochen. Aus ihrer Sicht ist gerade das eingezeichnete Holzdach „spektakulär“. Dadurch hebe sich der Plan von den anderen ab. Zinnert-Fassl: „Ich hätte das sehr gerne“. Der wesentliche Unterschied zu dem zweiten Favoriten der Jury war die räumliche Trennung des Feuerwehrgebäudes. In den Plänen, die auf dem zweiten Platz landeten, war das Gebäude in L-Form räumlich vom Rest getrennt.

Baukosten für Ortsmitte in Bonstetten bei rund fünf Millionen Euro

Für diesen Plan sprach sich Gemeinderätin Gertrud Wagner (Grüne) aus. Sie sagt: „Es war das bessere Konzept, mit mehr Raum für die verschiedenen Gruppen.“ Mit der nun favorisierten Lösung könne aber auch Wagner gut leben. „Das war eine sehr knappe Entscheidung“. Grundsätzlich müsse man sich allerdings die Frage stellen, wie sinnhaft der riesige Bau überhaupt ist. Speziell den geplanten Bürgersaal kritisiert Wagner, schließlich habe die Gemeinde Bonstetten bereits einen solchen Saal. Auch die Kosten für Bau und Unterhalt kritisierten die Grünen immer wieder.

Bürgermeister Gleich geht davon aus, dass die Baukosten bei etwa fünf Millionen Euro liegen werden. Eine Million davon soll durch Fördergelder finanziert werden. Läuft alles nach Plan, weder man die Details des Konzepts im September planen. Gegen Ende des Jahres soll der theoretische Teil des Bauprojekts fertig sein. Mit dem Baubeginn rechnet Bürgermeister Gleich gegen Ende des kommenden Jahres.

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