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Meitingen/Diedorf
10.01.2022

Den Strom der Zukunft testen: Forscher suchen Freiwillige im Kreis Augsburg

Damit viel regional erzeugter Strom aus der Steckdose kommt, gibt es im Kreis Augsburg ein neues Forschungsprojekt.
Foto: Fernando Gutierrez-Juarez, dpa (Symbolbild)

Für ein Forschungsprojekt werden 60 Haushalte im Augsburger Land gesucht. Was Sie von einer Teilnahme haben.

Gundremmingen liefert nicht mehr, Strom aus Sonne, Wasser und Wind soll den Atomstrom ersetzen. Die Energiewende führt zu einem grundlegenden Umbau der Stromversorgung. Dazu gehört: Regional erzeugter Strom soll vor Ort verbraucht und Stromnetze effizienter genutzt werden. In diesem Zusammenhang werden nun Haushalte im nördlichen Landkreis Augsburg für die Teilnahme an einem Forschungsprojekt gesucht.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt FLAIR² (Flexible Anlagen intelligent regeln) setzt die LEW gemeinsam mit der Stromnetz Berlin GmbH (SNB), der Hochschule München und e*Message um. Herzstück sind weitgehend autonom arbeitende Steuerboxen in Privathaushalten. Sie können dort angeschlossene Verbrauchseinrichtungen ansteuern. Die Steuerboxen orientieren sich dabei an Spannungsänderungen im lokalen Stromnetz. Steigt die Spannung an, deutet dies darauf hin, dass zum Beispiel Photovoltaikanlagen gerade Energie in den entsprechenden Leitungsabschnitt des Ortsnetzes einspeisen. Die FLAIR2-Steuerbox versucht dann, den Energieverbrauch im Haushalt dem Netzzustand entsprechend anzupassen, indem sie sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie eine Wärmepumpe freigibt.

40 Prozent des Stroms im Landkreis Augsburg kommt aus erneuerbaren Energien

Diese eigens entwickelten FLAIR2-Steuerboxen sollen im Rahmen eines groß angelegten Feldtests in insgesamt rund 120 Haushalten installiert werden – jeweils 60 im von vielen Photovoltaikanlagen geprägten Netzgebiet von LEW Verteilnetz in Bayerisch-Schwaben sowie bei 60 Haushalten im Berliner Stromnetz.

Im Landkreis Augsburg, wo rund 40 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien kommen, eignen sich aufgrund der Netz- und Erzeugungsstruktur vor allem folgende Kommunen, inklusive der Ortsteile: Diedorf, Meitingen, Neusäß und Thierhaupten. In den Orten sucht die LEW-Tochter LVN jeweils zehn bis 20 Haushalte. Voraussetzung für die Teilnahme ist mindestens eine vorhandene steuerbare Verbrauchseinrichtung, wie Wärmepumpe, Speicherheizung oder Wallbox für E-Autos im Haushalt. Grundsätzlich können sich auch Interessanten aus anderen Ortschaften beim Flair-Projektteam melden. Ob eine Teilnahme möglich ist, wird dann geprüft.

Was Teilnehmende von dem Forschungsprojekt haben

Bei den teilnehmenden Haushalten wird die Steuerbox installiert. Deren Algorithmus ist so konzipiert, dass er vertraglich vereinbarte Freigabezeiten und Mindestladezeiten von Geräten einhält, heißt es in einer Mitteilung der LEW. Teilnehmende Haushalte erhalten eine jährliche Aufwandsentschädigung. Auf Wunsch stellt LVN den Haushalten die eigenen Messdaten monatlich kostenfrei zur Verfügung. Damit kann der individuelle Stromverbrauch analysiert werden. Zudem bietet LVN den Haushalten an, sie nach Ende des Feldversuchs kostenfrei mit der serienreifen Nachfolgetechnologie auszustatten. Kontakt per E-Mail: projekt-flair2@lew-verteilnetz.de. (AZ)

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