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Landkreis Augsburg

21.01.2019

Warum der Kreis 410 Tonnen Bioabfall untersucht

Untersucht wurden 410 Tonnen Bioabfall aus 40 Müllfahrzeugen.
Bild: Peter Steffen, dpa (Symbolbild)

In den braunen Tonnen im Landkreis Augsburg landet einiges, was nicht hinein gehört. Was den Eigentümern alles drohen kann.

Ein Blick in die Biotonnen zeigt: zwischen Bananenschalen, fauligen Äpfeln und Rasenschnitt stecken immer wieder Dinge, die da nicht hinein gehören – von der Windel über Kartons und Müllbeutel bis hin zu Nägeln und anderen Metallteilen. Im Augsburger Land fallen im Jahr etwa 130 Kilo Biomüll pro Einwohner an. Davon landen 1,4 Kilo falscher Abfall in der braunen Tonne. Das ergab eine Untersuchung des bifa Umweltinstituts, die am Montag im Kreistag vorgestellt wurde.

Doch mit nur etwa einem Prozent Fremdstoffanteil im Biomüll ist das Augsburger Land Vorreiter in Sachen korrekte Mülltrennung. Zum Vergleich: In der Stadt Augsburg landen 1,4 Prozent an falschem Abfall in der Biotonne. Im Landkreis Aichach-Friedberg sind es sogar 1,6 Prozent. Landrat Martin Sailer zeigte sich erfreut über das Ergebnis. Dennoch müsse man weiter an einer verbesserten Mülltrennung arbeiten. „Ziel ist es, unter ein Prozent zu kommen“, sagte er.

Metalle, Plastik oder Textilien können nicht verwertet werden

Im Gegensatz zum Restmüll, der in der Verbrennungsanlage landet, wird aus den Bioabfällen in der Vergärungsanlage in Lechhausen Biogas erzeugt. Doch Fremdstoffe wie Metalle, Plastik oder Textilien können dort nicht verwertet werden und müssen aussortiert werden. Größere Teile können die Anlage beschädigen. Umso wichtiger ist es, dass Fremdstoffe erst gar nicht in den Biomüll gelangen, betonte Sarah Tschachtli vom bifa Umweltinstitut.

In Auftrag gegeben hatte der Kreis die Müllanalyse, weil der Anteil an Stoffen, die nicht in die Biotonne gehören, sprunghaft gestiegen war. Enthielten die braunen Tonnen 2016 noch 2,4 Prozent falschen Abfall, waren es 2017 schon 5,3 Prozent. Das sorgte für Diskussionen innerhalb des Abfallzweckverbandes. Denn woher kommt der Fremdmüll und wer übernimmt die zusätzlichen Kosten, die bei der Entsorgung anfallen?

Um den Fragen auf den Grund zu gehen, ließ der Kreis seinen Biomüll im vergangenen Jahr unter die Lupe nehmen. Untersucht wurden 410 Tonnen Bioabfall aus 40 Müllfahrzeugen. Das Ergebnis kann sich im Vergleich zu den Vorjahren sehen lassen. Der Fremdstoffanteil habe nie über zwei Prozent gelegen, erklärte Sarah Tschachtli vom bifa Umweltinstitut.

In der Stadt wird anders getrennt als auf dem Land

Positiv bewertete die Expertin auch, dass Problemabfall wie Batterien, Glas, Elektroschrott oder Medikamente so gut wie gar nicht im Biomüll gefunden wurden. Doch wie die Untersuchung zeigt, wird in der Stadt anders getrennt als auf dem Land. Während in städtischen Gebieten vor allem Kunststoffreste wie Müllbeutel unerlaubt in der Biotonne landen, sorgen in ländlichen Gegenden Hygieneartikel wie Windeln oder Abschminktücher, aber auch Zeitungspapier oder Pappe für Probleme.

Damit solche Fremdstoffe künftig nicht mehr im Biomüll landen, will Landrat Martin Sailer im Frühjahr eine Kampagne starten. Sie soll Bürger informieren, was in die brauen Tonne darf und was nicht.

Zudem sollen die Metalldetektoren, die der Kreis seit vergangenem Jahr an einzelnen Müllfahrzeugen testet, scharf gestellt werden. Sie schlagen Alarm, wenn sich zwischen Bananenschalen und zerquetschten Tomaten Gegenstände aus Metall verbergen. Die Tonne wird dann nicht geleert, ihr Besitzer mit gelben oder roten Karten verwarnt. Wie das genau aussehen wird und welche Gebühren auf Müllsünder zukommen, will der Kreisrat bis zum Frühjahr mit einer entsprechenden Satzung festlegen.

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