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Ehrung

23.02.2018

Seehofer bekommt die höchste Auszeichnung des Landkreises Augsburg

Den Ehrenring mit Brillant des Landkreises Augsburg erhielt am Freitag Ministerpräsident Horst Seehofer: Dank seiner Initiative wird das Klinikum zur Uniklinik.
Bild: Marcus Merk

Ministerpräsident Horst Seehofer erhält die höchste Auszeichnung des Landkreises Augsburg. Warum es für ihn so wichtig ist, etwas Bleibendes zu schaffen.

„Die Uni-Klinik kommt!!!“ Mit diesen drei Worten überraschte Horst Seehofer vor fast genau neun Jahren viele Menschen, als er sich ins Goldene Buch der Stadt Augsburg eintrug. Der Ministerpräsident hat sein Versprechen gehalten und durchgedrückt, dass aus dem kommunalen Klinikum mit rund 1600 Betten und 5300 Beschäftigten eine staatliche Universitätsklinik mit den Forschungsschwerpunkten Medizininformatik und Umweltmedizin wird. Dafür erhielt er am Freitag in einer Festsitzung des Kreistags den Ehrenring mit Brillant – ein Diamant mit 0,07 Karat auf einem aus Gelbgold reliefartig dargestellten Wappen des Landkreises. Seehofer sagte: „Das Wort ist Wirklichkeit geworden.“

Horst Seehofer wird mit Ehrenring des Landkreises Augsburg ausgezeichnet

In seiner halbstündigen Rede ging er unbewusst auch auf die Symbolik des Rings ein: Der steht für die Ewigkeit, die Hoffnung und die Beständigkeit. Seehofer: „Wir müssen Bleibendes schaffen.“ Er verglich: Wenn Gästen Bayern gezeigt werde, dann „glänzen wir mit dem, was unsere Vorfahren gemacht haben“. Es sei ein „zentraler Kompass“, etwas für die nächsten Generationen zu erreichen. Um die Uniklinik in Augsburg auf den Weg zu bringen, mussten allerdings einige Hürden genommen werden. Seehofer berichtete: Er sei gleich zu Beginn seiner Amtszeit als Ministerpräsident regelrecht überrascht gewesen, als er von einem Abgeordneten eine Kampfansage erhalten habe. Die Botschaft war unmissverständlich: Die Uniklinik verhindern. Doch Seehofer blieb beharrlich – dank auch vieler guter Geister.

Einer von ihnen war der frühere Landtagsabgeordnete Max Strehle aus Deubach. Auch Alfred Sauter aus dem Landkreis Günzburg gehörte dazu: Er fädelte zusammen mit Peter Gauweiler vor Jahren ein Mittagessen ein, bei dem Seehofer Prof. Klaus Peter kennenlernte – er hatte bereits Bekanntschaft mit Seehofers Sparpolitik während dessen Zeit als Gesundheitsminister gemacht. Peter wurde wichtiger Wegbegleiter und -bereiter. Er arbeitete beispielsweise den Antrag aus, der den Wissenschaftsrat davon überzeugte, dass eine medizinische Fakultät in Augsburg einen Mehrwert für Forschung, Wissenschaft und Lehre in Deutschland hat. Für seinen Einsatz erhielt Peter den Landkreis-Ehrenring in Gold. Die Verdienstmedaille in Gold wurde Ulrich Hörlein überreicht. Der frühere Ministerialdirigent hatte die Prozesse für das Wissenschaftsministerium vorbereitet und begleitet. Er habe den Weg frei gemacht, damit am Ende eine Vereinbarung mit dem Kommunalen Spitzenverband unterzeichnet wurde. „Von daher können deutlich mehr als 200 Millionen Euro aus den Mitteln der Krankenhausförderung in die Generalsanierung des zukünftigen Universitätsklinikums fließen“, sagte Heinz Liebert, der den erkrankten Landrat Martin Sailer vertrat. Ebenso fehlte der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl. Der stellvertretende Chef des Krankenhauszweckverbands war gar nicht eingeladen worden. Aus dem Landratsamt hieß es dazu: Es habe sich bei der Festsitzung um eine Veranstaltung des Kreistags gehandelt. Ob nun auch die Stadt Augsburg, die gemeinsam mit dem Kreis Träger des Klinikums ist, nachzieht und Seehofers Einsatz würdigt?

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Seehofer machte Uniklinik Augsburg möglich

Der Ministerpräsident beteuerte am Freitag, dass er nur seine Pflicht getan habe und die Versäumnisse der Vergangenheit nachgeholt habe. Gemeint war damit wohl, dass viele Jahrzehnte gar nichts vorangegangen war, weil sich die früheren Staatsregierungen unter Franz Josef Strauß, Max Streibl, Edmund Stoiber und Günther Beckstein auf den Standpunkt gestellt hatten, dass für Augsburg und Schwaben ein Zentralklinikum als Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe ausreicht. Jetzt kommt das „Jahrhundertprojekt“ (Seehofer): Ab 2019 ist der Freistaat Bayern verantwortlich. Landkreis und Stadt müssen laut Übernahmevereinbarung allerdings die Altschulden des Klinikums weiter abtragen. Diese liegen bei rund 100 Millionen Euro. Sie müssen sich außerdem nach dem Trägerwechsel an der bis dahin noch nicht abgeschlossenen Generalsanierung beteiligen.

Seehofer versicherte in Augsburg: Wenn es Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Planung gibt, müsse sie der Freistaat übernehmen. Er kündigte außerdem an: Egal wo er im „Herbst“ seines Lebens politisch aktiv sein werde – er wird ein Auge auf Augsburg haben. Auch mit dem Fernglas.

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