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Landkreis Augsburg

23.01.2019

Wer seinen Biomüll falsch trennt, wird vom Landkreis verwarnt

Plastiktüten, Metallteile, Hygieneartikel – Immer wieder landen Stoffe im Biomüll, die nicht hineingehören. Der Landkreis Augsburg will das nun genauer kontrollieren.
Bild: Arno Burgi, dpa (Symbolbild)

Plus Mit Metalldetektoren will der Landkreis Augsburg Biotonnen auf falschen Abfall untersuchen. Was Bürgern droht, die ihren Abfall nicht richtig trennen.

Wer seinen Biomüll nicht ordentlich trennt, könnte in wenigen Wochen vor einer ungeleerten Tonne stehen. Der Landkreis will braune Tonnen mit einem Metalldetektor untersuchen lassen. Verbergen sich zwischen Bananenschalen und verfaulten Tomaten Metallgegenstände, bleibt die Biotonne im schlimmsten Fall ungeleert stehen. Schon im Frühjahr sollen die Müllkontrollen beginnen.

Mit der Maßnahme will das Abfallwirtschaftsamt die Qualität des Biomülls verbessern. Denn immer wieder landen Dinge in der braunen Tonne, die eigentlich nicht hineingehören. 2017 lag der Anteil an Fremdstoffen im Biomüll zeitweise bei 5 Prozent, heißt es von Seiten des Landratsamtes. Zwar ist der Anteil im vergangenen Jahr deutlich gesunken auf etwa ein Prozent, wie eine aktuelle Untersuchung des bifa Umweltinstitutes zeigt . Doch der Landkreis sieht noch Verbesserungsbedarf. Metalldetektoren sollen nun dabei helfen, den Biomüll von Fremdstoffen zu befreien.

Müllsünder sollen mit einer roten Karte verwarnt werden

Entwickelt wurde das System von der Firma Maier und Fabris aus Tübingen. Geschäftsleiter Hans J. Maier erklärt: „Die Detektoren erkennen alle Stoffe, die elektrisch leitfähig sind.“ Entdeckt werden also nicht nur Metallbeschläge, Nägel, Dosen oder die Klinge des Gemüseschälers, sondern auch beschichtete Tetra-Packungen oder Aludeckel von Joghurtbechern.

Steckt zu viel davon in der Tonne, geht eine Warnleuchte am Müllfahrzeug an. Die Müllmänner wissen dann, dass sich hinter der Tonne ein Müllsünder verbirgt und verteilen eine gelben Karte als Verwarnung. Sie soll Bürger informieren, was in die Biotonne darf und was nicht. Doch damit ist es nicht getan: Nach sechs Wochen Laufzeit kommen auch rote Karten zum Einsatz. Wer die auf der Tonne kleben hat, kann sich sicher sein: der Biomüll ist immer noch drin. Der Tonnenbesitzer hat dann zwei Möglichkeiten: er kann seine Biotonne bis zur nächsten Leerung eigenhändig nachsortieren oder die Tonne gegen eine extra Gebühr als Restmüll leeren lassen. Wie das Landratsamt erklärt, müssen dazu aber erst die Voraussetzungen in der Gebührensatzung geschaffen werden.

Ab dem Frühjahr sollen die Metalldetektoren zum Einsatz kommen.
Bild: Marcus Merk

Drei Müllfahrzeuge im Landkreis sind bereits mit dem Störstoffdetektor ausgerüstet. Sie werden seit November getestet. Das Ergebnis sei sehr gut, betont Daniela Bravi, Werksleiterin beim Abfallwirtschaftsbetrieb. In Neusäß habe der Detektor in zwei Monaten nur 25 Mal angeschlagen, in kleineren Orten gar nicht. Ab welcher Menge das System anschlägt, legt der Abfallwirtschaftsbetrieb fest. Nach Angaben des Landratsamtes laufen die Detektoren derzeit im unteren Drittel der Skala und erkennen nur größere Fremdstoffe.

Auch Plastik landet häufig im Biomüll

In anderen Kommunen in Deutschland sind die Detektoren seit längerem im Einsatz. Der Anteil an Fremdstoffen im Bioabfall sei dort deutlich reduziert worden, betont Firmenchef Maier. „Schon die rote Karte auf der Tonne zeigt eine positive psychologische Wirkung“, sagt er. In den meisten Fällen hätten die Bürger ihren Müll nachsortiert.

Mit dem Metalldetektor sollen künftig ausschließlich Biotonnen kontrolliert werden. Schlägt der Detektor an, wird die Meldung gespeichert. Die Art der Störstoffe wird nicht erfasst, heißt es von Seiten des Landratsamtes. Aus dem Bioabfall werden in der Vergärungsanlage in Lechhausen Gas und Komposterde gewonnen. Doch Fremdstoffe wie Metalle, Plastik oder Textilien können nicht verwertet werden und müssen aussortiert werden. Mit einem magnetischen Band kann der Metallschrott in der Anlage bereits relativ gut getrennt werden.

Deutlich mehr Probleme bereitet den Entsorgern die große Menge an Plastik, die tagtäglich im Bio-Abfall landet. Rund 2000 Tonnen kommen im Jahr in der Abfallverwertung Augsburg zusammen. Das Plastik muss als Restmüll entsorgt werden. Reste, die bei der Sortierung übersehen werden, landen mit dem Kompost in der Landschaft.

Gegen das Plastik helfen auch die Mülldetektoren nichts. Doch einen Zusammenhang gibt es: in Tonnen mit Metallresten steckt auch Plastik, wie wissenschaftlichen Untersuchungen der Uni Tübingen zeigen. Die Detektoren sollen aber nicht nur den Müllsünder auf die Schliche kommen. Wer besonders fleißig trennt, wird mit einer grünen Karte belohnt.

Wie sich ein Müllsünder fühlt, wenn er erwischt wird, lesen Sie im Kommentar.

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