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Landkreis Augsburg

06.02.2017

Vogel-Restaurants sollten jetzt öffnen

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2 Bilder
Ein Stieglitz an der Futtersäule.
Bild: Martin Trapp, LBV

Jetzt beginnt die Zeit, in der die Tiere sich über Kerne und Samen freuen. Ein Experte gibt Tipps und erklärt, warum eine Futtersäule besser ist als ein Häuschen.

Verwaiste Meisenknödel an den Bäumen und ungeöffnetes Vogelfutter in den Kellern: So sieht es gerade bei vielen Vogelfreunden zuhause aus. Häufig wurde Dr. Martin Trapp, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz der Kreisgruppe Augsburg (LBV), deswegen in diesen Tagen gefragt: „Kommen heuer keine Vögel?“ Doch der Experte kann beruhigen: „Gerade jetzt beginnt die Zeit, in denen die Vögel nach Futter suchen.“

Warum bis dato an den Futterstellen noch vergleichsweise wenige Vögel zu beobachten waren, hat mehrere Gründe, erklärt der Experte. Zum einen fanden die Tiere lange Futter in der Natur. Beeren an Hecken und in den Wäldern sowie Bucheckern auf Friedhöfen waren lange Zeit verfügbar. Zum anderen gab es weniger tierische Gäste aus Skandinavien, Polen und Sibirien. Das verringerte die Anzahl an Buchfinken und Meisen ganz grundsätzlich. Darüber hinaus tun die Vögel immer dann, wenn es richtig kalt wird, am liebsten gar nichts. „Sie plustern sich auf und bewegen sich nicht“, erklärt Trapp. So verbrauchen sie am wenigsten Energie.

Allerdings beginnt gerade jetzt die Zeit, in der es durchaus sinnvoll ist, mit der Vogelfütterung zu beginnen. Schließlich ist der Wald jetzt buchstäblich „leergefegt“. Wer bereits eine Futterstelle eingerichtet hat, hat übrigens nichts falsch gemacht, schließlich zeigt das den Tieren an, dass sie hierher kommen können – auch wenn sie erst ab Februar oder März wirklich darauf angewiesen sind. Wer noch kein Vogel-Restaurant installiert hat, sollte besser eine Futtersäule aufhängen, anstatt ein Futterhäuschen aufzustellen. Das hat in erster Linie hygienische Gründe, denn in einem Futterhäuschen sitzen die Tiere direkt im Futter, während sie an einer Futtersäule von außen die Körner herauspicken. Um zu verhindern, dass sich in einem Futterhäuschen Krankheiten übertragen, sollten diese regelmäßig mit heißem Wasser ausgewaschen werden.

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Futtersäulen sind indes vor allem bei Grünfink, Spatz und Kleiber beliebt. Amseln und Buchfinken warten lieber darauf, dass etwas aus der Futtersäule zu Boden fällt. Bei der Wahl der Körner sollte in erster Linie auf Qualität geachtet werden, rät Trapp. Billig-Ware sei häufig mit Abfall, Fett, Sand, Füllstoffen oder Getreide gestreckt. Wichtig sind Komponenten wie Sonnenblumenkerne, die sehr energiereich sind. Der Stieglitz und der Erlenzeisig mögen Hanfsamen sehr gern. Essensreste sind selbstverständlich tabu, diese wären zu salzig für die Tiere. Eine Wasserstelle einzurichten ist hingegen sinnvoll, weil das Futterangebot doch recht trocken ist. Die Futterstelle sollte so positioniert sein, dass die Tiere in Ruhe fressen können. Einen Busch, in dem die Katze sitzt, wird kein Vogel ansteuern.

Neben der Futtersäule sind vor allem auch Fettblöcke gefragt, die neben Fett auch Insekten und Mehlwürmer beinhalten. Besonders der Specht liebt die Fettblöcke, die eine rechtwinklige Form haben und in dafür vorgesehenen Futterhäusern angebracht werden.

Die Tatsache, dass so wenige Tiere an die Futtersäule oder ins Futterhäuschen kamen, ist in den Augen des Vogelexperten eine „schöne Sache“, denn es bedeutet, dass die Tiere nicht auf den Menschen angewiesen sind. „Es sind keine Haustiere und sie sollen nicht von uns abhängig werden“, erklärt Trapp. Dennoch gibt es einen klaren Trend zur Ganzjahresfütterung, die ganz unterschiedlich angenommen wird. „Spannenderweise holen sich die Vögel eher im Sommer als im Winter das Futter, das wir bereitstellen“, weiß Trapp und erklärt, dass beispielsweise der Feldsperling das Futter aus der Natur für den Nachwuchs verwendet, dann aber für das eigene Mahl gerne zur Futterstelle kommt.Wer neben einer Futterstelle aktuell auch einen Nistkasten zugänglich machen kann, der tut den Tieren zusätzlich etwas Gutes. Kohlmeisen und Spechte nutzen diese gerne als warmes und trockenes Nachtquartier.

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