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Gertshofen

24.04.2019

Wie gefährlich ist der Sand fürs Auto?

In der Waschanlage in Neusäß werden Autos auf Hochglanz poliert. Gerade im Frühjahr lohnt sich ein Besuch. Denn Insekten, Pollen oder aktuell der Sahara-Staub können den Autolack beschädigen.
Bild: Marcus Merk

Plus Sahara-Staub liegt in der Luft und hinterlässt Spuren auf dem Auto. Auch Pollen bedecken derzeit die Windschutzscheiben. Worauf Fahrer beim Waschen achten sollten.

Mit dem Frühling kommen die Pollen. Das stört nicht nur Allergiker. Auch Autofahrer ärgern sich über den gelben Staub auf der Kühlerhaube. Und bald wirbelt auch noch Sand aus der Sahara durch die Luft, so die Prognose des Wetterexperten Klaus Hager aus Neusäß. Dieser setze sich auch auf Autos ab. Da ist in den kommenden Tagen vor allem eines angesagt: Waschen. Autofahrer sollten dabei aber einiges beachten.

Das Phänomen, dass Sand aus Afrika bis nach Deutschland getragen wird, ist nach Ansicht des Wetterexperten nicht selten. Immer wieder bringe Südwind Sahara-Sand in verschiedenen Mengen zu uns. Die Staubpartikel flögen in drei Kilometern Höhe im Wind. „Wie viel Sahara-Staub in den kommenden Tagen bei uns landet, lässt sich nicht genau sagen“, betont der Wetterexperte. Je stärker der Wind, desto weniger Partikel landeten auf Fensterbrettern und Autos. Es sei eine Staubschicht von bis zu einem Millimeter möglich.

Ein Lappen wirkt wie Schmirgelpapier

Peter Beducker, der die gleichnamige Waschanlage in Gersthofen betreibt, kennt das Phänomen. Um Autos von Sahara-Sand und Blütenstaub zu befreien, empfiehlt er vor allem eines: viel Wasser. Allerdings sei es in den meisten Kommunen zum Schutz des Grundwassers verboten, das Auto selbst zu waschen. Wer mit einem Besen oder Lappen den Schmutz loswerden will, riskiere erhebliche Schäden am Lack. Denn die winzigen Partikel wirken wie Schmirgelpapier.

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Auch reiche es bei Blütenstaub nicht aus, den Scheibenwischer anzuschalten. „Dann entsteht ein Schmierfilm, der die Sicht beim Fahren beeinträchtigt“, weiß Beducker. Nicht nur die Windschutzscheibe sollte professionell gereinigt werden. Das ganze Auto sollte sauber sein. Denn: „Saubere Lacke werden auf der Straße besser gesehen“, sagt Beducker. Er rät, Blütenstaub so schnell wie möglich zu entfernen. „Wenn die Pollen längere Zeit auf dem Auto liegen, können sie den Lack angreifen.“

Ältere Lacke sind besonders empfindlich

Dem kann Leonidas Karakostas von der Waschanlage „All in Wash“ in Neusäß nur zustimmen. Nicht alle Pollenarten seien gleich. Manche seien besonders klebrig und ließen sich nur schwer vom Lack lösen. Auch Insekten seien hartnäckig. „Mit einfach drüberwischen ist es nicht getan“, sagt Karakostas. Um Schäden zu vermeiden, sollten Fahrer ihr Auto regelmäßig reinigen und versiegeln lassen. Dann ließen sich Pollen, Staub und Insekten auch besser entfernen.

Besonders aggressiv seien Vogelkot und Baumharz. „Solche Spuren sollten sofort mit warmem Wasser behandelt werden“, weiß Karakostas. Doch nicht jeder Lack reagiert gleich. Ältere Lacke, vor allem rote und schwarze, seien besonders empfindlich.

Das weiß auch Emanuel Pfalzgraf von der gleichnamigen Autolackiererei in Langweid. Um den Lack zu pflegen und zu schützen, empfiehlt er, das Auto alle zwei Wochen zu reinigen. Außerdem sollte es poliert und gewachst werden. „Wer das einmal im Jahr macht, beugt größeren Schäden vor“, sagt Pfalzgraf. Denn ist der Lack einmal beschädigt, hilft manchmal nur noch eins: das gesamte Autoteil neu zu lackieren.

Lesen Sie dazu auch die Glosse: Da liegt was in der Luft

Woher der Sahra-Staub kommt, lesen Sie hier.

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