Wenn die Turnerinnen und Turner des SSV Anhausen ihre Geräte aufstellen, dann können sie seit einigen Wochen nur einen Teil der Halle in Anhausen nutzen. Vor einigen Monaten war erstmals aufgefallen, dass es in der Halle einen Wassereintritt gibt. Schnell wurde der Schaden größer, sodass kurz vor Weihnachten der Gemeinderat Diedorf beschlossen hat, aus Sicherheitsgründen einen Teil der Halle abzusperren. Immerhin hatten sich bereits einige Löcher im Boden gebildet. Marode Sportstätten sind im Landkreis kein Einzelfall. Ob in Königsbrunn, in Schwabmünchen oder in Neusäß: Oft genug müssen Schulen und Sporttreibende schwierige Kompromisse beim Training eingehen.
So wie zuletzt in der Halle der Grundschule Nord in Königsbrunn. Dort hatte der ohnehin hohe Grundwasserpegel zusammen mit dem Starkregen vom vergangenen Juni die Lüftungsanlage beschädigt, über welche die Sporthalle beheizt wurde. Die Folge: Seit dem Herbst war es in der Halle derart kalt, dass Schul- und Vereinssport, je nach Wetterlage, teilweise ausfallen musste. Erst im Januar konnte die Heizanlage repariert werden. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt derart ausgekühlt, dass das Training des TSV zwar wieder stattfinden konnte - allerdings bei zunächst nur 14 Grad Innentemperatur.
Fuß- und Volleyballer in Anhausen mussten umziehen
Auch in Anhausen kann das Training nicht jeder Sparte des SSV so stattfinden, wie gewünscht. Die Leiterin der Turnabteilung, Elke Lochbrunner, berichtet, dass ihre Abteilung auch mit der verkleinerten Halle zurechtkommt. Schließlich seien Geräteraum und Umkleiden frei zugänglich und nutzbar. Anders sieht das für die Jugendfußballer und die Volleyballer aus, für die reicht die verkleinerte Halle einfach nicht aus. „Die sind jetzt zunächst in der Schmuttertalhalle in Diedorf beim TSV untergekommen“, so Elke Lochbrunner erleichtert. Momentan laufen in der chronisch klammen Gemeinde Haushaltsberatungen, der Posten für die Sanierung der Halle steht aber, so Bürgermeister Peter Högg. „Und da wird auch nicht daran gerüttelt.“ Die Genehmigung für ein Zeitungsfoto von der teilweise abgesperrten Halle wollte er jedoch nicht geben. Elke Lochbrunner gibt sich bescheiden. „Wir kommen schon zurecht. Alles ist besser als eine komplette Sperrung der Halle“, sagt sie.
Um einen kompletten Auszug aus der Halle sind die Sportler und Sportlerinnen in Westheim im vergangenen Sommer nicht herumgekommen. Klar, denn ihre Halle an der dortigen Grundschule ist inzwischen abgerissen. An selber Stelle soll eine neue Grundschule samt Feuerwehrhaus und Sporthalle errichtet werden, doch für die Übergangszeit müssen sich die Sportler und auch die Schülerinnen und Schüler eine Ausweichmöglichkeit suchen. Bis in den Bärenkeller pendeln sie jetzt, denn in der Stadt Neusäß sind die Möglichkeiten im Moment rar: Auch die Sporthalle des Gymnasiums steht nicht zur Verfügung, auch dort wird gerade neu gebaut. Ursprünglich sollte diese Halle wie der Rest des Justus-von-Liebig-Gymnasiums saniert werden. Doch ein Wassereinbruch kurz vor Beginn der Sanierung führte zum Abriss der alten Halle.
Der Boden in der Realschul-Sporthalle hat seine Lebensdauer längst erreicht
Hinzu kommt, dass der Landkreis Augsburg in Kürze auch mit der Sanierung der Sporthalle der Realschule in Neusäß beginnen möchte. Gut 40 Jahre ist die Halle alt, die Dachbahnen werden immer löchriger und der Hallenboden hat seine übliche Lebensdauer von 25 Jahren längst überschritten, hatte Architekt Hans Schuller vor ein paar Wochen im Bauausschuss des Landkreises beschrieben. Ähnlich sieht es bei der Halle der Realschule Meitingen aus. Die Sportanlagen dort sind bereits 50 Jahre alt und sollen in den kommenden Jahren für insgesamt mehr als sechs Millionen Euro saniert werden.
Für die Sprecherin des Landkreises, Annemarie Scirtuicchio, sind all das weniger Mängel, als ein Zeichen dafür, dass sich der Landkreis gut um seine Sportstätten kümmert. Tatsächlich sind mit dem Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums in Diedorf, dem gerade eröffneten Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen und der im Bau befindlichen Sporthalle des Gymnasiums Neusäß sowie zuvor schon mit der neuen Halle am Gymnasium Königsbrunn in den vergangenen Jahren eine Reihe von neuen Sportstätten entstanden und die Hallenkapazitäten damit sogar erweitert worden. Die Sprecherin listet dazu eine Reihe von Sanierungen seit dem Jahr 2012 auf, begonnen damals mit der Zuschauertribüne in der Sporthalle des Schulzentrums Schwabmünchen, dem Umbau des Schwimmbads an der Realschule Königsbrunn zu einer Kleinsporthalle oder dem für dieses Jahr geplanten zweiten Abschnitt der Sanierung von Umkleiden und Duschen am Schulzentrum Schwabmünchen.
Sollte es stinkende Toiletten geben, liegt dies leider fast immer am „Nutzerverhalten“.
Annemarie Scirtuicchio, Sprecherin des Landratsamts
Apropos Leonhard-Wagner-Schulzentrum Schwabmünchen. Nicht für jeden Mangel sei der Träger der Gebäude zuständig, so die Sprecherin weiter. Aktuell sind dort einige Toiletten defekt und sind gesperrt oder würden ziemlich stinken, klagen die Nutzer. Defekte Toiletten, das seien oft genug Vandalismusschäden, die Sprecherin. „Sollte es stinkende Toiletten geben, liegt dies leider fast immer am „Nutzerverhalten“, wird sie deutlich.
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