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Bahnausbau

18.05.2019

Räte warnen vor dem Abstellgleis

Im Zusmarshauser Gemeinderat wird über den Ausbau der Bahnstrecke gestritten. Die SPD befürchtet eine Lösung entlang der A8

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Zusmarshausen wurde heftig über den geplanten Ausbau der Bahnstrecke diskutiert. Am Montag will ein Vertreter der Bahn nach Zusmarshausen kommen, um die Pläne des Ausbaus auf der Strecke Augsburg–Ulm zu sprechen.

„Ziel dieses Gespräches ist eine Vorstellung des Projekts, das gegenseitige Kennenlernen und ein erster Austausch zu den Themen der Kommunen rund um das Projekt“, heißt es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung, auf die Bürgermeister Bernhard Uhl hinwies. Dritter Bürgermeister Stefan Vogg, der die Eingabe von SPD/ Aktives Bürgerforum vortrug, machte mit ernstem Gesicht klar, dass er schon vor der geplanten Begegnung von Bahn und Kommune die wahren Hintergründe kenne: „Da gibt es schon lange Bestrebungen, die Sache entgegen der planerischen Vorgaben entlang der A8 laufen zu lassen“, betonte der erklärte Schnelltrassen-Gegner parallel zum Straßenstrang.

Mit einem „Wir müssen jetzt alle mit einer Stimme sprechen“ forderte Vogg nichts Geringeres als die Neuauflage einer partei- und landkreisübergreifenden Resolution zugunsten „einer Ertüchtigung der bestehenden Strecke mit dem dritten Gleis bis Dinkelscherben“.

Wie berichtet, hatten 13 Gemeinden – von Adelsried über Diedorf bis Zusmarshausen – vor vier Jahren gemeinsam gegen eine Schnellstrecke zwischen Augsburg und Burgau votiert. Allerdings gaben sich mehrere Redner besorgt, dass dieser einstige kommunale Bund im Zuge der Bahngespräche vor Ort bröckeln könnte. „Wenn zum Beispiel jemand von der Größe Neusäß abspringt, läuft die Entwicklung gegen uns“, ließ ein Ratsmitglied durchblicken. Zweiter Bürgermeister Robert Steppich äußerte die Meinung, dass „wir heute wahrscheinlich nicht mehr so viele Verbündete bekommen wie damals.“ Richard Hegele hielt dagegen, dass es nun umso wichtiger sei, „klar Flagge zu zeigen“. Man habe doch nicht jahrelang für die Strecke Ulm–Dinkelscherben gekämpft, um nun zuzusehen, „wie ein Verkehrswegeplan systematisch ausgehebelt wird.“ Man müsse beisammen bleiben, appellierte Kollege Harry Juraschek an die anderen Gemeinden – und sich vor allem laut bemerkbar machen. „Wer sich nicht rührt, wird einfach übergangen – siehe Rhein-Main-Donau-Kanal und anderes.“

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