1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Regiobahn nach Dinkelscherben fährt erst am Samstag wieder

Dinkelscherben / Augsburg

24.07.2019

Regiobahn nach Dinkelscherben fährt erst am Samstag wieder

Endstation in Gessertshausen ist für Züge, die fahrplanmäßig nach Dinkelscherben sollten
Bild: Marcus Merk

Bis Samstagmorgen heißt es für die Pendelzüge von Augsburg: Letzter Halt in Gessertshausen. Züge bis nach Ulm und weiter kommen zwar später, aber durch.

Am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag noch müssen Fahrgäste der Bahn mit Beeinträchtigungen auf der Strecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben rechnen. Seit Mittwochmorgen wenden Regionalzüge mit Ziel Dinkelscherben bereits in Gessertshausen und lassen ihre Fahrgäste dort aussteigen. Ersatzbusse gibt es nicht, stattdessen sollen die Bahnkunden auf Regionalzüge bis Ulm warten und dann am Halt Dinkelscherben aussteigen.

Erst am kommenden Samstagmorgen, so ein Bahnsprecher gegenüber unserer Zeitung, dürften alle Regionalzüge wieder wie gewohnt verkehren und Dinkelscherben anbinden. Dort findet bereits ab Donnerstag das Musik-Festival „Dinkel“ statt, bei dem täglich tausende Besucher erwartet werden.

Bahn nach Dinkelscherben: Gleise wegen Hitze verzogen

Hintergrund der Umstände ist – salopp gesagt - ein „Hitzeschaden“ an einem 200 Meter langen Gleisabschnitt. „Gleislagefehler“ lautet die offizielle Bezeichnung. Bei den derzeitigen hohen Temperaturen dehnt sich der Stahl der Schienen aus, die Gleise verrutschen minimal. „Wir reden hier von Zehntel-Millimetern“, so der Bahnsprecher. Mit bloßem Auge seien sie nicht wahrnehmbar, doch die Lokführer würden es spüren, wenn sie die betreffenden Stellen passieren.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Im Prinzip sei das keine große Sache, aus Sicherheitsgründen müssen die Züge langsamer fahren: In diesem Falle nur noch noch 90 statt der ansonsten möglichen 200 Kilometer in der Stunde. Doch auf der viel befahrenen Strecke zwischen Ulm und Augsburg genügt das offenbar schon, um für Turbulenzen zu sorgen. Die einzelnen Züge werden per Einzelbefehl angewiesen, ihr Tempo an der kritischen Stelle zu reduzieren. Am Wochenende soll dann ein automatisiertes Verfahren in Betrieb gehen, das diese Information übernimmt. „Sondersignalisierung“ lautet der Fachbegriff.

Alle Züge kommen zu spät

Um in den nächsten beiden Tagen die Situation auf der Strecke zu entzerren, kehren die Pendelzüge von Augsburg nach Dinkelscherben bereits in Gessertshausen um, während alle anderen weiterfahren dürfen. Ersatzbusse gibt es nicht, weil die Fahrgäste nach Ansicht der Bahn ja in einen anderen Regionalzug umsteigen können. Aktuell haben alle Züge auf dieser Strecke Verspätung.

Bei der Kundschaft stößt die Lage auf wenig Beifall, wie die Reaktionen in sozialen Netzwerken zeigen. „Im Winter Probleme pünktlich zu kommen und jetzt bei der Hitze auch“, kommentiert eine Userin auf der Facebookseite unserer Zeitung („Augsburger Landbote“). Tatsächlich hatte die Bahn im Januar auf der Strecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben erhebliche Probleme. Mehrfach landeten Fahrgäste, die nach Dinkelscherben oder Kutzenhausen wollten, schon in Gessertshausen auf dem Bahnsteig – und das bei Eiseskälte.

Repariert wird, wenn es kühler ist

Von der war am Mittwochvormittag nicht zu spüren. Bei brütender Hitze stiegen kurz nach elf vereinzelt Fahrgäste in Gessertshausen aus, um auf die Weiterbeförderung zu warten. Während sie sich zu orientieren versuchten, brauste der ICE vorbei. Repariert werden soll der Gleisschaden, wenn es wieder kühler ist.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren